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Katholische Kirche

Transitionen für Bischof "endgültige Rebellion gegen Gott"

Charles J. Chaput ist als Erzbischof von Philadelphia zurückgetreten – als Hasser queerer Menschen macht er aber auch aus dem Ruhestand weiter. Seine neuestes Ziel: trans Menschen und ihre OPs.


Charles Joseph Chaput ist emeritierter römisch-katholischer Erzbischof von Philadelphia. (Bild: Archdiocese of Philadelphia)

Der seit vergangenem Jahr nach einem Rücktrittsgesuch aus Altersgründen pensionierte, ehemalige Erzbischof des US-Bundesstaats Philadelphia, Charles J. Chaput, hatte sich in der Vergangenheit vor allem gern auf Lesben und Schwule eingeschossen. Nun sprach er in der Fox-News-Talkshow von Tucker Carlson vom "Transgenderismus" als einem Götzendienst und brachte transgeschlechtliche Menschen mit der Ursünde in Verbindung.

Carlson erinnerte in dem Gespräch an die biblische Geschichte von Adam und Eva. Diese hätten nicht Gott folgen, sondern selbst wie Gott sein wollen, als sie seine Gebote brachen. Anstelle Gottes Beitrag zu würdigen, hätten sie versucht, sich selbst zum Zentrum der Schöpfung zu machen. So sei es auch beim "Transgenderismus": Was in Gottes Verantwortung läge, gäben transgeschlechtliche Menschen in die Hände von anderen, wenn sie eine "Geschlechtsumwandlung" ("sex change") vornähmen. Wer mit dem von Gott gegebenen Körper nicht zufrieden sei und glaube, die Macht zu haben, jemand zu werden, als der er nicht geschaffen sei, eigne sich die Rolle des Schöpfers an. Dass Menschen dies täten, sei die "endgültige Rebellion gegen Gott".

Diesen vermeintlichen andauernden Aufstand gegen die Schöpfungsordnung führt der Katholik auf die sexuelle Revolution zurück, die ihrerseits eine große Rebellion gegen den Schöpfer sei. Sie habe direkt zu sexuellen und geschlechtlichen "Pathologien" wie dem "Transgenderismus" beigetragen, da sie sich dagegen wende, wie Gott Körper und Sexualität gestaltet habe. Jetzt aber, führte Chaput in absoluter historischer Unkenntnis aus, seien die Menschen zu dem Punkt gekommen, dass sie glaubten, Kontrolle darüber zu haben, welcher Art menschlichen Wesens sie seien. Dabei fand die erste moderne geschlechtsangleichende Operation bereits 1930 statt. Und: Wege, als das eigene Geschlecht zu passen, haben einige transgeschlechtliche Menschen schon immer gefunden.

Der Kulturkampf verlagert sich auf Transrechte

In den USA tobt seit der Abwahl des republikanischen Präsidenten Donald Trump ein noch einmal verschärfter Kulturkampf um die Rechte transgeschlechtlicher Menschen. So hatten zahlreiche Bundesstaaten segregierende Gesetze für Mädchen erlassen, auf deren ursprünglichen Geburtsurkunden ein männliches Geschlecht eingetragen ist (queer.de berichtete). Diese werden gezwungen, am Schulsport der Jungs teilzunehmen, was einen großen Teil der Mädchen einem Zwangsouting und Schlimmerem aussetzt.

In Arkansas wurde gleich die medizinische Versorgung transgeschlechtlicher Jugendlicher verboten (queer.de berichtete). Bei NBC News erklärte eine Familie, deshalb den Staat nun verlassen zu müssen. Das dürfte auch das Schicksal vieler anderer transgeschlechtlicher Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien sein, die von der neuen Welle transfeindlicher Gesetze betroffen sind.

Katholische Kirche heizt Kulturkampf an

Im Zuge dieses Kulturkampfes hatten sich zuletzt auch katholische Würdenträger vermehrt zu Trans-Themen geäußert. So sagte Erzbischof Salvatore Cordileone aus San Francisco, Pubertätsblocker für transgeschlechtliche Jugendliche seien "schrecklich" und ein "Angriff auf die Schöpfungsordnung". Viele Menschen seien "von der anderen Seite" hinters Licht geführt worden. Er selbst könne sich jedoch nicht vorstellen, wie überhaupt jemand glauben könne, dass etwas so Offensichtliches, dass ein Junge ein Junge sei und sich in einen Mann entwickeln müsse, infrage gestellt sein könnte. Das brachte er auch mit der Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Bisexuellen in Verbindung: "Transgenderismus" sei Teil einer breiteren Zurückweisung der sexuell-komplimentären Schöpfung von Mann und Frau.

Chaput fiel mehrfach mit homofeindlichen Äußerungen auf

Charles Chaput fiel in den vergangenen Jahren mehrfach mit homofeindlichen Äußerungen auf. 2018 hatte er sich etwa dafür ausgesprochen, in Kirchendokumenten die Abkürzung LGBTI nicht zu verwenden, da einen Katholiken nicht der "sexuelle Appetit" definiere. Die Kirche unterteile nicht, so der Erzbischof (queer.de berichtete).

Dass sie sehr wohl unterteilt, es Chaput also wohl um etwas anderes gegangen sein dürfte, lässt sich aus einer Äußerung aus dem Vorjahr entnehmen. Da reagierte der Bischof auf den Jesuitenpater James Martin, der unter anderem mit dem Buch "Buildung Bridges" zum Respekt gegenüber Homosexuellen aufgerufen hatte. Wenn die Bibel wahr sei, dürfe die Kirche Menschen in "unkeuschen Beziehungen" nicht nur Bestätigung entgegenbringen, sondern müsse sie auch zur "Wandlung" bewegen.

Im Jahr 2004 behauptete Chaput, es sei für einen Katholiken Sünde, den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry zu wählen. Der Grund: Ihm war die liberale Haltung der Partei zu Fragen von reproduktiven Rechten von Frauen und Homosexualität ein Dorn im Auge.



#1 PetterAnonym
  • 09.06.2021, 11:49h
  • Sollten die sich nicht lieber um die unzähligen Verbrechen in den eigenen Reihen kümmern, bevor die sich moralische Urteile über andere anmaßen?

    Oder wollen die damit bewusst von ihren eigenen Taten ablenken?

    Die Kirche wird sich echt niemals ändern...
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#2 Ja genauAnonym
  • 09.06.2021, 11:51h
  • Ist nicht die generelle Ablehnung der Idee eines Gottes nicht schon die größtmögliche Rebellion?
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#3 Ralph
#4 Ja genauAnonym
  • 09.06.2021, 13:19h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Die Ablehnung der Idee eines Gottes ist eine Rebellion gegen den Verstand???

    Nun ja, würde ich persönlich jetzt nicht so unterschreiben und es war jetzt egtl auch nicht meine Intention deinen Glauben bzw Gläubige allgemein zu diskreditieren, aber:

    Wenn du "Ungläubigen" fehlenden Verstand vorwerfen möchtest wird das hier noch eine sehr interessante und unterhaltsame Kommentarspalte !

    *Popcorn aufsetzt
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#5 KacchanAnonym
  • 09.06.2021, 14:55h
  • Also ich fände es echt astrein, wenn diese Vögel andere Leute mit ihrem imaginären Freund in Ruhe lassen würden. Diese Menschen sollten doch bitte mal vor der eigenen Tür kehren.
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#6 N8EngelProfil
  • 09.06.2021, 15:50hWenden
  • Das interessante ist: die Position der Kirche zu geschlechtszuweisenden Operationen ist exakt komplimentär. Hier wünscht die Kirche, das man Gott ins Handwerk pfuscht. Mal wieder das typische die Vertreter dieser Hasssekte suchen sich immer die Position heraus, die ihnen gerade gefällt um gegen Minderheiten zu hetzen. QED.
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#7 Alexander_FAnonym
  • 09.06.2021, 16:10h
  • Ein kleines Gedankenspiel, das ich letztens gelesen habe: wenn Jesus aus unbefleckter Empfängnis entstanden ist, heißt das, dass er aus Parthenogenese entstanden ist. Nun sind die meisten parthenogenetischen Spezies rein weiblich und bekommen nur biologisch weiblichen Nachwuchs. Jesus wird aber dennoch durch gehend als "er" bezeichnet. Ist Jesus also ein Transmann?

    Oder aber ein anderes Szenario: Jesus hat zwei Väter (Gott und den heiligen Geist) und wurde von einer Leihmutter (Maria) zur Welt gebracht.

    Beide Szenarien werfen unheimlich große Fragen für die Theologie auf, die noch nicht hinreichend beantwortet wurden.
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#8 PhoebeEuleAnonym
#9 JadugharProfil
#10 KratzbürsteAnonym
  • 09.06.2021, 18:23h
  • "[...] either the gods are there whether you believe or not, or exist only as a function of the belief, so either way you might as well ignore the whole business and, as it were, eat off your knees."
    -- Terry Pratchett, Reaper Man
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