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Wahlkampfthema

Scholz: Gender­sternchen-Verbot wäre "peinlich"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will gendergerechte Sprache weder vorschreiben noch verbieten. Jede Person müsse für sich entscheiden können, ob sie gendert oder nicht.


Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist Kanzlerkandidat der SPD (Bild: Bundesministerium der Finanzen)
  • 3. Juni 2021, 02:40h 35 2 Min.

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich gegen Regelungen zum Gebrauch gendergerechter Sprache ausgesprochen. Jede Person müsse für sich entscheiden können, ob sie gendert oder nicht, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Mittwoch beim Onlinetalk "Eine Stunde Zeit mit Olaf Scholz" der Wochenzeitung "Die Zeit". "Ich finde nicht, dass wir solche Pflichten auferlegen sollten und umgekehrt auch keine Verbote aussprechen."

Scholz verwies auf einen entsprechenden Vorstoß der Hamburger CDU, die den Gebrauch gendergerechter Sprache in Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen verbieten will. "Das finde ich peinlich", sagte der Minister.

CDU-Landeschef gegen "ideologisches Umerziehungsprojekt"

Vor allem Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich im vergangenen Monat in Gastbeiträgen und Interviews über Formulierungen wie "Zuhörende" statt "Zuhörer" oder die Nutzung des Gendersternchens ("Wähler*innen") empört und gefordert, den Kampf gegen gendergerechte Sprache zum Wahlkampfthema zu machen. Diese bezeichnete er als ""Zerstörung unserer deutschen Sprachkultur", "ideologisches Umerziehungsprojekt" und "spalterische linke Identitätspolitik" (queer.de berichtete).

Widerspruch erntete Ploß jedoch auch aus der eigenen Partei. "Wir sollten diese Debatte nicht überhöhen und sie nicht ideologisieren", meinte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). "Nur weil man ein Gendersternchen schreibt, ist das nicht gleich Ausdruck eines linken Zeitgeistes" (queer.de berichtete). (cw/dpa)

-w-

#1 Maike
  • 03.06.2021, 08:51hStuttgart
  • Auch das kapiert Herr Scholz nicht, wie seine Partei insgesamt am Thema Gerechtigkeit und Vielfalt scheitert. Der Genderstar ist ein Mittel die Sprache gerechter zu machen, ihn als Sternchen zu verniedlichen wird dem Thema nicht gerecht.

    Es Reicht auch nicht, sich gegen ein Verbot auszusprechen, es geht um die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit
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#2 Taemin
  • 03.06.2021, 10:22h
  • Antwort auf #1 von Maike
  • Vor allem kapieren so viele nicht, welch ein Geschenk des Himmels dieser Stern/Doppelpunkt/Unterstrich für die Blockierer und Verhinderer ist, denn so können sie ausgiebig und geräuschvoll in der Öffentlichkeit darüber streiten, während all die notwendigen und überfälligen Gesetzesänderungen zur Durchsetzung der Rechte von Trans-, Inter- und nichtbinären Menschen keinerlei öffentliche Beachtung finden. Vom "Transsexuellengesetz" redet kein Mensch, während um den Stern wahre Schlachten ausgefochten werden. Wann endlich wird jenen, die laut um Sonderzeichen und Kehlkopfverschlusslaute kämpfen, klar, dass sie ihren Gegnern gar kein besseres Ablenkungsmanöver bieten können? Der Durchschnittsmensch kriegt doch von der unwürdigen und verfassungswidrigen Rechtslage und der Weigerung von Bundestag und Bundesrat, sie zu ändern, gar nichts mit, aber dass vorgeschrieben werden soll, wie geredet und geschrieben wird, und dass verteufelt wird, wer da nicht mitmachen will, das weiß inzwischen das ganze Volk. Wenn in 30 Jahren wer fragt, was man denn eigentlich in den 20ern dieses Jh.s getan habe, um die Rechte von Trans-, Inter- und nichtbinären Menschen durchzusetzen, wird die Antwort "um Sonderzeichen und Suffixe gekämpft" erklären, warum sich politisch und rechtlich weitere Jahrzehnte lang nichts getan hat.
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#3 KaiJAnonym