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Polizeibericht

Berlin: Koreaner rassistisch und homophob beleidigt und geschlagen

In Schöneberg haben vier Männer offenbar aus Hass einen Berlinbesucher attackiert.


Der Vorfall ereignete sich am U-Bahnhof Rathaus Schöneberg (Bild: Miguel Angel Sanchez Rubio / flickr)

  • 10. Juni 2021, 08:13h 6 2 Min.

Vier bislang unbekannte Männer haben am Mittwoch einen Mann in Schöneberg rassistisch und homophob beleidigt und geschlagen. Der 35-jährige südkoreanische Berlinbesucher erschien auf der Wache eines Polizeiabschnittes und zeigte an, dass er gegen 21.15 Uhr auf einer Wartebank auf dem U-Bahnhof Rathaus Schöneberg saß, als vier Männer zu ihm gekommen sein und ihn gefragt haben sollen, ob er Chinese sei. Er fragte daraufhin zurück, woher sie selbst kämen, woraufhin zwei der Männer geäußert haben sollen, dass sie Türken seien. Im weiteren Verlauf sollen ihn die Vier zunächst fremdenfeindlich, später auch homophob beleidigt haben.

Ein Mann des Quartetts soll sich ihm dann genähert und ihm ins Gesicht geschlagen haben, woraufhin auch die drei übrigen zugeschlagen und zugetreten haben sollen. Als sie von ihm abließen, flüchteten die Tatverdächtigen in unbekannte Richtung.

Durch den Angriff wurde der 35-Jährige leicht im Gesicht und an einem Bein verletzt. Zudem soll auch dessen Brille beschädigt worden sein. Die Polizist*­innen der Dienststelle veranlassten die Sicherung der Videoaufzeichnungen des Bahnhofes und boten dem Angegriffenen die Alarmierung von Rettungskräften zur medizinischen Behandlung an.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie der fremdenfeindlichen und homophoben Beleidigung führt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt. Die Behörde wird in Berlin stets bei Fällen eingeschaltet, in denen Hass als Tatmotiv vermutet wird.

Die Hauptstadt-Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Erst Anfang der Woche haben Expert*innen bei einer Sachverständigenanhörung im Innenausschuss des Bundestages Initiativen der Opposition unterstützt, auf Bundesebene besser gegen LGBTI-feindliche Hasskriminalität vorzugehen (queer.de berichtete). (pm/cw)

-w-

#1 MarvinMAnonym
  • 10.06.2021, 10:29h
  • Tja, das verwundert mich nicht. Ich wurde auch mehrmals schon angegriffen. In Deutschland fühle ich mich langsam nicht mehr sicher.

    Das war aber auch absehbar.
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#2 Taemin
  • 10.06.2021, 12:00h
  • Abscheulich. Gerade dieser Tage habe ich im TV eine Doku über antiasiatischen Rassismus in Deutschland gesehen und war entsetzt. Dass Rassismus in der öffentlichen Wahrnehmung auf Feindseligkeit gegen Menschen dunkler Hautfarbe begrenzt gesehen wird, ist ein grober Fehler, dem ich auch aufgesessen bin. In dieser Doku ging es auch darum, dass Männer ostasiatischer Herkunft oder Abstammung regelmäßig schon vom Äußeren her nicht das Macho-Bild der Männlichkeit erfüllen, das in rassistischen Kreisen üblich ist. Insoweit wundern da weder Täter noch Opfer.
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#3 audeasAnonym
  • 10.06.2021, 14:17h
  • Antwort auf #2 von Taemin
  • Antiasiatischer Rassismus war schon immer allgegenwärtig in Deutschland, in der weißen schwulen Szene selbstverständlich auch - ich würde sogar behaupten dort ganz besonders.
    Die Verwunderung über die Existenz von antiasiatischem Rassismus als ein scheinbar neues Phänomen finde ich sehr irritierend.
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