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Katholische Kirche

Nach Treffen mit Papst: Overbeck widerspricht Vatikan

Bei einem Besuch im Vatikan sprach sich der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck für die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren aus – und kritisierte damit die offizielle Linie.


Franz-Josef Overbeck ist seit 2009 Bischof von Essen (Bild: Olaf Kosinsky / wikipedia)

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich bei einem Besuch im Vatikan offen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gezeigt. Die katholische Kirche sei für alle ihre Mitglieder da, "auch für Homosexuelle", sagte Overbeck am Freitag nach einem Treffen mit Papst Franziskus. Auf die Frage, ob auch homosexuelle Paare gesegnet werden sollen, antwortete er: "Wieso nicht?".

Overbeck war in seiner Funktion als Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU (Comece) nach Rom gereist. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Comece wurde er vom Papst empfangen. Der Ruhrbischof äußerte sich außerdem besorgt über den Priestermangel in Deutschland. Overbeck schlug vor, auch verheiratete Männer als Priester zuzulassen.

Vatikan verbietet Segnungen von Homosexuellen

Der Vatikan hatte Mitte März klargestellt, dass er die Segnung lesbischer und schwuler Paare weiterhin ausschließt. "Sünde" könne nicht gesegnet werden, hieß es in einer Stellungnahme der Glaubenskongregation. Es sei nicht erlaubt, "Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe" zwischen einem Mann und einer Frau einschließen (queer.de berichtete).

Viele Katholik*innen in Deutschland reagierten enttäuscht auf die Stellungnahme und auch zwischen liberalen und konservativen Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland ist das Thema umstritten. Am 10. Mai hatten katholische Gemeinden bundesweit sogenannte Segnungsfeiern "für alle Liebenden" veranstaltet. Die Aktion richtete sich unter anderem an Lesben und Schwule und setzte sich demonstrativ über die Haltung des Vatikans hinweg (queer.de berichtete).

Haltung gegenüber Lesben und Schwulen total verändert

Franz-Josef Overbeck ist seit 2009 Bischof von Essen. Seitdem hat er einen erstaunlichen Wandel in seiner Haltung gegenüber Lesben und Schwulen vollzogen. 2010 sagte er noch in der ARD-Talkshow "Anne Will", dass Homosexualität der Natur widerspreche (queer.de berichtete). Später traf er sich mit LGBTI-Aktivist*innen und äußerte sich seither deutlich freundlicher.

Vor zwei Jahren stellte Overbeck etwa das priesterliche Schwulenverbot in Frage (queer.de berichtete). Daraufhin outete sich ein Priester aus Hamm und wurde nicht entlassen (queer.de berichtete). Zuletzt hatte Oberveck im März in einem Brief an alle Pfarreien im Bistum Essen eine "ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität" durch die katholische Kirche verlangt (queer.de berichtete). (cw/AFP)



#1 Julian SAnonym
  • 12.06.2021, 14:57h
  • Es wundert mich überhaupt nicht, dass die deutschen Pfaffen sich plötzlich so liberal geben. Denn gerade in Deutschland verliert die Kirche massiv Mitglieder und das gefährdet dann auch den eigenen Job.

    Und da Geld und Macht für die das Wichtigste ist, wird dann auch gerne mal der jahrzehntelang gepredigte Hass hintangestellt.
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#2 Taemin
#3 YannickAnonym
  • 12.06.2021, 17:45h
  • Antwort auf #2 von Taemin
  • Ja, auch ich gestehe jedem zu, dass er dazu lernt und seine Meinung ändert.

    Aber dann muss man auch Konsequenzen ziehen. Da genügt es dann nicht, einfach so zu tun, als würde man sich für Veränderung einsetzen, aber dann bleibt man aus Eigennutz dennoch Mitglied dieses homophoben Vereins.

    Denn jeder, der dort noch Mitglied ist, unterstützt deren Positionen auch direkt oder indirekt.
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#4 YannickAnonym
  • 12.06.2021, 17:47h
  • Selbst wenn es irgendwann solche "Segnungen" geben würde, wäre das nur der verzweifelte Versuch, sich ein liberales Image zu geben, obwohl man weiterhin diskriminiert.

    Denn echte Gleichstellung zu Heteros wäre nur die Eheöffnung. Alles, was nicht 100% Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung.
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#5 KallewirschProfil
  • 13.06.2021, 09:44h51145 Köln
  • Ist es denn schon Sünde Schwul oder lesbisch zu sein ? Gott hat alle Menschen erschaffen also auch sieh. Laut des Vatikans ist Gott ja dann auch fehlbar, weil er die Sünde ja mit erschaffen hat. das wäre für mich die Logik aus der Stellungnahme des Vatikan...Irgendwie merkwürdig wo er doch gleichzeitig propagiert das Gott unfehlbar ist. Also ist Gott doch fehlbar ,aber der Papst wiederum in allen Glaubensfragen unfehlbar ? Sorry das ich diese Logik nicht verstehen kann und auch will. Gott hat alle Menschen erschaffen egal welche sexuelle Orientierung sie haben oder nicht. Nicht die homosexuellen begehen eine Sünde sondern diejenigen die sie verdammen und als Sünder abstempeln. Anderseits tut dieser Papst so als würde er auch die Homosexuellen akzeptieren, andererseits verdammt und verurteilt er sie. Was für ein Widerspruch schon an sich ? Für mich ist Gott und sein Werk unfehlbar, dazu gehört das er alle Menschen erschaffen hat, egal welcher Hautfarbe ,sexueller Orientierung ja sogar Menschen die zwei Geschlechter haben. Sind letztere dann Teufelswerk ? Nein und nochmals nein, Gott liebt alle seine Kinder auf die gleiche Art und Weise und da er der Schöpfer ist und nicht der Papst kann auch Liebe unter zwei Männern oder auch Frauen keine Sünde sein. Aber es ist auch Sünde für mich wenn Priester Kinder missbrauchen die Kirche es vertuscht und diese Priester weiterhin ihr Amt ausüben dürfen. Nicht die Menschen die sich untereinander lieben weil sie anders sind, sind die Sünder sondern die Katholische Kirche , weil sie das wahre Christentum verleugnet und Menschen brandmarkt die anders sind. Zum Glück gibt es noch Männer wie Bischof Overbeck In der Kirche. Ansonsten soll sich diese auch mal fragen warum immer mehr aus ihr austreten ? Das Verhalten der Kirche und des Vatikans dessen Oberhaupt der Papst ist, ist für mich schlichtweg schon eine Todsünde und von diesem Standpunkt rücke ich keinen Millimeter ab. Wenn dieser Papst einen Funken Ehrgefühl in seinem Leib hat , sollte er nach dieser Diskriminierung von Menschen nur weil sie anders Lieben auf der Stelle zurücktreten weil er nicht würdig ist der Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein !!!
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#6 ScheinheiligkeitAnonym
  • 13.06.2021, 10:46h
  • Antwort auf #4 von Yannick
  • Volle Zustimmung.

    Seit langem segnet die Kirche Tiere, Kuscheltiere und andere Spielsachen, Fahrzeuge, Gebäude, etc. und sogar Waffen.

    Und dann wollen die uns mit sowas abspeisen, was es für so ziemlich alles gibt? Damit wollen die sich liberal geben und davon ablenken, dass es echte Gleichstellung (Eheöffnung) immer noch nicht gibt und mit dieser Kirche auch nie geben wird.

    Nein, selbst wenn die uns irgendwann ganz offiziell segnen dürften, wäre das immer noch Diskriminierung.

    Diese Segnungen, die es für so ziemlich alles gibt, können die sich gerne behalten, selbst wenn es die irgendwann auch für uns geben sollte.
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#7 dellbronx51069Anonym
  • 13.06.2021, 11:19h
  • Schon das Argument Homosexualität sei gegen die Natur ist an sich der Schwachsinn per se. Kann mir bitte von diesen Herrschaften mal jemand erklären wo Kirche in der Natur vorkommt.
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#8 SebiAnonym
  • 13.06.2021, 11:31h
  • Ehrlich gesagt, kann ich generell nicht verstehen, warum manche Leute das OK anderer für ihr Leben, ihre Gefühle und ihre Liebe brauchen...

    Aber wenn man schon meint, das zu brauchen, würde ich mich generell nicht mit so einer Anerkennung zweiter Klasse abfinden.

    Aber am besten ist es natürlich, wenn man sich von diesem menschenverachtenden, unchristlichen Verein befreit, ein selbstbestimmtes Leben führt und glücklich wird. Man kann auch seinen individuellen Glauben leben, ohne Mitglied einer Kirche zu sein.
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#9 Sven100Anonym
#10 Michael PAnonym
  • 13.06.2021, 16:34h
  • Ich finde diese Diskussion wo unfassbar überflüssig und lächerlich...wir reden hier von einer einfachen Segnung, ihr könnt mich wecken, wenn es um gleichgeschlechtliche Hochzeiten geht.
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