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München

Stadion nicht bunt beleuchtet: UEFA verbietet den Regenbogen

Das Münchner Stadion sollte nach dem Willen der Politik beim deutschen EM-Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen. Die UEFA lehnt den Antrag jedoch ab. Nun wollen andere Städte ein buntes Signal senden.


So bunt will es die UEFA am Mittwoch nicht haben (Bild: Allianz Arena)

  • 22. Juni 2021, 08:21h 16 3 Min.

Das EM-Stadion in München wird beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) lehnte einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) am Dienstag ab. Die UEFA sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die UEFA diese Anfrage ablehnen", teilte der Dachverband mit Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Die Arena wird daher wie vorgesehen in den Farben der UEFA und der teilnehmenden Nationen leuchten. Der Dachverband habe der Stadt München aber vorgeschlagen, das Stadion entweder am 28. Juni – dem Tag des Stonewall-Aufstandes – oder zwischen dem 3. und 9. Juli, der CSD-Woche in München, mit den Regenbogenfarben zu beleuchten.

Angesichts der UEFA-Absage wollen zumindest andere deutsche Stadionbetreiber Zeichen setzen. So sollen wohl die Fußball-Arenen in Frankfurt am Main und Köln am Mittwoch während der EM-Partie der deutschen Mannschaft gegen Ungarn bunt erstrahlen (queer.de berichtete).

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"Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga", twitterte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann in der Nacht zum Dienstag. Der Club-Boss kündigte an: "Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt." Ähnliches ist für das Kölner Bundesliga-Stadion geplant, wie ein Sprecher der Kölner Sportstätten dem WDR bestätigte.

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Auch weitere Zeichen sollen gesetzt werden: So darf Manuel Neuer mit Erlaubnis der UEFA mit seiner Regenbogen-Spielführerbinde antreten, wie er sie bereits in den vorherigen Spielen gegen Frankreich und Portugal getragen hatte (queer.de berichtete). Queere Aktivist*innen wollen zudem 10.000 Regenbogenfahnen an Stadionbesucher*innen verteilen.

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am vergangenen Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde (queer.de berichtete). Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orbán. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden.

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Münchens Oberbürgermeister Reiter hatte sich in einem Schreiben an die UEFA und den Deutschen Fußball-Bund für eine Ausnahmegenehmigung stark gemacht, um "ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis" zu senden (queer.de berichtete). In Ungarn war dieser Vorstoß nicht gut angekommen. "Für die linke Münchner Stadtführung haben wir wiederum die Botschaft: die Politik hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Weder in brauner noch in roter noch in regenbogenfarbener Verpackung", schrieb die regierungsnahe Budapester Tageszeitung "Magyar Nemzet" am Dienstag. (dpa/dk)

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#1 Phil80Anonym
  • 22.06.2021, 10:27h
  • Erbärmlich von dieser UEFA.. Warum man die nicht zwingt sich an europäische Normen zu halten
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#2 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 22.06.2021, 10:46h
  • Ich kann nur immer wieder sagen, kapitalorientierte Vereine (die UEFA verdient Schweine Geld an Übertragungsrechten) kümmern sich nur um Menschenrechte wenn es passt und den Geldfluss nicht verhindert.
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#3 ZivilerUngehorsamAnonym
  • 22.06.2021, 10:51h
  • Soso. München "darf" also nicht. Es wäre dann halt noch eine Frage des Rückgrats, gegen so ein menschenfeindliches Verbot trotzdem zu verstoßen. Wer sind wir denn bitte, dass wir uns von einer UEFA vorschreiben lassen müssen, wer für Menschenrechte eintreten darf und wer nicht?
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