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Social-Media-Aktion

#SportPride2021 will queeren Profis den Rücken stärken

Mit dem Hashtag #IhrKönntAufUnsZählen versichern der LSVD und queere Fußballinitiativen allen Spitzensportler*innen, die sich noch kein Coming-out zutrauen, ihre Unterstützung


Regenbogenschnürsenkel sind vor allem in Großbritannien ein beliebtes Symbol, um Flagge gegen Queerfeindlichkeit im Sport zu zeigen (Bild: Sport England / twitter)
  • Von Jeja Klein
    20. Juni 2021, 11:42h, noch kein Kommentar

Ob Freizeitsportler*in, Amateur*in, Profi, Fan, Verein oder Verband: Alle Sportbegeisterten sind dazu aufgerufen, am 26. Juni LGBTI-Sportler*innen den Rücken zu stärken. An diesem Samstag startet zum zweiten Mal die Social-Media-Kampagne #SportPride. Initiiert wurde sie im vergangenen Jahr vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), den Fußballfans gegen Homophobie, den Queer Football Fanclubs (QFF), dem F_in Netzwerk Frauen im Fußball sowie den Football Supporters Europe (FSE) (queer.de berichtete).

Die Kampagne kämpft für die Sichtbarkeit und Unterstützung von queeren Menschen im Sport. Im zweiten Jahr der Coronapandemie möchten die Initiator*innen den sprichwörtlich vom Magazin "11 Freunde" ins Feld gespielten Ball aufnehmen und sich der Akzeptanzkampagne "Ihr könnt auf uns zählen!" anschließen. Im Februar hatten sich in dem Fußball-Blatt über 800 Fußballer*innen auf die Seite queerer Sportsfreund*innen gestellt (queer.de berichtete).

Zweiter Kampagnen-Hashtag #IhrKönntAufUnsZählen


Flyer zum #SportPride2021

Weil es immer noch keinen offen homosexuellen Profifußballer in den Ligen der Männer gibt, haben die Unterzeichner*innen der Aktion schon mal vorsorglich ihre Unterstützung für ein mögliches Coming-out eines Männer-Profis angekündigt. Denn klar ist, dass es schon nach Adam Riese schwule Fußballprofis in Deutschland geben muss. Die Hoffnung: Mit der Solidarität vieler Menschen im Rücken gelingt der Schritt in die Öffentlichkeit – und wird in Zukunft so selbstverständlich, dass es niemanden mehr interessiert, auf wen Spitzensportler stehen und in wen sie sich verlieben.

Den Impuls des "Ihr könnt auf uns zählen!" nimmt die #SportPride-Aktion darum auch im zweiten Kampagnenhashtag mit auf: Unter #IhrKönntAufUnsZählen sollen Spitzensportler*innen mit Botschaften erreicht werden, die sich momentan noch kein Coming-out zutrauen, etwa weil sie sich vor negativen Feedbacks, Hass und Ausgrenzung oder Imageproblemen fürchten.

Für die Queer Football Fanclubs hat sich die Lage bereits verbessert

Die Aktion von "11 Freunde" sei in der Fanwelt auf sehr großes Echo gestoßen, meinte Sven Kistner vom Sprecherrat der Queer Football Fanclubs, die den #SportPride mit initiiert haben, gegenüber queer.de. Sie habe dazu geführt, dass sich auch viele nicht-queere Fans mit einem entsprechenden Plakat abgelichtet hätten. Das Magazin habe der freundlichen Übernahme des Mottos wohlwollend zugestimmt.

Auf die Frage, wo das Ringen um Akzeptanz und Vielfalt in Männerfußball und der Sportwelt im Jahr 2021, stünden, meinte Kistner: "Aus meiner Sicht sind wir deutlich weiter, als wir es noch vor zehn Jahren waren." Sicher sei der Fortschritt auch lokal unterschiedlich: "Es gibt den ein oder anderen Bundesliga- oder Fußballort, wo wir weiter sind und solche, wo es länger dauert." Trotz allem: "Der Fußball ist ein bisschen langsamer als die Gesellschaft, aber er ist unterwegs", fasst Kistner die Lage zusammen. Wichtig sei es ihm, den Fokus nicht nur auf den Fußball zu legen, sondern auch auf die Sportwelt im Ganzen. Probleme mit der Verankerung von Akzeptanz gäbe es auch in anderen Sportarten.

So kann man online teilnehmen

Einzelpersonen sollen am #SportPride2021-Kampagnentag ihre persönliche Botschaft in den sozialen Netzwerken Twitter, Facebook und Instagram unter den Hashtags posten. Vereine, Verbände oder Stadien können sich an der Aktion beteiligen, indem sie ein Statement oder gleich ihr in die Farben der LGBTI-Community getauchtes Logo posten. Erwünscht sind auch Videobotschaften oder Fotos von Teams, die ihre Unterstützung für queere Sportler*innen deutlich machen möchten, etwa durch Regenbogen- oder Trans-Pride-Fahnen.

Auf drei online auf der #SportPride-Facebookseite übertragenen Podien im Berliner SchwuZ will die Kampagne zudem auch diskutieren. In einer ersten Veranstaltung mit "11 Freunde" ging es bereits am 17. Juni um die ursprüngliche "Ihr könnt auf uns zählen!"-Aktion. Am 24. Juni wird unter dem Motto "Football has no Gender" debattiert. Am 8. Juli heißt es schließlich kämpferisch: "Qatar, we are watching you".

Facebook / SportPride | Die erste #SportPride-Diskussion zum Thema "Ihr könnt auf uns zählen" fand am 17. Juni statt
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Im ersten Jahr von #SportPride beteiligte sich sogar das Maskottchen des Deutschen Olympischen Sportbundes, Trimmy, an der Kampagne (queer.de berichtete). Dabei waren auch der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Deutsche Eishockeyliga (DEL), der Eishockey-Verein Eisbären Berlin, die Fußball-Clubs Hertha BSC Berlin, FSV Mainz 05, FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln, VfB Stuttgart sowie der SK Sturm Graz. Promis wie Marcus Wiebusch, der als Frontmann von der Rockband Kettkar bekannt wurde, machten ebenfalls auf das Thema aufmerksam wie die sozial engagierte Fußballerin Tugba Tekkal, die Nationalmannschafts-Handballtorhüterin Sandra Polchow oder der ehemalige Wasserball-Nationalspieler Andreas Schlotterbeck.