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Am Freitag im TV

Noch nie gezeigtes Archivmaterial aus den Anfängen der Bewegung

In der Doku "Die Regenbogen-Revolution – Der Weg in die Freiheit" erzählen Ikonen der US-amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung von ihrem beispiellosen Kampf um Gleichberechtigung.


Szene aus "Die Regenbogen-Revolution – Der Weg in die Freiheit". Der Dokumentarfilm läuft anlässlich des Pride-Monats am 4. Juni um 23.05 Uhr in ORF 2 (Bild: ORF)

In den 1970er Jahren wollten schwule und lesbische Menschen in den USA nicht länger als psychisch krank bezeichnet werden und starteten eine pionierhafte Kampagne. Auch mit Unterstützung von homosexuellen Ärzt*innen sagten sie dem medizinischen Establishment den Kampf an – und errangen 1973 einen legendären Sieg. Die US-amerikanische Gesellschaft für Psychiatrie strich Homosexualität damals aus ihrem Index "psychischer Krankheiten".

Anlässlich des Pride-Monats zeichnet die "Universum History"-Dokumentation "Die Regenbogen-Revolution – Der Weg in die Freiheit" von Bennett Singer und Patrick Sammon am Freitag, dem 4. Juni 2021, um 23.05 Uhr in ORF 2 mit historischen Filmaufnahmen, TV-Ausschnitten und Interviews diesen spektakulären Kampf um das Grundrecht auf freie Sexualität nach. Der Film ist eine Koproduktion von Story Center Films, LLC, Singer & Deschamps Productions, INC. und ITVS.

Foltermäßige Behandlung mit Elektroschocks

Strafverfolgung, Diskriminierung, foltermäßige Behandlung mit Elektroschocks und Isolation: So sieht das Leben von vielen homosexuellen US-Amerikaner*innen in den frühen 1970er Jahren aus. Schuld daran ist die "Bibel" der Psychiatrie: 1952 veröffentlicht die US-Amerikanische Psychiatrische Gesellschaft (APA) einen Index psychischer Erkrankungen und stuft Homosexualität als "psychische Störung" ein. Eine Diagnose mit fatalen Folgen: Viele Homosexuelle werden gezwungen, sich pseudowissenschaftlichen Methoden zu unterziehen, um vermeintlich gesund zu werden. Die umstrittenen "Konversionstherapien", in denen auch Elektroschocks zum Einsatz kommen, hinterlassen bei den Betroffenen schwere körperliche und psychische Folgen.

Frank Kameny, Aktivist und Ikone der US-amerikanischen Schwulenrechtsbewegung, weiß, dass an Gleichberechtigung nicht zu denken ist, solange Homosexuelle als "krank" gelten. Er argumentiert, dass es keine empirische Grundlage für die Krankheitstheorie von Homosexualität gibt, und schließt sich mit lesbischen Aktivist*innen zusammen. Gemeinsam erklärt die Gruppe der mächtigen US-Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft den Krieg. Es ist ein Kampf David gegen Goliath – und die spektakulären Protestaktionen der Gruppe auf Kongressen der Psychiatrischen Gesellschaft und in Talkshows machen landesweit Furore.

Mit Hartnäckigkeit und Genialität zum Sieg

Im Dokumentarfilm "Die Regenbogen-Revolution – Der Weg in die Freiheit" erzählen Ikonen der US-amerikanischen Schwulen- und Lesbenbewegung wie Frank Kameny, Barbara Gittings oder Magora Kennedy von ihrem beispiellosen Kampf um Gleichberechtigung und Freiheit. Anhand von Augenzeugenberichten und noch nie gezeigtem Archivmaterial beleuchtet der Film den spektakulären Weg. Auch ehemalige Verbündete und Gegner innerhalb der US-Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft kommen zu Wort.

Durch Hartnäckigkeit, Genialität und Einfallsreichtum gelang den leidenschaftlichen Aktivist*innen schließlich ein entscheidender Sieg in der modernen Bewegung für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen. (cw/ots)



#1 Ralph
  • 03.06.2021, 10:27h
  • Na hoffentlich wird das auch bald von 3sat übernommen, damit es auch jene sehen können, die TV nicht über Satellit empfangen.
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#2 KaiJAnonym
  • 03.06.2021, 10:42h
  • Es geht um "das Grundrecht auf freie Sexualität". Es ist gesellschaftspolitisch zu erkämpfen. Ihre Kriminalisierung und Pathologisierung ist ad absurdum zu führen.
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#3 DramaQueen25Anonym
  • 03.06.2021, 13:01h
  • schade, dass man den in der BRD nicht sehen kann, da der ORF die Doku vermutlich nur für Österreicher sendet. Mit Mediathek View hab ich keinen Zugriff auf deren Programm (Geoblockung)
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#4 Ralph
#5 SebiAnonym
  • 03.06.2021, 15:14h
  • Leider zeigt der ORF nur eine deutlich gekürzte Fassung.

    Laut IMDb dauert die Doku insgesamt 1h20m. Siehe:
    www.imdb.com/title/tt8730794/

    Aber im ORF dauert die Sendung leider nur 45 Minuten.

    Dann lieber gar nicht. Ich mag es überhaupt nicht, wenn Filme oder Dokus geschnitten werden, um in ein Programmschema zu passen. Dann lieber einen anderen Platz suchen, wo er ganz gesendet werden kann.
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#6 MephalaAnonym
  • 04.06.2021, 05:38h
  • Bemerkt eigentlich jemand, daß die volle Wucht der systematischen psychomedizinischen Gewalt, als sie homo- und bisexuellen cis Personen schrittweise immer weniger angetan werden konnte - auf trans Personen konzentriert wurde, und daß das bis heute so ist?
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#7 Ralph
  • 04.06.2021, 10:56h
  • Antwort auf #6 von Mephala
  • Oh ja, das ist richtig. Das folgt einem Schema. Immer dann, wenn es nicht mehr sozialverträglich ist, auf der Minderheit X herumzuhacken, wird der ganze Scheiß, den man bisher Minderheit X aufgebürdet hat, mühelos auf Minderheit Y übertragen.
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#8 FernseherAnonym
  • 04.06.2021, 10:56h
  • "Der Dokumentarfilm läuft anlässlich des Pride-Monats am 4. Juni um 23.05 Uhr in ORF 2." Also, anders gesagt: Weil "Pride-Monat" ist, traut sich der ORF, eine Doku zur queeren Bürgerrechtsbewegung zu nachtschlafender Zeit zu senden. Eine Doku, also nichts, was irgend etwas auch nur ansatzweise Sexuelles zeigt. Um 23:05. Da beweisen sie aber richtig viel Mut!

    DAS ist Ausgrenzung, Ausgrenzung mit gutem Gewissen!
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#9 Ralph
  • 04.06.2021, 11:14h
  • Antwort auf #8 von Fernseher
  • Jo mäin Goot, 's ist hoit Ööstrraich... Mir ist leider nicht gegenwärtig, wer gesagt hat, dass Österreich vor allem deshalb auffalle, weil es keinen einzigen bedeutenden Homosexuellen hervorgebracht habe (Prinz Eugen war ja Franzose). Das wirkt noch heute.
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#10 MephalaAnonym
  • 04.06.2021, 11:51h
  • War's nicht auch der ORF, der dieses Jahr den 'Tatort' mit dem Titel 'Die Amme' produziert hat? Der dann auch im Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland ausgestrahlt wurde?

    Der natürlich ganz und gar nicht trans feindlich war. Der natürlich nur oberflächliche Ähnlichkeit mit 'Troubled Blood' von J K Rowling aufwies, die rein zufällig war, ebenso wie ja J K Rowlings Pseudonym, Robert Galbraith, nur zufällig gleichlautend war mit dem eines seinerzeit gefeierten 'Schwulenheilers'.

    Vielleicht kann es ja 'mutig' genannt werden, von Alfred Hitchcock ('Psycho') und Hollywood (Thomas Harris' 'Silence of the Lambs') abtukupfern.

    Und die Ähnlichkeiten von alledem mit dem auf dem diesjährigen Lesbenfrühlingstreffen (LFT, sehr gute Artikel hier auf queer de) kolportierten trans Frauen-Bild sind ebenso rein zufällig. Natürlich.
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