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Kritik am Schwulenverbot

Weltblutspendetag: "Danke für nichts, Jens Spahn!"

Anlässlich des Weltblutspendetages appellieren LGBTI-Aktivist*innen und die Opposition an die Bundesregierung, endlich die Diskriminierung schwuler und bisexueller Männer zu beenden.


Andere Länder haben das Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer schon abgeschafft, Deutschland hält trotz Engpässen bei Blutreserven weiterhin daran fest (Bild: Facebook / Mr. Gay Germany 2020)

"Spende Blut und halte die Welt am Laufen" – so lautet das diesjährige deutsche Motto des Weltblutspendetages, der seit 2005 am 14. Juni von der Weltgesundheitsorganisation und dem Roten Kreuz organisiert wird. Dieser Aufruf richtet sich allerdings in Deutschland nicht an schwule oder bisexuelle Männer, die de facto wegen ihrer sexuellen Orientierung vom Blutspenden ausgeschlossen sind.

Kritik an dieser Praxis kommt von der demokratischen Opposition im Bund: "Die Blutkonserven sind in der Pandemie knapp geworden & reichen in manchen Regionen nur noch einen Tag", erklärte etwa Jens Brandenburg, der LSBTI-politische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, auf Twitter. Das Blutspendeverbot gehöre deshalb abgeschafft. "Kein Patient soll sterben müssen, weil der mögliche #Blutspende|r der Richtlinie zu schwul war." Sven Lehmann, der grüne Sprecher für Queerpolitik, ergänzte mit Blick auf den offen schwulen Bundesgesundheitsminister: "Danke für nichts, Jens Spahn!"

Twitter / JBrandenburgFDP
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Twitter / svenlehmann

Auch aus der SPD kommen Forderungen, das Blutspendeverbot aufzuheben: "Dass #homosexuelle Männer nur Blut spenden dürfen, wenn sie zuvor ein Jahr auf Sex verzichtet haben, ist nicht zu vermitteln", erklärte etwa die baden-württembergische SPD-Landtagsfraktion.

Twitter / spdlandtagbw
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Die proeuropäische Kleinpartei Volt, die in der Millionenstadt Köln mit Grünen und CDU mitregiert, startete die Kampagne #500mlEuropa. "Wir wollen die Rückstellungsfrist bei sexuellem Risikoverhalten von 12 auf 3-4 Monate verkürzen", so Volt auf Twitter. Die Partei verwies darauf, dass in anderen Ländern wie Italien bereits diskriminierungsfreies Blutspenden möglich sei und es dort nicht – wie oft in Deutschland befürchtet wird – zu einem Anstieg der Infektionen durch Blutspenden gekommen sei.

Twitter / VoltDeutschland
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In Deutschland wurden schwule und bisexuelle Männer wegen der Aids-Krise in den Achtzigerjahren pauschal vom Blutspenden ausgeschlossen. Seit 2017 dürfen Männer, die Männer lieben, erneut Blut spenden – allerdings nur, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex oder nur Sex mit Frauen haben. Die Regelung schließt sogar treue schwule Ehemänner ein. Für Heterosexuelle gelten wegen ihrer sexuellen Orientierung dagegen pauschal keine derartigen Sex-Karenzzeiten.

LSVD fordert "Sicherheit ohne Diskriminierung"

LGBTI- und Aids-Aktivist*innen halten die augenblickliche Rechtslage in Deutschland für diskriminierend. Die Deutsche Aidshilfe weist darauf hin, dass mit Blick auf das Diagnosefenster – also die Zeit nach der HIV-Ansteckung, in der Tests die Infektion nicht nachweisen können – ein Sexverbot von mehr als einem Monat wissenschaftlich nicht zu begründen sei. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland twitterte am Montag: "Die gleiche Sicherheit von Blutkonserven lässt sich auch ohne Diskriminierung gewährleisten!"

Twitter / lsvd
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Minister Spahn hatte zwar bereits letztes Jahr eine Lockerung des Schwulenverbots in Aussicht gestellt (queer.de berichtete). Allerdings hat die Bundesärztekammer erst vergangenen Monat erklärt, dass sie schwule und bisexuelle Männer unabhängig von ihrem tatsächlichen Sexualverhalten in den letzten zwölf Monaten weiterhin als HIV-Gefahr ansieht (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / brkaktuell | Dieser Werbespot richtet sich nicht an schwule und bisexuelle Männer



#1 ZenkimausiAnonym
  • 14.06.2021, 10:42h
  • Soviel zu Gleichberechtigung. Ich darf nur Blut spenden wenn ich Lüge.neee Ich darf wenn ich möchte Organe spenden.neeeee dann auch das nicht. Das habe ich auch an meine Krankenkasse geschrieben. Wenn ich Blut spenden darf ohne wenn und aber dann gebe ich meine Organe frei.
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#2 Taemin
  • 14.06.2021, 11:09h
  • An die Adresse der vermeintlich Wohlwollenden von Volt: Diskriminierungsfreiheit erreicht man nicht, wenn man schwulen Sex als "sexuelles Risikoverhalten" bezeichnet.
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#3 Ja genauAnonym
  • 14.06.2021, 11:19h
  • Antwort auf #1 von Zenkimausi
  • Bin ja bis heute dafür das Organe erstmal an die gegeben werden sollen die selbst einen Organspendeausweis haben.

    Letztendlich "bestrafst" du hier im Fall der Fälle Jemanden der/die sicher nichts für die Gesetzgebung kann.
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#4 StaffelbergblickAnonym
  • 14.06.2021, 11:26h
  • nicht mein Problem ... wenn die mein Blut nicht wollen. Das geht mir an meinen erogenen Zonen vorbei
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#5 Gnurfel42Anonym
#6 Echt jetztAnonym
  • 14.06.2021, 12:12h
  • Antwort auf #3 von Ja genau
  • "Bin ja bis heute dafür das Organe erstmal an die gegeben werden sollen die selbst einen Organspendeausweis haben."

    Es gibt aber auch Menschen, die zu krank sind, um Organe zu spenden. Und die möchtest Du dann damit bestrafen, dass sie auch keine Organe bekommen sollen, wenn es für sie ums Überleben geht? Echte Solidarität sieht anders aus.
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#7 LotiAnonym
  • 14.06.2021, 12:47h
  • Antwort auf #6 von Echt jetzt
  • Gut kommentiert. Ich trage seit Anbeginn den Organspende Ausweis mit mir herum. Für mich ist dies kein Wiederspruch in sich als kein Blut Spenden zu dürfen. Ich habe, bevor mich die Syphilis erwischt hatte, immer Blut gespendet. Nicht einmal wurde ich danach gefragt, ob ich homosexuell sei. Und hätte mich diese Geschlechtskrankheit nicht erwischt, würde ich auch heute noch Blut spenden.
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#8 Ja genauAnonym
  • 14.06.2021, 13:20h
  • Antwort auf #6 von Echt jetzt
  • Hach, immer gleich so pampig !

    Natürlich gelten für solche Menschen Ausnahmen,genauso wie homosexuelle bei Erhalt von Blutspenden! Dennoch bleib ich dabei, wer die Möglichkeit hat und diese nicht wahr nimmt soll selber auch ans Ende der Liste. Echt jetzt!

    Das du aber mein Kommentar ach so schlimm findest , aber Kommentar 1 für dich offenbar korrekt ist, erscheint mir doch äußerst heuchlerisch.
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#9 Girlygirl
  • 14.06.2021, 13:37h
  • Antwort auf #7 von Loti
  • Du wurdest aber höchstwahrscheinlich gefragt, ob du in letzter Zeit Sex mit einem Mann hattest. Entweder du warst lange Zeit abstinent und hast somit rechtmäßig gespendet oder du warst es nicht und hast an irgendeinem Punkt beim Blutspendezentrum (bewusst oder unbewusst) gelogen. Denn normalerweise wird man nach sowas gefragt, außer die Leute haben vergessen sich danach zu erkundigen.
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#10 PhoebeEuleAnonym
  • 14.06.2021, 13:47h
  • Ich will sowieso kein Blut spenden und ich darf auch nicht. Also passt doch alles gut zusammen.
    Wie das unter anderen Umständen aussieht, darüber können andere sich Gedanken machen.
    Immer wenn ich gefragt werde, ob ich spenden will, sagte ich "Nein, ich gehöre zu einer Hochrisikogruppe."
    Dann brauche ich mir auch nicht die einstudierten Texte über Solidarität und Verantwortung anhören.
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