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Katholische Kirche

Mit 17-jährigem Sexarbeiter masturbiert, dann befördert

2017 ernannte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki einen schwulen Priester zum stellvertretenden Stadt-Dechanten von Düsseldorf – nun kritisierte er dessen Verhalten als "moralisch absolut verwerflich".


Woelki ist seit 2014 Erzbischof von Köln (Bild: Bilddatenbank Erzbistum Köln)

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat eine umstrittene Personalentscheidung einem Medienbericht zufolge als "großen Fehler" bezeichnet. Laut der "Kölnischen Rundschau" vom Samstag (Bezahlartikel) sagte der Chef des größten katholischen Bistums in Deutschland am Freitagabend vor dem Diözesanpastoralrat, seinem wichtigsten Beratungsgremium: "Es ist mir aus ganzem Herzen wichtig, zu betonen, dass ich das Verhalten dieses Priesters als moralisch absolut verwerflich ansehe." Woelki hatte den Mann 2017 zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf befördert, obwohl dieser zugegeben hatte, Jahre zuvor mit einem 17 Jahre alten Sexarbeiter masturbiert zu haben (queer.de berichtete).

Bisher hatte die Spitze des Erzbistums die damalige Entscheidung eher verteidigt mit dem Argument, dass sich der Pfarrer strafrechtlich nichts habe zuschulden kommen lassen, Reue bekundet habe und jeder eine zweite Chance verdiene. Vor einiger Zeit wurden weitere Vorwürfe gegen den Pfarrer erhoben, die aber mittlerweile verjährt sind.

Woelki gegen Segen für homosexuelle Paare

Im März hatte Woelki das Segnungs-Verbot des Vatikans für Lesben und Schwule ausdrücklich als "Stärkung des katholischen Ehe- und Familienverständnisses" gelobt (queer.de berichtete). Nur wenige Tage zuvor hatten Jurist*innen ein von Woelki in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen vorgestellt. Mehreren Verantwortungsträgern des Erzbistums warfen die Gutachter*innen Pflichtverletzungen vor. Woelki selbst wurde nicht belastet, räumte jedoch eigene Fehler im Umgang mit mutmaßlichen Missbrauchstätern ein (queer.de berichtete).

Woelki hatte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz promoviert, die zur fundamentalistischen Laienorganisation Opus Dei gehört. Als sein Motto gibt Woelki aus, "ein ganz entschiedenes Christentum" zu leben. Mehrere Jahre arbeitete er als Sekretär des extrem homofeindlichen Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner, 2003 wurde er zum Kölner Weihbischof ernannt. In dieser Funktion verhinderte er die Diakonatsweihe des Katholiken Georg Schwikart, weil dieser Jahre zuvor ein Aufklärungsbuch über Homosexuelle verfasst hatte.

Woelki kämpfte gegen die Ehe für alle

2011 wurde Woelki vom damaligen Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Berlin ernannt. Dabei erhielt er den Titel "Kardinal". In der Hauptstadt protestierten LGBTI-Gruppen zunächst gegen die Ernennung. Woelki ging jedoch auf den Lesben- und Schwulenverband zu und traf sich mit dem Vorstand zu einem offiziellen Treffen (queer.de berichtete). Die Aktivist*innen lobten daraufhin dessen Dialogbereitschaft. 2012 wurde Woelki sogar vom "Bündnis gegen Homophobie" für den "Respektpreis" nominiert. Er lehnte jedoch die Nominierung ab und erklärte, er habe nur eine Selbstverständlichkeit geäußert (queer.de berichtete).

In Interviews gab sich Woelki bei LGBTI-Themen offen, beharrte aber stets darauf, dass homosexuelle Handlungen "nicht gebilligt" werden könnten. Der jetzt 64-Jährige agitierte in der Öffentlichkeit zudem gegen gleiche Rechte für Lesben und Schwule. Vor der Bundestagswahl 2013 sagte er, dass der Ausschluss von homosexuellen Paaren von der Ehe für die Kirche genauso wichtig sei wie das Thema soziale Gerechtigkeit. 2014 wurde Woelki von Papst Franziskus als Nachfolger von Kardinal Meisner zum Erzbischof von Köln ernannt. (cw/dpa)



#1 tchantchesProfil
  • 19.06.2021, 09:43hSonstwo
  • "Großer Fehler", "absolut verwerflich"...

    Bereitet da jemand doch noch ganz allmählich seinen Rücktritt vor?
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#2 JokerAnonym
#3 svenAnonym
  • 19.06.2021, 12:31h
  • Ich kann diesen Verein nicht ernst nehmen. Wegen mir kann sich die Institution Kirche in Luft auflösen. Zum Glauben braucht man Haus, keine gesandten des Herrn, die ihre Position in jeglicher Hinsicht missbrauchen.
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#4 DomiAnonym
  • 19.06.2021, 12:44h
  • Ich würde ja Wen interessiert es

    Mit dem allmählichen Ende des gesellschaftlichen Dazugehören-Zwangs zur Kirche, merken doch immer mehr Menschen, dass dieser Verein schon längst von einer modernen und offeneren Gesellschaft abhängt wurde.

    Leid tut es mir nur um die Menschen, die versuchen in beiden Welten zu leben - in einer modernen offenen, aber eben auch christlich katholischen Gesellschaft. Ich mag mir den Frust kaum vorstellen.

    Ich bin raus
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#5 PaulAnonym
  • 19.06.2021, 14:19h
  • Ein Folkloreverein alter Männer, die Sonntags vormittags in Kostümen das Mittelalter nachspielen.
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#6 Alexander_FAnonym
  • 19.06.2021, 15:18h
  • Welches Feigenblatt ist eigentlich noch nicht gefallen? Löst diesen Verein endlich auf, spätestens jetzt dürfte klar sein, was für eine Farce er ist.
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#7 YannickAnonym
#8 Felix-baerlinAnonym
  • 20.06.2021, 01:33h
  • Was ist eigentlich hier los? Mit einem 17-jährigen Sexarbeiter mastubiert zu haben, gilt jetzt schon als was? Eine moralische Verfehlung? Eine geile Sache? Eine Straftat ist es jedenfalls nicht. Bin ich hier beim Verein der scheinheiligen Prüderie?
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#9 Lyn_Anonym
  • 20.06.2021, 09:22h
  • Antwort auf #8 von Felix-baerlin
  • Mag sein das es strafrechtlich nicht verfolgt werden kann (was es sollte), aber als erwachsener Mensch in einer Machtposition einen Jugendlichen sexuell auszubeuten IST sexualisierte Gewalt. Kinder und Jugendliche können keine Sexarbeiter sein, sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern und Jugendlichen sind immer sexueller Missbrauch, insbesondere in einem Kontext der "Bezahlung" - die besonders bei Kindern und Jugendlichen auf eine Zwangssituation hinweist. Denn aus Liebe und Zuneigung ist der Junge sicher nicht auf den Typen zugegangen.
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#10 NevermindAnonym
  • 20.06.2021, 12:09h
  • Antwort auf #9 von Lyn_
  • >> Denn aus Liebe und Zuneigung ist der Junge sicher nicht auf den Typen zugegangen.<<

    Aber möglicherweise mit der Absicht, den Mann zu erpressen. Wie man aus einem vorausgehenden Artikel von queer.de erfahren konnte, wurde der Mann von diesem Prostituierten erpresst und hat das zur Anzeige gebracht. Vermutlich wusste er also gar nicht, dass der Junge noch keine 18 war. Das war 2001. 20 Jahre später wird er dafür noch immer an den Pranger gestellt und öffentlich verurteilt.
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