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Landleben
Hetzjagd auf schwules Paar: "Warum hat Gott Sie nicht sterben lassen?"
In der ländlichen Idylle von Rheinland-Pfalz macht ein Unbekannter oder eine Unbekannte einem schwulen Paar das Leben schwer.

Stefan Tavernier aus dem 500-Seelen-Dorf Thiergarten zeigt im TV die Hassbotschaften (Bild: Screenshot RTL)
- 1. Juni 2021, 14:01h 2 Min.
Ein im Hunsrück-Dorf Thiergarten lebendes schwules Paar hat öffentlich gemacht, dass es schon seit Jahren von Unbekannten bedroht wird – teilweise sogar mit dem Tod. So würden homophobe Botschaften auf Müll geschrieben und in deren Garten geworfen, beklagen Stefan Tavernier und Tobias Geisen, die seit sechs Jahren ein Paar sind. Außerdem würden sogar auf dem Weg, an dem das Paar seine Hunde Gassi führt, Hassbotschaften am Wegesrand abgelegt.
Gegenüber RTL zeigte das Paar die Kiste der gesammelten Drohungen. Darunter befindet sich etwa ein Brief, in dem es unter anderem heißt: "Sie arme Mißgeburt. Warum hat Gott Sie nicht sterben lassen? Sodom und Gomorra. Gott warnt uns vor homosexuellen Handlungen im Alten wie im Neuen Testament." Dazu hängte der anonyme Autor oder die anonyme Autorin mehrere Bibelzitate an.
Weitere Highlights der Sammlung: Auf einer Sektflasche schrieb eine Person: "Tötet die schwulen Schweine!" Das Paar fand beim Spazierengehen am Wegesrand eine Thermoskanne, auf der mit Stift die Botschaft: "Stephan – fette Sau, schwule Sau" gekritzelt worden war. Außerdem schrieb jemand auf einer gebrauchten Lebensmittelverpackung aus Plastik: "Schwule sind Arschficker pfui".
"Wer nicht ganz klar im Kopf ist, ist auch unberechenbar"
"So wie die Person schreibt, hat man den Eindruck, sie hat ein psychisches Problem", so Geisen in einem Bericht der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz. "Bei so Leuten weiß man halt nie. Wer nicht ganz klar im Kopf ist, ist auch unberechenbar." Aus dem Dorf wegziehen will das Paar jedoch nicht. Zum eigenen Schutz habe man nun eine Kamera am Haus installiert.
Das Paar beklagte auch, dass die Polizei dem Paar bislang wenig geholfen habe. Auch gegenüber RTL gibt sich die Polizei Trier zurückhaltend. Ein Sprecher erklärte, hier sei Zivilcourage notwendig. "Wir wären dankbar, wenn wir noch Zeugen bekommen." (dk)
















Oft folgen Worten Taten. Deshalb hoffe ich, dass der Täter bald gefasst wird und entsprechend sanktioniert wird.
Ich frage mich wirklich, warum manche Menschen so besessen vom Leben anderer sind, dass sie sich zwanghaft in deren privatestes Leben einmischen müssen.