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CSU-Reaktion

Söder und Dobrindt distanzieren sich von UEFA-Regenbogenverbot

Das ist ungewohnt: Sogar die Granden der CSU, die einst Viktor Orbán hofiert hatten, setzen sich für die von der UEFA verbotene Regenbogenbeleuchtung im EM-Spiel gegen Ungarn ein.


Ministerpräsident Markus Söder hätte die Allianz-Arena beim Länderspiel gegen Ungarn gerne bunter gesehen (Bild: CSU)

Die CSU-Politiker Markus Söder und Alexander Dobrindt haben das Regenbogenverbot der Europäischen Fußball-Union (UEFA) bei einem Länderspiel in München scharf kritisiert. CSU-Chef und Ministerpräsident Söder erklärte auf Twitter: "Schade, dass die Münchner Arena nicht in Regenbogenfarben leuchten darf. Das wäre ein sehr gutes Zeichen für Toleranz und Freiheit gewesen. Wir müssen uns stark machen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung." Bereits am Vortag hatte Söder auf die geplante Regenbogen-Aktion angesprochen erklärt: "Ich fände es ein sehr gutes Signal der Freiheit."

Twitter / Markus_Soeder
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Auch Ex-Bundesverkehrsminister und CSU-Landesgruppenchef Dobrint hätte sich einen anderen Entscheid gewünscht – auch "deswegen, weil ich empört darüber bin, was da wieder für eine Diskussion in Deutschland von Teilen der AfD losgetreten wird", so Dobrindt am Dienstag in Berlin vor der letzten regulären Sitzung der Unionsfraktion vor der Sommerpause. Eine anderslautende Entscheidung wäre "auch ein Signal gegen vollkommen beschämende und unanständige Wortmeldungen von AfD-Vertretern bezüglich der Regenbogenfarben" gewesen.


Alexander Dobrindt ist seit 2002 im Bundestag vertreten (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die UEFA hatte am Dienstagvormittag die Entscheidung bekanntgegeben, dass das EM-Stadion in München beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwochabend nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für die Gleichwertigkeit queerer Menschen erstrahlen darf (queer.de berichtete). Die Fußball-Union wies auf den politischen Zusammenhang hin, der auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abziele. Hintergrund ist, dass Ungarn auf Betreiben von Ministerpräsident Viktor Orbán vor einer Woche ein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" nach russischem Vorbild beschlossen hatte (queer.de berichtete).

CSU-Freundschaft mit Orbán abgekühlt

Eigentlich hatte die CSU jahrelang den autoritären ungarischen Regierungschef umgarnt. Wiederholt luden die Christsozialen "unserem Freund Viktor Orbán" (Dobrindt) nach Bayern ein. Erst vor wenigen Monaten kühlte sich die Beziehung ab. Im März diesen Jahres verließ die Orbán-Partei Fidesz die Europäische Volkspartei, der CDU und CSU angehören (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von Regenbogenbinden und bunt erleuchteten Stadien bei der Fußball-EM?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.06.2021 bis 28.06.2021


#1 surrealAnonym
  • 22.06.2021, 13:11h
  • wir leben in einer surrealen welt: die csu positioniert sich für sichtbarkeit von lgbt+ und die spd stärkt ihrem reaktionären thierse lauthals den rücken.
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#2 LeashProfil
  • 22.06.2021, 13:35hHamburg
  • Das ist wirklich sehr ungewohnt.
    Auch wenn sie das nur machen sollten um der Fidesz Partei/AFD ans Bein zu pinkeln oder queere Stimmen zu angeln: Ist mir Schnuppe, ich finde das sehr gut, danke & bitte mehr davon.
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#3 Taemin
  • 22.06.2021, 13:43h
  • Bravo, Herr Ministerpräsident! Aber wollen Sie das nicht noch etwas unterstreichen? Vor und hinter der Staatskanzlei stehen insgesamt zwölf Fahnenmasten, sechs zum Hofgarten hin und sechs am -ächz- Franz-Josef-Strauß-Ring. Ob da wohl Mittwochabend Platz für eine Regenbogenfahne wäre?
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#4 LGBH0TTNZProfil
  • 22.06.2021, 14:07hSchwerte
  • Was ist denn mit Söder los? Der Mann überrascht mich in letzter Zeit immer mehr, zumal der mir früher mal alles andere als sympathisch war.
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#5 Taemin
  • 22.06.2021, 14:14h
  • Antwort auf #4 von LGBH0TTNZ
  • Seit er bei der letzten Landtagswahl mit seinem Versuch, die AfD rechts zu überholen, kläglich gescheitert ist, weil ihm die liberalkonservativen CSU-Wähler/innen davongelaufen sind, pflegt er die altbewährte bajuwarische Liberalitas. Ich konnte es ja kaum glauben, als ich ihn vor ein paar Monaten in einem Interview von der Liebe zwischen Männern bzw. Frauen schwärmen hörte, die dann eben auch selbstverständlich sollen heiraten dürfen.
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