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Generation Z

Der erste Blowjob in der Schul-Mittagspause

Nacktfotos, Intimrasur, erste hetero- und homosexuelle Erfahrungen – selten wohl hört man so viele junge Menschen freizügig über Sex sprechen wie in der neuen arte-Doku "Die Lust am Vorspiel".


In der arte-Doku "Die Lust am Vorspiel" sprechen junge Menschen nicht nur über die schönen Seiten von Liebe und Leidenschaft (Bild: arte)

Nacktfotos, die der Freund an seine Kumpels weiterschickt. Der erste Blowjob in der Schul-Mittagspause, versteckt zwischen Büschen. Die Entdeckung der eigenen Homosexualität, die nicht nur in der Sport-Umkleidekabine zum Spießrutenlauf wird. Die arte-Dokumentation "Die Lust am Vorspiel" geht am Mittwochabend (16.6., 21.55 Uhr) dem Liebesleben der sogenannten Generation Z nach. Dabei greift der Film weit mehr Themen als nur das Vorspiel auf.

Rund eine Stunde lang erzählen sowohl Jugendliche als auch junge Erwachsene im Alter von 12 bis 23 Jahren von ihren ersten Erfahrungen mit Sexualität – positive wie negative. Überraschend freizügig sprechen sie dabei über Oralverkehr, Schamhaarrasur und Sexualität in Zeiten von Internet und Smartphones. Zum Schutz der Jüngsten werden nur die Töne gesendet, gezeigt werden collagenartige Illustrationen. Die Erwachsenen aber sind zu sehen. Sie reden meist unverklemmt über eigene Erlebnisse und darüber, welche Rolle Sex allgemein spielt.

"Das Vorspiel gehört den Heteros"

Manchmal klingt das recht abgebrüht: "Es ist wie mit dem Rauchen", sagt die 20-jährige Dounia etwa. "Irgendwann muss man eben seine erste Zigarette rauchen." Andere erzählen vom Versuch, sich zu beweisen, vom Prahlen im Freundeskreis oder von den körperlichen Veränderungen in der Pubertät und den damit einhergehenden Folgen: "Ich war schon auf dem Markt", erinnert sich Iris (21) an ihre Jugend. "Ich galt als eine, mit der man Sex haben kann." Und mal fehlt eine Ansprechperson, die bei dem Thema wirklich weiterweiß: Endet der hetero Akt zum Beispiel, wenn der Junge ejakuliert hat?

Doch die Befragten sprechen auch negative Themen an. Vergewaltigung und ob Frauen zu selten Sex ablehnen, wenn sie nicht wollen. Sex-SMS, die ab der sechsten Klasse verschickt werden. Oder Mobbing und ausbleibendes Verständnis bei Lesben und Schwulen. "Das Vorspiel, die Vorbereitung auf den Sex gehört den Heteros", sagt Basile. "Alle, die nicht der Norm entsprechen, werden ausgegrenzt." Damit meint der 19-Jährige nicht nur homosexuelle oder queere Menschen, sondern beispielsweise auch solche mit Behinderung. Oder all jene, die nicht den Körperidealen wie schlank und muskulös entsprechen.

Die Sprache ist locker. Meist ehrlich, selten pseudo-seriös. Penisse beispielsweise werden in der Regel als "Schwanz" bezeichnet, aber auch mal als "dieses Ding". So läuft die Doku von Julie Talon nicht Gefahr, wie ein Blick durch die Erwachsenenbrille zu wirken. Dass die Protagonist*innen frei und unkommentiert sprechen können, führt aber auch zu etwas Monotonie. Zumal ausschließlich Menschen aus Frankreich zu Wort kommen und für die deutsche Fassung somit permanent synchronisiert wird.

Auftakt zum Dokumentarfilm-Sommer bei arte

"Die Lust am Vorspiel" ist der Auftakt zum Dokumentarfilm-Sommer bei arte. Unter dem Motto "MenschenLeben" blickt der deutsch-französische Fernsehsender bis Ende August immer mittwochs auf verschiedene Facetten der Gesellschaft. In "#dreckshure" (23. Juni) untersuchen beispielsweise zwei Regisseurinnen Frauenfeindlichkeit und Gewalt gegen Frauen im Netz. Bei "Eltern eines Amokläufers" (30. Juni) geht es um die Beziehung von Eltern zu Kindern, die Schießereien an ihren Schulen begangen haben. Andere Themen sind etwa eine Regenbogenfamilie mit schwulen Vätern, Leihmutterschaft, iranische Frauen ohne Kopftuch und blinde Motorradfahrer.

Es gehe um individuelle Geschichten und intime Themen, "die unsere Gesellschaft bewegen", schreibt Arte dazu. "Die Dokumentarfilm-Reihe erzählt von Menschen, die vor großen Herausforderungen der Gegenwart stehen, Grenzen überschreiten und Schwierigkeiten überwinden."



#1 ElfolfProfil
  • 14.06.2021, 10:27hHamburg
  • Danke für den Tipp. Es ist sehr interessant, dass sich bisher Heute nichts verändert hat. Sex ist nur für die attraktive Hete da. Sobald Jungs und Mädchen von der Norm abweichen, egal ob äußerlich oder von ihren Neigungen, fühlen sie sich noch immer ausgegrenzt und brauchen Jahre, sich selbst akzeptieren zu können. Sehr eindrucksvoll, wie offen die jungen Leute hier darüber reden.
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#2 Ja genauAnonym
  • 14.06.2021, 11:06h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • Sprich mal nicht so verallgemeinernd, meine Erfahrung ist ne andere und ich bin da nicht alleine!

    Hier werden verschiedene Erfahrungen thematisiert, dh nicht das man diese einfach entsprechend auf alle Individuen einer "Gruppen" übertragen kann.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 14.06.2021, 11:37h
  • Schulzeit ... ich kann mich erinnern, das heftigste war immer nach dem Sportunterricht. Wer im Trainingsoutfit ankam, der hatte plötzlich seine Hose gerade noch oberhalb der Kniekehle. Von daher kann ich mich daran erinnern, dass ein sportliches Zwillingspaar im Winter immer lange weiße Unterhose trug :-). Und dann gab es noch einen, der zeigte am Schluß des Unterrichts seinen "MIttelfinger" .. und wir waren alle erstaunt, welches Ausmaß zu sehen war. Ich kann mich nicht erinnern, dass es deshalb irgendwelche Probleme untereinander gab .... Und meinen ersten Orgasmus hatte ich in einer "Schulklappe" mit einem gleichaltrigen Mitschüler. Als er seine Hand voll hatte von so einem "komischen weißen Zeugs" ... schmierte er das einfach über die gesamte Türwand. Hosenlatz zu ... das wars.
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#4 wipperfischerAnonym
  • 14.06.2021, 13:12h
  • Das ist interessant, wie also sogar der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Erwartungen seiner Kunden bedient. Bildungsauftrag? Isch lach misch kapott.

    Das Schöne an solchen Reportagen ist, dass sie lediglich die voyeuristischen Bedürfnisse des Konsumenten erfüllen. Die Wirklichkeit sieht für den, der täglich damit zu tun hat, völlig anders aus. An den Schulen ist der Druck auf Schüler und Lehrkräfte enorm gewachsen. "Sex" ist absolutes Tabu. Es gilt auch nur den leisesten Hauch von "Kindesmissbrauch" im Keim zu ersticken. Darunter werden auch Doktorspiele der Kinder subsummiert. Die typischen Fummeleien von Schülern ab der Klassenstufe 4-8 gelten heute als sexuelle Übergriffe und müssen von den Lehrkräften unnachsichtig verfolgt werden. Wer dem nicht nachkommt, setzt sich einem Disziplinarverfahren aus. Ich habe es erlebt, weil angeblich im Sportunterricht ein Schüler einen anderen an der Turnhose im Penisbereich berührte, eine "schriftliche Missbilligung" an die Eltern geschickt wurde und aktenkundig bis heute ist.

    In Lehrerkonferenzen werden Schüler selbst bei harmlosem Ringen oder körperlichem Einsatz in Spiel und Sport als "übergriffig" gebrandmarkt. Die Medien zeichnen einmal wieder eine "heile, liberale, moderne Welt", die es nicht gibt. Im Gegenteil, die immer stärkere Kontrolle und Überwachung des Bürgers soll weggelächelt werden, damit jeglicher Protest gar nicht erst entsteht

    Ich gehe davon aus, dass sich im Verhältnis der Schülerinnen und Schüler, was sexuelle Dinge angeht, nichts seit meiner eigenen Schülerzeit geändert hat. Ich habe das meinen Schützlingen auch so erklärt und sie haben es verstanden. Es sind ihre absolut privaten Angelegenheiten, die den Lehrer nichts angehen. Ich möchte den Wahrheitsgehalt jener interviewten Jugendlichen nicht in Zweifel ziehen. Doch kenne ich auch noch diese Machart von Reportagen aus meiner Jugendzeit, wie sie im "Stern" oder auch anderen halbseidenen Illustrierten erschienen. Vielleicht haben aber auch meine Schüler nur meinen Ratschlag befolgt und sich bei ihren sexuellen Vergnügungen nicht erwischen lassen. Das wäre für mich ein unerhörter Lernertrag und meine Mühe hätte sich dann gelohnt.

    Ändern wird sich an der derzeitigen Sexualhysterie, einem politisch gewollten prüden Neoviktorianismus zurück in die Kaiserzeit, nichts.
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#5 Ja genauAnonym
  • 14.06.2021, 14:04h
  • Antwort auf #4 von wipperfischer
  • Ok, sonst heißt es immer die Steigerung sexueller Übergriffe rühren von verrohrung, homo/transphobie und fragwürdigen, durch Kultur und Religion geprägte Rollenbilder der Jugend sowie durch die gesteigerte Bereitschaft Betroffender diese Übergriffe zu melden!

    Aber wenn da einfach nur die Schulverantwortlichen selber hohl drehen ist dass egtl beruhigend, dh ja die Situation wird weitaus dramatischer dargestellt als sie tatsächlich ist. Dann sind es zum Glück nur Einzelfälle und keine strukturell gesellschaftlichen Probleme!

    Danke für deine Innemansicht.
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#6 andreAnonym
  • 14.06.2021, 14:46h
  • Antwort auf #3 von Staffelbergblick
  • Kann mich auch erinnern, so ab 13 haben wir uns, mit den Mädchen, hinter der Umkleide oder nach der Schule im nahen Wäldchen getroffen und uns gegenseitig gezeigt, was wir in der Hose hatten. Fast schon regelmäßig. Ein Depp mußte immer Schmiere stehen. War alles sehr interessant und spannend. Es gab auch Berührungen. Wenn man so will, auf Erkundungstour. Ob ich damals das eigene Geschlecht interessanter fand, weiß ich nicht mehr. Das war sicher oft und überall so.
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#7 LotiAnonym
  • 14.06.2021, 15:48h
  • Antwort auf #6 von andre
  • Ich war 13 als ich hinten saß im Klassenzimmer. Mein hübscher Nachbar war vollkommen perplex, als ich meine Hand von hinten in sein Hosenbund steckte und dann nach vorne wanderte zum Schwanz. Den ich dann bearbeitete. All dies geschah ohne das jemand es bemerkt hätte. Später trafen wir uns noch einmal nach dem Sportunterricht außerhalb der Schule. Dabei blieb es, denn ich war ja ein Heimkind und somit gebranntmarkt.
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#8 andreAnonym
  • 14.06.2021, 20:46h
  • Antwort auf #7 von Loti
  • Schön wars. Aber an so was ganz Spezielles kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur, daß ich beim Fußball immer als Letzter in die Mannschaft gewählt wurde. Da war wohl schon was im Busch. Meine Abneigung zu diesem Spiel, war wohl offensichtlich. Dafür habe ich mich beim Völkerball, von den Mädchen gerne abschießen lassen. ;-)
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#9 LotiAnonym
  • 14.06.2021, 21:19h
  • Antwort auf #8 von andre
  • Oje Völkerball. Das haben wir Jungs immer sehr gerne gespielt damals. Ich war sehr wendig und man konnte mich schlecht mit den Ball treffen. Später im Erziehungsheim gab man mir mal einen großen Bumerang. Damit stand ich dann völlig alleine auf ein Fußballfeld und übte damit. Viele verbinden Heimaufenthalte mit sehr schlechten Erinnerungen und so war es sicherlich auch für sehr viele. Ich hingegen hatte dort mit Jungs eine geile sexuelle Zeit erlebt, die so nie wiederkehrt.
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#10 StaffelbergblickAnonym
  • 15.06.2021, 00:16h
  • Antwort auf #7 von Loti
  • ups da fällt mir noch was ein ... Wir waren damals eine reine Jungenklasse (kath Volksschule). Der Lehrer war in Ordnung. Und ich saß in der letzten Bank ... und hatte dann immer mit meinem Sitznachbarn angefangen ... während des Unterrichts uns gegenseitig in die Hose zu gehen ... der hatte damals immer so komische Unterhosen an mit so einem ultraengen Gummizug. Mit ihm traf ich mich auch öfters nachmittags zum Fummeln.
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