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Endlos-Debatte

Ungarn und AfD kritisieren Pläne für regenbogenfarbenes EM-Stadion in München

Deutschlands Geschichte lehre, Sport und Politik nicht zu vermischen, meinen Ungarns Außenminister Peter Szijjarto und die AfD-Politikerin Beatrix von Storch.


Ungarns Hardliner Viktor Orban kann bei seinem Kampf gegen LGBTI-Rechte auf die AfD-Hardlinerin Beatrix von Storch zählen

Die Debatte um eine Beleuchtung der Münchener Allianz-Arena beim letzten EM-Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn am Mittwoch wird weiter zu einem Politikum. Während sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag hinter die Idee stellte, reagierte Ungarn verärgert auf den Vorstoß.

"Es ist äußerst schädlich und gefährlich, Sport und Politik zu vermischen", sagte Außenminister Peter Szijjarto nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI. "Die historische Erfahrung zeigt, dass das eine schlechte Sache ist und allen voran die Deutschen wissen das genau."

Bei einem Treffen der EU-Außenminister sagte der Fidesz-Politiker weiter: "Wir in Ungarn haben ein Gesetz zum Schutz ungarischer Kinder verabschiedet, und Westeuropa kämpft jetzt dagegen." Das Parlament hatte am letzten Dienstag ein Gesetzespaket beschlossen, das sich nach russischem Vorbild gegen "Homo-Propaganda" wendet (queer.de berichtete). Damit werden unter dem Vorwand des Jugendschutzes Darstellungen von queeren Menschen und Themen in Medien und Schulen untersagt. Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, das umstrittene Gesetz zu prüfen (queer.de berichtete).

Von Storch sieht in Regenbogen "links-grünen Agitprop"

Auch die AfD-Politikerin Beatrix von Storch bemühte Deutschlands Geschichte (in der Homo- und Transsexuelle freilich verfolgt wurden), um gegen die Arena-Beleuchtung zu polemisieren. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wolle das letzte Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn "für links-grünen Agitprop gegen Ungarn" nutzen, kritisierte die stellvertretende AfD-Chefin laut dpa am Montag in Berlin.

"Die geplante Ausleuchtung der Arena in den Farben des schwulen Regenbogens richtet sich gegen Ungarns frei und demokratisch gewählte Regierung", erklärte von Storch. Sport für politische Propaganda zu nutzen, habe eine schlechte Tradition in Deutschland. Der Plan verstoße nicht nur gegen das Reglement der Europäischen Fußball-Union UEFA, "sondern ist zugleich auch höchst undemokratisch".

Das Portal "Freie Welt" aus dem Haus der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch und ihres Ehemanns Sven wurde am Montag noch deutlicher: "Die 'Hauptstadt der Bewegung' – so der Ehrentitel Münchens ab 1935 – hat also die Farben gewechselt: Wo Braun war, leuchten nun die Farben des Regenbogens. Politische Propaganda bleibt es trotzdem und die ist bei Veranstaltungen der Uefa verboten", so das Portal.


Das Von-Storch-Portal "Freie Welt" hatte letzte Woche bereits das Gesetzesvorhaben Ungarns begrüßt, "welches Kinder vor jeglicher LGBTQ-Propaganda schützt"

Momentum für ein Zeichen in München

Der Münchner Stadtrat hatte sich in einem fraktionsübergreifenden Antrag dafür ausgesprochen, das Fußballstadion zum Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwoch in den Regenbogenfarben zu beleuchten. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bat die Europäische Fußball-Union (UEFA) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Montag in einem Schreiben, "dieses Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz zu unterstützen" (queer.de berichtete).

Die endgültige Entscheidung liegt bei der UEFA als Ausrichter der Fußball-EM. Bayerns Ministerpräsident Söder befürwortete das Vorhaben. "Ich fände es gut, wenn die Regenbogenfarben strahlen würden", sagte er am Montag in Berlin. Dies wäre "ein Signal für die Offenheit unserer Gesellschaft". Eine Petition zum Thema haben fast 100.000 Menschen unterzeichnet.

Unterstützung kam auch vom ungarischen Fußball-Nationalspieler Willi Orban. Der Bundesligaprofi von RB Leipzig hat nach eigener Aussage von der Diskussion aus den Medien erfahren. "Mir persönlich würde es gefallen, wenn es bunt wäre", sagte der 28 Jahre alte Verteidiger am Montag. Mit den Leipzigern habe er in der 2. Bundesliga gegen den TSV 1860 München in einem blau erleuchteten Stadion gespielt, in der Bundesliga gegen den FC Bayern in einem rot erleuchteten. "Ich würde mich freuen, wenn die Lampen bunt leuchten würden." (nb/dpa)



#1 WindheimerAnonym
  • 21.06.2021, 20:54h
  • Wie kann sich Ungarn erdreisten sich in die inneren Angelegenheiten Deutschland s einzumischen...
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 swimniAnonym
  • 21.06.2021, 22:01h
  • also eine anspielung an das iii reich wird unternommen--- wie perfide ist das denn? das zeigt: emcke hat recht. die rechtsextremen tauschen fakten aus wie die hemden, solange es ihrer propaganda nutzt. die rechtsextremen, das sind hier die hassfrau storch und der faschistoide zyniker und eu-hasser orban.
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#4 AtreusProfil
  • 21.06.2021, 22:04hSÜW
  • Es wird sich zeigen, ob die Münchner Rückgrat beweisen und das Stadion trotzdem regenbogenfarben beleuchten und einfach die Strafe bezahlen. Die UEFA wird wohl kaum das Spiel aussetzen. Ein Gutes hat es hoffentlich: dass wieder ein paar Menschen mehr bewusst wird, was das für ein Verein ist und wie weit her es mit seinen Spruchbannern und TV-Einspielern ist. Kosmetische Foskeln, mehr nicht.
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#5 SkandalAnonym
  • 21.06.2021, 22:24h
  • Alleine schon diese Gleichsetzung der Regenbogenflagge mit der Nazi-Diktatur wäre Grund genug, in einem Akt zivilen Ungehorsams gegen dieses Rechte Gedankengut dort Regenbogen zu verwenden.
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#6 swimniAnonym
  • 21.06.2021, 22:49h
  • ich finde es bedenklich wenn die storch so gegen unsere deutschen fussballer wettert, wo bleibt denn da der nationalstolz. deutschland muss zusammenhalten. wir brauchen keine deutschlandgegner, die den sieg untergraben.
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#7 Felix-baerlinAnonym
  • 21.06.2021, 22:58h
  • Es ist immer so dermaßen beleidigend, wenn Nazi-Symbole, deren Ziel es war, jede Andersartigkeit zu auszumerzen, mit dem weltweiten Symbol von friedlicher Selbstbestimmung verglichen wird. Was geht nur in diesen Köpfen vor?
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#8 gastAnonym
  • 21.06.2021, 23:11h
  • zitat: ... und allen voran die Deutschen wissen das genau."
    Jetzt könnte man doch argumentieren: GENAU! Nämlich WEIL sie es wissen ...
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#9 PhoebeEuleAnonym
  • 21.06.2021, 23:41h
  • Schwuler Regenbogen? Ich wusste gar nicht, dass die eine sexuelle Orientierung haben.
    Solche Begriffe sind doch einfach nur sinnentleert.

    Im übrigen trage ich gerne Regenbogenfarben, ohne schwul zu sein. Okay, lesbisch und transgeschlechtlich. Hm, viele verstehen den Unterschied eh nicht. Na ja, egal.
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#10 Korinthen KKAnonym
  • 22.06.2021, 07:40h
  • "Es ist äußerst schädlich und gefährlich, Sport und Politik zu vermischen"

    Also, bitte keine Nationalflaggen und -Hymnen mehr! Das ist doch politisch!

    "Bei einem Treffen der EU-Außenminister sagte der Fidesz-Politiker weiter: "Wir in Ungarn haben ein Gesetz zum Schutz ungarischer Kinder verabschiedet, und Westeuropa kämpft jetzt dagegen.""

    Ergänzung: Wir in Ungarn haben ein Gesetz gegen Ungarn verabschiedet!
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