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Bundestagswahl 2021

Früherer "Homosexuelle in der AfD"-Chef wird Bundestagskandidat der Freien Wähler

Sollten die Freien Wähler in den Bundestag einziehen, könnte auch ein schwuler Politiker aus Köln davon profitieren, der zunächst am extremen rechten Rand um Stimmen buhlte.


Torsten Ilg zieht es nach Berlin (Bild: Freie Wähler NRW)

Der offen schwule ehemalige AfD-Politiker Torsten Ilg bewirbt sich für die Freien Wähler um ein Bundestagsmandat. Der Kölner wurde nach Parteiangaben am Samstag bei der Aufstellungsversammlung der rechtsliberalen Partei auf Rang fünf der nordrhein-westfälischen Landesliste gewählt. Sollten die Freien Wähler die Fünf-Prozent-Hürde auf Bundesebene überschreiten, wäre sein Einzug ins Parlament sehr wahrscheinlich.

Ilg hatte 2014 zu den Gründungsmitgliedern der "Homosexuellen in der AfD" gehört und war der erste Vorsitzende der Gruppe (queer.de berichtete). Die "Homosexuellen in der AfD" sind laut Beobachtern keine klassische LGBTI-Parteiorganisation, sondern sehen es bis heute als ihre Aufgabe an, LGBTI-feindliche Initiativen in der Rechtsaußenpartei herunterzuspielen. Die Gruppe hat sich inzwischen in "Alternative Homosexuelle" umbenannt. Ilg verließ 2015 die Partei und schloss sich den Freien Wählern an, für die er mehrere Jahre lang im Stadtteilparlament von Köln-Rodenkirchen saß.

"Die Dominanz der Grünen wäre gebrochen"

Nach seiner Wahl auf die Bundestagswahlliste betonte Ilg, dass die Grünen ein Hauptgegner seien und es keine Zusammenarbeit mit "extremen Randparteien" geben werde: "Mit den Freien Wählern wären bürgerliche Bündnisse auf Bundesebene wieder möglich und auch die Dominanz der Grünen wäre gebrochen. Bündnisse mit extremen Randparteien schließen die Freie Wähler kategorisch aus", so Ilg.

Die Freien Wähler sind derzeit in drei Landtagen vertreten – in Bayern und Rheinland-Pfalz konnten sie die Fünf-Prozent-Hürde knacken und sind in Fraktionsstärke in den Parlamenten vertreten, in Berlin trat ein FDP-Abgeordneter zur Kleinpartei über. Derzeit gilt als eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, dass die Freien Wähler bei der Bundestagswahl am 26. September die Sperrklausel überwinden können. Laut der aktuellen Sonntagsfrage der Forschungsgruppe Wahlen würde die Partei gegenwärtig bundesweit auf drei Prozent kommen.

In ihrem Wahlprogramm erklären die Freien Wähler, sie wollten "Rechtsvorschriften, die sich diskriminierend auf die LGBTQI+-Community auswirken", beseitigen. Ihre Definition von Familie sei "jede Einheit von zwei (hetero- oder homosexuellen) Partner*innen oder von Alleinerziehenden mit Kindern". Allerdings zeigten die Freien Wähler in der einzigen Regierungsbeteiligung – seit drei Jahren regieren sie in einer Koalition mit der CSU in Bayern mit – wenig Einsatz für LGBTI-Rechte. Erst im Dezember lehnte die Fraktion etwa gemeinsam mit CSU und AfD schwule Blutspenden ab (queer.de berichtete). Bayern ist zudem das einzige der 16 deutschen Länder, das keinen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie beschlossen hat.

In seiner Kommunalpolitikkarriere fiel Ilg vor allem 2016 auf, weil er als Stadtteil-Abgeordneter mit einem Antrag Stimmung gegen Geflüchtete machte (queer.de berichtete). In seinem Facebook-Auftritt verbreitet er oft Botschaften im AfD-Jargon – so wettert er gegen "links-grün" oder wehrt sich mit Verweis auf Goethe und Schiller gegen geschlechtergerechte Sprache. Gleichzeitig setzt er sich für Homosexuellenrechte ein – so kritisierte er die Ermittlungen der UEFA gegen die deutsche Nationalmannschaft, weil sie mit einer Regenbogen-Kapitänsbinde aufgelaufen war (queer.de berichtete). Dazu schrieb er am Sonntag: "Die homophobe Altherrenriege im Profi-Fußball finde ich inakzeptabel."


(Bild: Facebook / Torsten Ilg)

Ilg ist auch Direktkandidat seiner Partei im Wahlkreis Köln II, der im Westen der Stadt liegt. Dort tritt auch Sven Lehmann für die Grünen an (queer.de berichtete). Den Wahlkreis hatte vor vier Jahren Heribert Hirte für die CDU gewonnen. Der als weltoffen geltende Abgeordnete hatte 2017 zu der Minderheit der Unions-Abgeordneten gehört, die für die Ehe für alle gestimmt haben. Er scheiterte jedoch dieses Jahr mit einer erneuten Kandidatur als Direktkandidat – auch auf Druck der homophoben Werteunion (siehe DLF-Interview).



#1 swimniAnonym
#2 WipperfischerAnonym
  • 21.06.2021, 18:25h
  • Manche Profilneurotiker sind nicht totzukriegen. Wenn ich noch daran denke, wie dieser Typ hier trollte und die AfD in höchsten Tönen pries, so versucht er nun über andere Splittergruppen sein verkümmertes Ego aufzubessern.

    Na, von mir aus soll er das versuchen, solange er nicht auf die grandiose Idee kommt wieder überall in den Foren Wahlkampf zu machen.

    Komisch, da fällt mir immer meine Lieblingsfeindin Vera Lengsfeld ein, der ich öfter in Sondershausen über den Weg lief. Das arme Stasiopfer, deren Vater Oberstleutnant bei dem MfS war, deren Mutter SED-Parteisekretärin und ihr Mann IM des MfS. Das nenne ich aber Vetternwirtschaft. Kein Wunder, dass sie das Elitefach Philosophie studieren musste, bei den Grünen als "Schlachtschiff" schnell abgewrackt wurde um dann von Helmut Kohl als ehemalige "Bürgerrechtlerin" mit einem Bundestagsmandat belohnt zu werden. Sie sucht auch ihr Heil in der rechtsextremen Szene. Gibt eben viele solcher Irrlichter.

    Torsten Ilg muss wohl etwas fehlen, wenn seine Karriere so holperig verläuft. Vielleicht liegt es bei dem Kölner auch nur an der Mitgliedschaft im falschen Karnevalsverein.
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#3 dellbronx51069Anonym
  • 21.06.2021, 19:30h
  • Antwort auf #2 von Wipperfischer
  • Bei Vera Lengsfeld muss ich direkt an meinen lieben Kollegen aus Thüringen denken , der nach eigenem Bekunden auch Fan von ihr ist. Lieblings Sprüche von Ihm : Den Kollegen x kann ich so gut leiden wie Adolf Eichmann die Juden oder : um 05:45 wird zurückgeschossen. Als das LPartG verabschiedet wurde hat er sich darüber ausgelassen dass das Geld den richtigen Familien zustünde usw. usw.
    Selbst ehemaliger NVA Offizier , dann Bundeswehr , jetzt Beamter. Jedem erzählt er dass er in der DDR verfolgt wurde. Und bei jeder Gelegenheit steht er bei Vorgesetzten : Chef ich weiss was!
    Mir gegenüber hat er mal gesagt : Er sei verheiratet und habe zu Hause nichts zu sagen.
    Das sagt doch eigentlich alles über die Psyche solcher Leute.
    Witzfiguren aber brandgefährlich!
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