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Wahlkampfthema

Scholz: Gendersternchen-Verbot wäre "peinlich"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will gendergerechte Sprache weder vorschreiben noch verbieten. Jede Person müsse für sich entscheiden können, ob sie gendert oder nicht.


Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist Kanzlerkandidat der SPD (Bild: Bundesministerium der Finanzen)

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich gegen Regelungen zum Gebrauch gendergerechter Sprache ausgesprochen. Jede Person müsse für sich entscheiden können, ob sie gendert oder nicht, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Mittwoch beim Onlinetalk "Eine Stunde Zeit mit Olaf Scholz" der Wochenzeitung "Die Zeit". "Ich finde nicht, dass wir solche Pflichten auferlegen sollten und umgekehrt auch keine Verbote aussprechen."

Scholz verwies auf einen entsprechenden Vorstoß der Hamburger CDU, die den Gebrauch gendergerechter Sprache in Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen verbieten will. "Das finde ich peinlich", sagte der Minister.

CDU-Landeschef gegen "ideologisches Umerziehungsprojekt"

Vor allem Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich im vergangenen Monat in Gastbeiträgen und Interviews über Formulierungen wie "Zuhörende" statt "Zuhörer" oder die Nutzung des Gendersternchens ("Wähler*innen") empört und gefordert, den Kampf gegen gendergerechte Sprache zum Wahlkampfthema zu machen. Diese bezeichnete er als ""Zerstörung unserer deutschen Sprachkultur", "ideologisches Umerziehungsprojekt" und "spalterische linke Identitätspolitik" (queer.de berichtete).

Widerspruch erntete Ploß jedoch auch aus der eigenen Partei. "Wir sollten diese Debatte nicht überhöhen und sie nicht ideologisieren", meinte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). "Nur weil man ein Gendersternchen schreibt, ist das nicht gleich Ausdruck eines linken Zeitgeistes" (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 MaikeProfil
  • 03.06.2021, 08:51hStuttgart
  • Auch das kapiert Herr Scholz nicht, wie seine Partei insgesamt am Thema Gerechtigkeit und Vielfalt scheitert. Der Genderstar ist ein Mittel die Sprache gerechter zu machen, ihn als Sternchen zu verniedlichen wird dem Thema nicht gerecht.

    Es Reicht auch nicht, sich gegen ein Verbot auszusprechen, es geht um die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit
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#2 Ralph
  • 03.06.2021, 10:22h
  • Antwort auf #1 von Maike
  • Vor allem kapieren so viele nicht, welch ein Geschenk des Himmels dieser Stern/Doppelpunkt/Unterstrich für die Blockierer und Verhinderer ist, denn so können sie ausgiebig und geräuschvoll in der Öffentlichkeit darüber streiten, während all die notwendigen und überfälligen Gesetzesänderungen zur Durchsetzung der Rechte von Trans-, Inter- und nichtbinären Menschen keinerlei öffentliche Beachtung finden. Vom "Transsexuellengesetz" redet kein Mensch, während um den Stern wahre Schlachten ausgefochten werden. Wann endlich wird jenen, die laut um Sonderzeichen und Kehlkopfverschlusslaute kämpfen, klar, dass sie ihren Gegnern gar kein besseres Ablenkungsmanöver bieten können? Der Durchschnittsmensch kriegt doch von der unwürdigen und verfassungswidrigen Rechtslage und der Weigerung von Bundestag und Bundesrat, sie zu ändern, gar nichts mit, aber dass vorgeschrieben werden soll, wie geredet und geschrieben wird, und dass verteufelt wird, wer da nicht mitmachen will, das weiß inzwischen das ganze Volk. Wenn in 30 Jahren wer fragt, was man denn eigentlich in den 20ern dieses Jh.s getan habe, um die Rechte von Trans-, Inter- und nichtbinären Menschen durchzusetzen, wird die Antwort "um Sonderzeichen und Suffixe gekämpft" erklären, warum sich politisch und rechtlich weitere Jahrzehnte lang nichts getan hat.
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#3 KaiJAnonym
#4 Girlygirl
  • 03.06.2021, 11:49h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Es sind immer die Konservativen/Rechten, die auf diesem Thema herumreiten. Die Progressiven machens einfach. Konservative bekämpfen seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten jeglichen Fortschritt. Es geht dabei nicht um das eigentliche Thema, sondern der moderne Gedanke dahinter. So war es bei der Ehe für alle und so ist es auch bei anderen Themen. Es geht nur um die Fassade, dass zwei Frauen/Männer heiraten können betrifft die meisten Heteros nicht, dass statt "Polizisten" Polizist*innen steht tut niemanden mit einem Lebensinhalt weh und wenn Trans Personen es rechtlich leichter haben, schadet das auch keinem. Aber wer knietief in Korruptionsfällen versunken ist, nix für soziale Gerechtigkeit tut und Arbeitsverweigerung betreibt, kann halt nur darüber reden. Es ekelt mich an, dass so was als "politischer Diskurs" bezeichnet wird und ist eine Verhöhnung der Bürger*innen.
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#5 AltoAnonym
  • 03.06.2021, 12:09h
  • Antwort auf #3 von KaiJ
  • Nein, ist er nicht. Dieser dämliche Stern ist für die Rechten die ideale Nebelkerze. Indem man sich nämlich immer darauf konzentriert, möglichst empört, und ihn aus dem Repetoire holt, wenn notwendig, kann man immer sehr schnell von anderen Themen, wie dem TSG, ungleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, häusliche Gewalt etc., ablenken. Und alle Progressiven springen auf den Sternchenzug noch auf.
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#6 Ralph
  • 03.06.2021, 15:15h
  • Antwort auf #3 von KaiJ
  • Das so zu sehen, ist Dir unbenommen. Mir ist es wichtiger, die reale Situation transidenter, zwischengeschlechtlicher und nichtbinärer Menschen so rasch wie möglich durch notwendige und längst überfällige gesetzliche Reformen zu ändern. Wie recht ich habe, siehst Du z.B. daran, dass Thierses gehässige Tiraden gegen LSBTI in der Öffentlichkeit kaum bis gar nicht wahrgenommen wurden und seither so getan wird, als sei es ihm "nur" um Kritik am sprachlichen Gendern gegangen. Auch wer befriedigt in "heute" die Redaktion Sprechpausen machen und Suffixe anhängen hört, sollte sich mal Gedanken machen darüber, weshalb die jüngsten antiqueeren Parlamentsbeschlüsse in den Nachrichten gar nicht erst vorkommen. Erstaunlich, dass die selben Leute, die zu Recht kritisieren, wenn Regenbogenfahnen gehisst werden, aber antiqueere Politik gemacht wird, den selben Vorgang nicht erkennen wollen, wenn an die Stelle der Fahne ein Stern/Doppelpunkt/Unterstrich tritt.
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#7 Ralph
  • 03.06.2021, 15:23h
  • Antwort auf #4 von Girlygirl
  • Na ja, ob nach BGB gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen, betrifft nur die Schwulen und Lesben in Deutschland, und sogar von denen nur eine Minderheit. Die Sprache aber betrifft 83 Mio. Menschen allein in Deutschland, dazu Millionen Muttersprachler um Deutschland herum und Fremdsprachler/Sprachlernende weltweit.
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#8 ExNonBinaryAnonym
  • 03.06.2021, 15:46h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • "Wann endlich wird jenen, die laut um Sonderzeichen und Kehlkopfverschlusslaute kämpfen, klar, dass sie ihren Gegnern gar kein besseres Ablenkungsmanöver bieten können? "

    Dass Du hier auf Biegen und Brechen gegen die gendergerechte Sprache kämpfst, ist hinreichend bekannt. Mit u.a. abwegigen paternalistischen Pseudoargumentationen. Eben ganz alter weißer Cis-Mann.

    Für mich einer der wesentlichen Gründe, mich hier verabschiedet zu haben und nur noch sehr vereinzelt zu kommentieren. Menschen wie Du zerstören bei mir jegliches Zugehörigkeitsgefühl zur "Community". Du handelst ausschließend und bringst einen Whataboutism nach dem anderen. ich tue mir das nicht mehr an.
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#9 ursus
  • 03.06.2021, 15:48h
  • Die Liste der Dinge, die von Reaktionären und Rechten instrumentalisiert werden, ist sehr lang. Wenn wir alles einstellen würden, was auf dieser Liste steht oder neu dazukommt, dann kämen emanzipatorischer Aktivismus und queeres Leben praktisch zum Erliegen. Und wir würden genau das tun, was die wollen: nach IHREN Regeln leben.

    Berechtigt finde ich aber den Hinweis, nicht auf jeden Skandalzug aufzuspringen. Ich gendere weiter wie bisher, setze mich gleichzeitig für gesellschaftspolische Veränderungen ein (wer zwischen beidem immer wieder einen Gegensatz konstruiert, hat nicht verstanden, dass Sprachhandeln reales Handeln und sprachliche Diskriminierung reale Diskriminierung ist und ist damit schon selbst reaktionären Narrativen aufgesessen) und lasse meine Energie nicht von hingehaltenen Stöckchen binden.
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#10 Ralph
  • 03.06.2021, 16:21h
  • Antwort auf #8 von ExNonBinary
  • Ich darf also festhalten: Wer sich dafür einsetzt, nicht ewig um vermeintlich gerechte Sprache herumzuzanken, sondern statt dessen endlich den öffentlichen Fokus auf überfällige Reformen von gegen transidente, zwischengeschlechtliche und nichtbinäre Menschen geltende Gesetze zu richten, ist ein alter weißer Cismann, unbelehrbar und reaktionär. Über ihn und seine Forderung nach Akzeptanz und Gleichstellung von Trans-, Inter- und nichtbinären Menschen wird die Zeit hinwegschreiten, und so werden noch in 50 Jahren psychiatrische Gutachten gefordert werden - dann allerdings (welch ein Sieg der Bewegung!) in gendergerechter Sprache.
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