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Streit um Buch "Die Selbstgerechten"

Mitglieder der Linken beantragen Wagenknechts Parteiausschluss

Mit ihren Attacken u.a. auf "immer skurrilere Minderheiten" habe Sahra Wagenknecht der Partei "schweren Schaden" zugefügt, kritisieren Genoss*innen. Die NRW-Schiedskommission wird in Kürze entscheiden.


Sahra Wagenknecht tritt im September erneut als Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen zur Bundestagswahl an (Bild: Ferran Cornellà / wikipedia)

Mehrere Mitglieder der Linkspartei haben ein Parteiausschlussverfahren gegen Sahra Wagenknecht bei der nordrhein-westfälischen Landesschiedskommission beantragt. Eine Parteisprecherin bestätigte am Donnerstag in Düsseldorf den Vorgang. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet.

Wagenknecht kann Entscheidung anfechten

Begründet wird der Antrag laut "Spiegel" damit, dass Wagenknecht der Partei "schweren Schaden" zugefügt habe. Der mehrseitige Antrag beschäftige sich vor allem mit Wagenknechts neuem Buch "Die Selbstgerechten", hieß es von Seiten der Partei. Wegen des Buchs steht Wagenknecht bei der Linken seit Wochen in der Kritik. Gegner sehen es als Abrechnung Wagenknechts mit ihrer eigenen Partei. Wagenknecht ist Spitzenkandidatin der NRW-Linken für den Bundestag.

Laut der Parteisprecherin wird die Schiedskommission in den kommenden Tagen über den Antrag entscheiden. Sollte das Gremium in NRW den Ausschluss befürworten, könnte Wagenknecht laut "Spiegel" die Entscheidung vor der Bundesschiedskommission anfechten. Danach bliebe ihr immer noch der Gang vor ein normales Gericht.

In ihrem Buch lässt Wagenknecht kein gutes Haar an der eigenen Partei

In ihrem Buch "Die Selbstbgerechten" beklagt die ehemalige Oppositionsführerin im Bundestag unter anderem, dass die politische Aufmerksamkeit auf "immer skurrilere Minderheiten" gelenkt werde, "die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein." Als Beispiel für solche "Marotten" nennt sie sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Ethnie (queer.de berichtete).

Posted by Frank Laubenburg on Thursday, April 8, 2021
Facebook / Frank | Der Chef von Die Linke.queer bezeichnete sich als Reaktion auf Wagenknechts Buch in sozialen Medien als "skurrile Minderheit"
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Das Buch enthält etliche weitere Stellen, die kritisiert werden: So lässt die Politikerin kein gutes Haar an ihrer eigenen Partei, lobt aber die "couragierte Sozialpolitik" der queerfeindlichen polnischen Regierungspartei PiS. Außerdem macht sich Wagenknecht über Teilnehmer*innen von CSD-, "Fridays for Future"- oder "Black Lives Matter"-Demos lustig: Es sei "nicht erstaunlich, dass Lifestyle-Linke fast immer unter sich bleiben, wenn sie auf die Straße gehen. Und zwar ganz gleich, ob sie für das Klima, für LGBTQ+ oder gegen Rassismus demonstrieren". Bei Demos der Corona-Leugner*innen, bei denen schon mal Regenbogenfahnen zerrissen werden, sieht Wagenknecht hingegen eine große Zahl "unzufriedener Normalbürger".

Im vergangenen Monat stimmten Wagenknecht und drei weitere Mitglieder der Linksfraktion im Bundestag gegen ein Selbstbestimmungsgesetz für trans- und intergeschlechtliche Menschen (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 KenshiroProfil
#2 KaiJAnonym
  • 11.06.2021, 08:56h
  • Wenn die Linke eine soziale Partei sein will, dann muss sie Wagenknecht mit ihren Angriffen auf die grundsätzlichen sozialen Rechte ausschliessen.
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#3 KaiJAnonym
  • 11.06.2021, 09:22h
  • Wer Wagenknecht kürzlich bei Anne Will erlebt hat, konnte sehen, wie sie sich nur kurz in sozialer Hinsicht zum rechtsextremen AfDler in Widerspruch setzte, um dann um so heftiger gegen Umwelt und Gender Position zu beziehen. Mensch sah sie wohl schon umfänglich in der AfD angekommen. Habeck setzte ihren Ausfällen ein Ende, als sie das Wort Gender umfassender wohl wieder für Hetze in den Mund nehmen wollte, und fuhr ihr wohlweislich über den diesen.
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#4 TrekieAnonym
  • 11.06.2021, 10:00h
  • Es ist bei der auch einfach völlig klar in welche Partei die eigentlich gehört. Eine "Linke" die rechte Positionen vertritt, Naziparteien im Ausland lobt und Nazis im Inland als "besorgte Bürger" verharmlost ist einfach mal keine linke. Aber das gilt für die die Partei insgesamt, die sind eher mäßig links und mehr Putins Lobbygruppe im Bundestag - klar sind da dann auch solche braunen Gestalten vertreten
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#5 myysteryAnonym
  • 11.06.2021, 10:17h
  • Das Problem von SPD, Gründen und Linken ist doch, dass sie alle dasselbe sein wollen und es aber nur zu den Grünen passt. Daher sind sowohl Linke als auch SPD keine wahrnehmbare politische Größe mehr. Der Abstieg der Linken in den ostdeutschen Bundesländern, ohne jeden ausgleichenden Aufstieg im Westen, nimmt Züge an, die an die SPD im Bund erinnern und existenzgefährdend sind. Sich dann an solchen innerparteilichen Streitigkeiten zu ergötzen, ist absurd.

    So wird man nie Mehrheiten jenseits der Union erzielen und die CDU wird dieses Land endlos reagieren. Wobei ich das Gefühl nicht los werde, dass der Grünenführung eine Koalition mit der CDU ohnehin am liebsten ist. Kretschmann ist da wieder Vorreiter.
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#6 Ralph
  • 11.06.2021, 10:19h
  • Frau Wagenknecht ist das beste Beispiel dafür, dass Rechts- und Linksextremismus ineinanderfließen, und ihre Partei zieht sie mit, sonst hätte die sie nicht zur Spitzenkandidatin auf der Liste des bevölkerungsreichsten Bundeslandes gewählt.
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#7 StaffelbergblickAnonym
  • 11.06.2021, 10:41h
  • Linke aus der Linken möchten Wagenknecht raus haben ... Hervorragende Entscheidung im Wahlkampf. Wenn die Partei jetzt anfängt, die Wagenknecht auf die Abschußliste zu setzen und damit einen medialen Zirkus initiiert ... dann ist doch klar wohin das führt: Wagenknecht gegen Linke, Linke gegen Linke, Linke gegen Wagenknecht ... äh gab es da mal ein Parteiprogramm, mi dem in den Wahlkampf gezogen werden sollte??? Die gesellschaftlich relevanten Fragen werden durch diesen Schaukampf in den Hintergrund geschoben. Denn in den Medien sind "Ehestreitigkeiten" viel interessanter, als so ein tröges Wahlprogramm
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#8 SybilleAnonym
  • 11.06.2021, 11:41h
  • Wir leben auf einer Kugel, und wenn man lange genug nach links geht, kommt man rechts wieder raus. Bei einer Partei wie der Linken, in der sich noch viele stockkonservative Altstalinisten finden, paßt das schon sehr gut.
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#9 AtreusProfil
#10 Alexander_FAnonym
  • 11.06.2021, 14:23h
  • Wenn sich ein politischer Hinterbänkler wie Boris Palmer bei den Grünen gegen Parteimitglieder und die Prinzipien seiner Partei wendet, ist das eine Sache. Wenn aber wie im Fall Wagenknecht ein führendes Parteimitglied faktisch zur extremen Rechten überläuft, ist der politische Schaden verheerend und ein Ausschluss lange überfällig.
    Soll sie sich doch mit Palmenboris bei den Blauen ausheulen. Sie hat mit ihrem Machwerk hinreichend bewiesen, dass sie zu deren Weltanschauung bestens passt.
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