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Sex und Drogen

Doku über schwule Chemsex-Party emotionalisiert im Netz

Der Film "Chemsex – Warum einige Schwule auf Drogen Sex haben" des Y-Kollektivs wurde innerhalb von einer Woche über 350.000 Mal aufgerufen. Die Redaktionsleiterin lobt ihn als "eine der mutigsten Reportagen" der letzten Jahre.


Die Reportage begleitet das schwule Berliner Ehepaar Tadzio und Wolf in einer Nacht voller Sex und Drogen

Im wahrsten Sinne hautnah: Seit Tagen ruft eine Doku des Y-Kollektivs über das selten öffentlich diskutierte Thema "Chemsex" starke Reaktionen hervor. In dem Video bei Youtube geht es um Sex auf Drogen. Hunderttausendemal wurde der Film von Nico Schmolke und Philipp Katzer in der ersten Woche angeklickt. Auch queer.de hatte ihn am 4. Juni als Video des Tages veröffentlicht. Youtube lässt aus Jugendschutzgründen kein direktes Einbetten mehr zu.

Sexuelle Befreiung mittels Drogenkonsum

Die Redaktion Y-Kollektiv sitzt in Bremen bei der Firma Sendefähig und ist Teil des öffentlich-rechtlichen Inhalte-Angebots funk. Sie hat seit 2016 etwa 280 Reportagen online gestellt.

Redaktionsleiterin Lea Semen sagt der Deutschen Presse-Agentur, dass sie das Chemsex-Video für "eine der mutigsten Reportagen" der letzten fünf Jahre halte. In dem 30-minütigen Video erzählt das schwule Berliner Männerpaar Tadzio und Wolf offen von seiner Suche nach sexueller Befreiung mittels Drogenkonsum. Die Reporter und das Publikum bekommen intime Einblicke – Motto: Verstehen, ohne zu verurteilen. Es geht um Orgien, Hemmungslosigkeit und das Verschieben von Grenzen.

Die meisten Reaktionen auf die Chemsex-Doku sind sehr emotional, viele loben die Offenheit der Reporter und Protagonisten. Ausgespielt wird sie über funk von ARD und ZDF, das sich an 14- bis 29-Jährige richtet, wobei das Y-Kollektiv Leute von 24 bis 29 ansprechen will.

Sex unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen

Mit "Chemsex" ist (meist stundenlanger) Sex unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen gemeint wie etwa Kokain, Ketamin, Marihuana, Liquid Ecstasy (GHB), Ecstasy (MDA oder MDMA) oder Crystal Meth (in Szenekreisen oft als "Tante Tina" bezeichnet). Das Phänomen ist seit Jahren vor allem in Metropolen wie New York, Los Angeles, London, Madrid, Mailand, Paris, Wien, Zürich oder auch Berlin Thema bei Schwulen beziehungsweise MSM – also Männern, die mit Männern Sex haben. Dabei spielt oft auch die Geschlechterrolle des stets geilen, immer könnenden Kerls eine Rolle und der Druck, den sich Männer gegenseitig machen. Genau dies wird im Video auch thematisiert.

In den ersten sieben Tagen bis Donnerstag hatte die Reportage "Chemsex – Warum einige Schwule auf Drogen Sex haben" bei Youtube schon mehr als 350.000 Aufrufe. Das sind in etwa genausoviele wie die zwei Jahre alte Y-Kollektiv-Doku "Rassismus an Clubtüren? Haben es ausländisch aussehende Männer schwerer reinzukommen?". Andere Dokus haben nach einigen Jahren Millionen Abrufe, darunter "Die Sucht nach Pornos". (cw/dpa)



#1 JohnZAnonym
  • 10.06.2021, 06:46h
  • Sex ist nicht grundsätzlich schlecht, aber wer glaubt seine Lebebserfüllung in Hedonismus finden zu können, irrt sich. Diese Leute sind nicht zu beneiden.
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#2 TrekieAnonym
#3 JannAnonym
  • 10.06.2021, 08:53h
  • Ich verstehe nicht ganz was Tadzio unter "Befreiung" versteht. Eine Abhängigkeit wäre das Gegenteil davon.

    Ich sehe da zwei Leute mit einem Sack voller Probleme, die sie versuchen weg zu quatschen.
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#4 TinoAnonym
#5 LegatProfil
  • 10.06.2021, 19:21hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #1 von JohnZ
  • "Sex ist nicht grundsätzlich schlecht, aber wer glaubt seine Lebebserfüllung in Hedonismus finden zu können, irrt sich. Diese Leute sind nicht zu beneiden."

    Möchtest du deine Behauptungen auch begründen?
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#6 LegatProfil
#7 Jack not rippedAnonym
  • 10.06.2021, 22:23h
  • Es gibt eine ähnliche Doku aus UK,die mich schon eine zeitlang beschäftigt hat. Erst zuballern,nach stundenlangen Orgien mit hohem Risiko, schwer zu ertragen und für mich abschreckend. Warum müssen es immer diese Extreme sein? Natürlich zieht man sich ab 45 etwas zurück, ich möchte nicht ständig gedisst werden wegen Alter, Gewicht oder lichter Haarpracht. Wäre schöner zu zweit, aber ich lehne Chemsex und deren teilweise selten dämlichen Anhänger rigoros ab!
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#8 AxelAnonym