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Katholische Kirche
Nach Treffen mit Papst: Overbeck widerspricht Vatikan
Bei einem Besuch im Vatikan sprach sich der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck für die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren aus – und kritisierte damit die offizielle Linie.
- 12. Juni 2021, 03:14h 2 Min.
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich bei einem Besuch im Vatikan offen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gezeigt. Die katholische Kirche sei für alle ihre Mitglieder da, "auch für Homosexuelle", sagte Overbeck am Freitag nach einem Treffen mit Papst Franziskus. Auf die Frage, ob auch homosexuelle Paare gesegnet werden sollen, antwortete er: "Wieso nicht?".
Overbeck war in seiner Funktion als Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU (Comece) nach Rom gereist. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Comece wurde er vom Papst empfangen. Der Ruhrbischof äußerte sich außerdem besorgt über den Priestermangel in Deutschland. Overbeck schlug vor, auch verheiratete Männer als Priester zuzulassen.
Vatikan verbietet Segnungen von Homosexuellen
Der Vatikan hatte Mitte März klargestellt, dass er die Segnung lesbischer und schwuler Paare weiterhin ausschließt. "Sünde" könne nicht gesegnet werden, hieß es in einer Stellungnahme der Glaubenskongregation. Es sei nicht erlaubt, "Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe" zwischen einem Mann und einer Frau einschließen (queer.de berichtete).
Viele Katholik*innen in Deutschland reagierten enttäuscht auf die Stellungnahme und auch zwischen liberalen und konservativen Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland ist das Thema umstritten. Am 10. Mai hatten katholische Gemeinden bundesweit sogenannte Segnungsfeiern "für alle Liebenden" veranstaltet. Die Aktion richtete sich unter anderem an Lesben und Schwule und setzte sich demonstrativ über die Haltung des Vatikans hinweg (queer.de berichtete).
Haltung gegenüber Lesben und Schwulen total verändert
Franz-Josef Overbeck ist seit 2009 Bischof von Essen. Seitdem hat er einen erstaunlichen Wandel in seiner Haltung gegenüber Lesben und Schwulen vollzogen. 2010 sagte er noch in der ARD-Talkshow "Anne Will", dass Homosexualität der Natur widerspreche (queer.de berichtete). Später traf er sich mit LGBTI-Aktivist*innen und äußerte sich seither deutlich freundlicher.
Vor zwei Jahren stellte Overbeck etwa das priesterliche Schwulenverbot in Frage (queer.de berichtete). Daraufhin outete sich ein Priester aus Hamm und wurde nicht entlassen (queer.de berichtete). Zuletzt hatte Oberveck im März in einem Brief an alle Pfarreien im Bistum Essen eine "ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität" durch die katholische Kirche verlangt (queer.de berichtete). (cw/AFP)
















Und da Geld und Macht für die das Wichtigste ist, wird dann auch gerne mal der jahrzehntelang gepredigte Hass hintangestellt.