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Pride-Monat

Google erinnert mit Doodle an "Gay is Good"-Aktivisten Frank Kameny

Der Konzern erinnert an einen der einflussreichsten Aktivisten der amerikanischen Schwulenbewegung des vergangenen Jahrhunderts.


So sieht das Doodle aus, das bei jeder Eingabe von google.de angezeigt wird (Bild: Google)

  • 2. Juni 2021, 11:05h, noch kein Kommentar

Zu Ehren des Pride-Monats Juni ehrt der Internetkonzert Google am Mittwoch den LGBTI-Aktivisten Frank Kameny (1925-2011). Der Astronom gilt als einer der Pioniere der in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts aufkeimenden Schwulenbewegung in den USA. Der Aktivist hatte die einflussreiche Gruppe "Mattachine Society" in der US-Hauptstadt mitbegründet, die sich mit aggressiverer Taktik als andere Organisationen für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einsetzte. In Anlehnung an den Spruch "Black is beautiful" hat er 1968 den Slogan "Gay is good" für die Bewegung erfunden.

Google bedankte sich bei Kameny für sein Engagement: "Danke, dass Sie mutig den Weg für jahrzehntelang anhaltenden Fortschritt freigemacht haben", schrieb der Konzern. Das Doodle ist neben den USA unter anderem auch in Deutschland, Österreich, Indien und Australien zu sehen. Außerdem ehrt der Konzern seit 1. Juni den Pride-Monat, indem er zu Suchen nach queeren Begriffen (etwa "pride" oder "gay") herunterfallendes Konfetti mit queeren Flaggen einblendet.



Als Doodle (Deutsch: Gekritzel) wird die grafische Veränderung des Firmenlogos des US-Techkonzerns bezeichnet. Bereits seit 1998 stellt das Unternehmen das Logo zu besonderen Anlässen in veränderter Form dar. Dieses Jahr hat Google bereits die lesbische Professorin Audre Lorde und den schwulen Lehrer und Athleten Fredy Hirsch geehrt.

Wegen Homosexualität von der US-Armee gefeuert

Kameny hatte sein Leben als Aktivist in Folge einer einschneidenden Diskriminierungserfahrung begonnen: Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er noch im US-Militär gegen die Nazis, verlor aber 1957 seinen Job als Wissenschaftler bei der Army, nachdem seine Homosexualität publik geworden war. Daraufhin prangerte Kameny offen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben an. Er rief die damals recht zahmen Homosexuellen-Organisationen auf, sich ein Beispiel an der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen zu nehmen. So demonstrierte er seit 1963 in der Stadt Washington, um das Verbot von Homosexualität aufzuheben. 30 Jahre später waren die "Sodomy Laws" in der Hauptstadt Geschichte – mit einem Gesetz, das Kameny persönlich verfasst hatte.

1971 war er der erste offen schwule Kandidat für ein politisches Amt in den Vereinigten Staaten: Er bewarb sich in der Hauptstadt Washington um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Damals erklärte er: "Ich bin ein homosexueller Amerikaner, der sich vornimmt, in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen, aus der ich ausgeschlossen wurde. Homosexuelle wurden schon immer rumgeschubst. Es reicht uns jetzt. Wir fangen an, zurückzuschubsen und werden das so lange tun, bis unsere Rechte garantiert werden."


Frank Kameny 2010 beim CSD Washington, D.C. (Bild: Davd / wikipedia)

Bis zu seinem Lebensende war Kameny in der Öffentlichkeit aktiv: So wohnte er Ende 2010 in der ersten Reihe der Zeremonie bei, bei der Barack Obama das Homo-Verbot im US-Militär endgültig aufhob (queer.de berichtete). Nach seinem Tod benannte ein kanadischer Astronom einen Asteroiden nach Kameny, der im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter seinen Bahnen zieht (queer.de berichtete). (dk)