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Polizeibericht
Finger in die Augen gestochen: Schwules Paar in Berlin attackiert
Im Treptower Park wurden am Donnerstagabend ein 23-Jähriger und sein 17-jähriger Freund von zwei unbekannten Männern erst homophob beleidigt und anschließend brutal angegriffen.
- 18. Juni 2021, 08:39h 2 Min.
Im Berliner Stadtteil Alt-Treptow kam es am späten Donnerstagabend zu einem homofeindlichen Angriff auf ein schwules Paar. Das meldete die Polizei der Hauptstadt am Freitagvormittag.
Laut Polizeibericht liefen ein 23-Jähriger und sein 17-jähriger Freund gegen 22.40 Uhr im Treptower Park auf der Uferpromenade entlang, als ihnen dort zwei Männer entgegenkamen, die sie beim Vorbeigehen homophob beleidigten. Daraufhin habe sich zwischen den Vieren ein verbaler Streit entwickelt, in dessen Verlauf einer der Tatverdächtigen den 23-Jährigen mit den Fingern in die Augen gestochen und sein Komplize dem Angegriffenen mit den Fäusten auf den Rücken geschlagen haben soll. Anschließend sollen sich die beiden Männer in den angrenzenden Park entfernt haben.
Opfer erlitt Schmerzen an einem Auge und am Rücken
Der 23-Jährige klagte über Schmerzen an einem Auge und am Rücken, lehnte laut Polizeibericht jedoch eine ambulante Behandlung ab und wollte sich selbst in ärztliche Behandlung begeben. Die Ermittlungen zu den Tatverdächtigen dauern an und wurden, wie bei Hasskriminalität üblich, vom Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden in der Mitteilung nicht gemacht.
Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Nach der kürzlich von Maneo vorgelegten vorläufigen Statistik war es im vergangenen Jahr zu 510 mutmaßlich queerfeindlichen Übergriffen gekommen, im Corona-Jahr 2020 war das ein Rückgang von 8,8 Prozent. Auch stieg der Anteil von Beleidigungen gegenüber körperlichen Taten an. Aufgrund eines vermuteten hohen Dunkelfeldes sind die Zahlen nur bedingt aussagekräftig. (pm/cw)

















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