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"Eine Katastrophe und ein Skandal"

Facebook sperrt Seite des Schwulen Museums

Mitten im Pride-Monat legt Facebook die Seite des Schwulen Museums lahm. Grund sind recht harmlose Bilder, auf denen zum Teil unbekleidete Frauen zu sehen sind.


Das Schwule Museum ist auf Facebook derzeit unsichtbar

Zu Update springen: Facebook hebt Sperrung auf (15.10 Uhr)

Facebook hat am Donnerstag die Präsenz des Schwulen Museums gesperrt. Wie das 1985 gegründete Berliner Museum mitteilte, sei der Grund für die Maßnahme ein geplanter, bislang noch unveröffentlichter Eintrag mit Fotografien der südafrikanischen Künstlerin Zanele Muholi gewesen. Darauf sind zwei unbekleidete Schwarze Frauen zu sehen, allerdings keine Genitalien oder sexuelle Handlungen.

"Das reichte, um die Facebook-Zensoren in Wallung zu bringen", empörte sich das Schwule Museum. "Nachdem Facebook den für kommenden Montag geplanten Post zunächst mit der Meldung versah, dass er gegen 'Gemeinschaftsstandards zu Nacktdarstellungen' verstoße, wurde das gesamte Konto des Museums auf 'nicht öffentlich' gestellt." Das Museum habe noch die Gelegenheit bekommen, sich über einen entsprechenden Button über die Entscheidung zu beschweren. Danach sei die Seite am Abend nicht mal mehr für die Administrator*innen zugänglich gewesen.


Dieses Bild wertete Facebook als Verstoß gegen die Gemeinschaftsregeln (Bild: Ralf Rühmeier / SMU)

"Für uns ist diese Entscheidung gleichzeitig eine Katastrophe und ein Skandal", sagt Museums-Sprecher Daniel Sander. Er beklagte, dass das größte soziale Netzwerk queere Kunst ausgerechnet während des Pride-Monats ausblende.

"Die haben uns noch nicht mal eine E-Mail geschickt"

Im Moment bleibe dem Museum nichts anderes übrig, als abzuwarten, ob Facebook die Entscheidung zurücknehme. Eine direkte Kommunikation sei laut Sander nicht möglich: "Die haben uns noch nicht mal eine E-Mail geschickt."

Twitter / GayMuseum
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Hisoriker Ben Miller von der Freien Universität Berlin, der auch im Vorstand des Schwulen Museums sitzt, erklärte in englischer Sprache auf Twitter: "Es ist kein Zufall, dass queere Schwarze Frauen, trans und nicht-binäre Menschen, die von einer nicht-binären Schwarzen Person fotografiert worden sind, diese Reaktion hervorrufen. (Im Gegensatz zu oberkörperfreien weißen Bürschchen und Muskel-Schwestern, mit denen Facebook und Instagram gerne Werbung verkauft)."

Twitter / benwritesthings
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Das Schwule Museum wurde 1985 als weltweit erstes seiner Art gegründet, um der Geschichte und Kultur schwuler Männer eine Heimat zu geben. Seitdem hat sich das Haus für die gesamte queere Community geöffnet und zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum für die Erforschung, Bewahrung und Präsentation der Kultur und Geschichte queerer Menschen und sexueller und geschlechtlicher Vielfalt entwickelt.

Facebook hat in der Vergangenheit immer wieder Profile gesperrt, wenn dem amerikanischen Unternehmen veröffentlichte Bilder als zu obszön erschienen. Zuletzt wehrte sich der Flensburger LGBTI-Aktivist Amed Sherwan erfolgreich gegen eine Sperrung: Facebook hatte ein Bild bemängelt, das eine Fotomontage mit einem schwulen Kuss vor der Kaaba in Mekka zeigte (queer.de berichtete). Das Landgericht Flensburg gab Sherwan im März Recht und erklärte, dass angebliche Verstöße gegen Gemeinschaftsregeln keineswegs ausreichten, um auf Social-Media-Plattformen Inhalte zu löschen oder Profile zu deaktivieren (queer.de berichtete). (dk)

 Update  15.10 Uhr: Facebook hebt Sperrung auf

Nach Überprüfung des Einspruchs ist das Facebook-Konto des Schwulen Museums nicht länger gesperrt. Im ersten Eintrag nach der Entsperrung heißt es: "Vielen Dank für eure großartige Unterstützung und Solidaritätsbekundungen!"

Wir sind wieder zurück! ? Nach einer vorübergehenden Sperrung unseres Facebook-Kontos seit Donnerstagabend können wir...

Posted by Schwules Museum on Friday, June 11, 2021
Facebook / Schwules Museum
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#1 swimniAnonym
  • 11.06.2021, 11:27h
  • deshalb und wegen vieler anderer gründe kommt facebook in meinem leben nicht vor, ich vermisse nichts.
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#2 SybilleAnonym
  • 11.06.2021, 11:37h
  • Was soll das aufgeregte Getute um Fakebook. Das ist ein privatwirtschaftlicher Dienstleister, der nach eigener Willkür handelt, und kein der Öffentlichkeit gehörender Raum. Statt über den Laden zu jammern, nutzt ihn doch einfach nicht mehr und emanzipiert euch mal davon.
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#3 Pu244Anonym
  • 11.06.2021, 11:44h
  • Es sollte bekannt sein, dass Facebook da sehr prüde ist und weibliche Brüste nicht toleriert. Damit hatten schon Antibrustkrebsinitiativen massive Probleme, da sie nicht zeigen konnten, wie Frau Brustkrebs erkennen kann. Die Lösung war recht originell, vor die Frau hat sich im Video plötzlich ein korpulenter Mann gestellt und dort wurde dann gezeigt, wie Mann und Frau es richtig machen können.

    Youtube ist da z.B. toleranter und erlaubt auch Videos mit Altersbeschränkung.
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#4 PiakAnonym
#5 Stefan84Anonym
  • 11.06.2021, 12:42h
  • >"keine Genitalien oder sexuelle Handlungen"

    Das ist für normale Menschen die Grenze. Amerikaner rasten aber schon bei Brüsten und weiblichen Nippeln vollkommen aus
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#6 HexeAnonym
#7 Lieschen BilleAnonym
  • 11.06.2021, 14:57h
  • Antwort auf #2 von Sybille
  • Was natürlich nichts, aber auch rein gar nichts am Verhalten von Facebook ändern würde und selbstverständlich keinen fortschrittlichen gesellscahftlichen Dialog nach sich ziehen würde. Aber genau das scheint dein Ziel zu sein.
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#8 Ja genauAnonym
  • 11.06.2021, 15:14h
  • Antwort auf #4 von Piak
  • Irrelevanz?????

    Facebook hat einen Börsenwert von 766 Milliarden Dollar, zu Facebook gehören Instagram, Oculus und WhatsApp. Nur weil du das alles nicht nutzt ist das doch weit entfernt davon auch nur ansatzweise Irrelevant zu sein.

    Und sorry, es ist ja allmählich hinreichend bekannt das Facebook in Sachen Nacktheit schlicht sehr strikt ist, dann brauch man sich auch nicht wundern, man hätte ja durchaus anstatt die Bilder direkt zu posten einfach einen link auf die eigene Website einfügen können.

    Ham se selbst verkackt, sry
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#9 AtreusProfil
  • 11.06.2021, 15:58hSÜW
  • Dafür kann es ja nur drei logische Erklärungen geben:

    1. Facebook nutzt einen ähnlich queerphoben und rassistischen Algorithmus wie Twitter, der bei letzterem beisplw. immer People of color aus den Bildern schneidet, um ausschließlich weisse in der Vorschau zu zeigen.

    2. Facebook zensiert analog zu TikTok oder Youtube vollkommen bewusst und programmatisch queere Inhalte und reagiert nur dann, wenn der Fall in der Öffentlichkeit stattfindet und relevante Größe hat.

    3. Facebook setzt unqualifizierte Mitarbeiter ein, die unfähig sind solche Entscheidungen zu treffen oder die sie ganz bewusst aus persönlicher Überzeugung heraus (=religiös?) treffen und dann nachträglich einer Korrektur bedürfen.
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#10 Ja genauAnonym
  • 11.06.2021, 16:26h
  • Antwort auf #9 von Atreus
  • Nein, Nacktheit wird erstmal durch einen Algorithmus erkannt und zensiert! Menschlich ist es gar nicht möglich die Menge an Posts durchzugehen.

    Grund: Facebook und instagram sind öffentliche Plattformen auf denen jeder Posten kann, dh es müssten Maßnahmen getroffene werden um die Verbreitung von Bildern nackter minderjähriger, rachepornos etc zu unterbinden. Daher zum Glück diese Maßnahmen. Woher soll jedoch der Algorithmus oder der Mensch nun wissen ob die Person auf dem Bild 17 oder 18 ist, woher sollen sie wissen das die Person auf dem Bild Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung gegeben hat ??

    Daher müssen alle User beim anlegen eines Kontos die Richtlinien akzeptieren! Wen das stört soll auf eine andere Plattform wechseln.

    Pornhub hat diese Maßnahmen schleifen lassen und musste knapp 80% (!!!!) des geuploadeten Materials löschen müssen, eben weil es tausende Fälle von rachepornos, pädomaterial und Vergewaltigungen gab und wären dadurch (zu recht) beinahe pleite gegangen!

    Facebook hat das alles schon oft und deutliche kommuniziert, ich verstehe nicht was darin so schwer zu verstehen ist!
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