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Premiere

Neuseeländerin erste trans Athletin bei Olympia

Zum ersten Mal wird mit Laurel Hubbard eine trans Athletin offen bei Olympischen Spielen teilnehmen.


Laurel Hubbard wird olympische Geschichte schreiben

  • 21. Juni 2021, 11:12h, noch kein Kommentar

Die Olympischen Spiele erhalten die erste trans Athletin ihrer 125-jährigen Geschichte: Das Nationale Olympische Komitee Neuseelands (NZOC) nominierte am Montag die Gewichtheberin Laurel Hubbard für die Spiele in Tokio. Die 43-Jährige aus Auckland hatte sich 2012 einer Geschlechtsanpassung unterzogen. Sie tritt in der Klasse bis 87 Kilogramm an. "Ich bin dankbar und demütig für die Freundlichkeit und Unterstützung, die mir von so vielen Neuseeländern gegeben wurde", sagte sie laut Mitteilung des NZOC.

Direktlink | Laurel Hubbard bei der Arbeit
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Laut den Regeln des Internationalen Olympischen Komitees muss eine trans Frau zum einen erklären, dass ihre Geschlechtsidentität weiblich ist. Diese Erklärung darf vier Jahre nicht geändert werden. Zudem muss die Athletin nachweisen, dass ihr Testosteronspiegel mindestens zwölf Monate vor dem Wettkampf unter einem bestimmten Wert liegt. Die Richtlinien gelten seit November 2015. "Das übergeordnete sportliche Ziel ist und bleibt die Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs", heißt es darin.

Bis zu ihrer Geschlechtsangleichung war Hubbard im Gewichtheben in der Herrenmannschaft aktiv. Als Frau trat sie 2018 bei den Commonwealth Games an, einer Art Olympiade Großbritanniens und seiner Exkolonien, brach sich im Wettkampf den Arm und fiel lange aus. 2019 gewann sie bei den Pazifikspielen im Inselstaat Samoa den Titel.

Kontoverse um Teilnahme

Ihr Start bei Frauen-Wettkämpfen ist nicht unumstritten. Manche Konkurrentinnen sehen Hubbard im Vorteil, in sozialen Netzwerken werden trans Athletinnen grundsätzlich als Gefahr für cissexuelle Sportlerinnen charakterisiert. Allerdings kam eine vor einem halben Jahr veröffentlichte Studie aus den USA zu dem Ergebnis, dass sich die Leistungsfähigkeit von trans Athletinnen zwei Jahre nach dem Start der Hormonbehandlung an die Fähigkeit von cissexuellen Athletinnen angleicht (queer.de berichtete).

NZOC-Chef Kereyn Smith betonte, dass Hubbard alle Vorgaben und Kriterien für eine Olympia-Teilnahme erfüllt hat. "Wir erkennen an, dass die Geschlechtsidentität im Sport ein hochsensibles und komplexes Thema ist, das eine Balance zwischen Menschenrechten und Fairness auf dem Spielfeld erfordert", sagte sie.

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sollen vom 23. Juli bis zum 8. August stattfinden. (dpa/dk)