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Fußball-EM

Viel Kritik an UEFA-Regenbogenverbot aus deutscher Politik

Aus den demokratischen Parteien und von LGBTI-Aktivist*innen kommt Unverständnis über das Verbot der UEFA, das Münchner Stadion beim Spiel gegen Ungarn mit Regenbogenfarben zu beleuchten. Der LSVD ruft sogar dazu auf, das Verbot zu ignorieren.


Auch Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kritisiert das UEFA-Verbot (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)
  • 22. Juni 2021, 11:26h 9 3 Min.

Deutsche Politiker*innen haben nach dem UEFA-Verbot für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben Kritik am Fußball-Dachverband geäußert. "Liebe UEFA, es ist nicht so, dass ich von euch viel erwartet habe. Aber ihr seid noch peinlicher als ich dachte. Schämt euch!", schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Dienstag bei Twitter zu der Entscheidung vor dem EM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn. Katarina Barley (SPD), Vize-Präsidentin des Europaparlaments, schrieb: "Vor Autokraten einzuknicken hat noch nie zu etwas Gutem geführt."

/ larsklingbeil
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Die Grünen riefen dazu auf, Regenbogenflagge zu zeigen. "Für Toleranz. Gegen Homofeindlichkeit. Nicht nur, wenn es um Fußball geht. Lasst uns ein starkes Zeichen der Vielfalt setzen und den Regenbogen durchs Land tragen", schrieb Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in dem Kurznachrichtendienst. Die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, erklärte: "Menschenrechte gelten für alle Menschen, überall. Auch im Stadion. (…) Flagge können wir morgen trotzdem zeigen. Im Stadion oder eben am Balkon".

/ ABaerbock
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Die Linke schrieb auf ihrem Twitter-Account: "Wer bei Menschenrechten von Neutralität spricht, hat nichts verstanden." Auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP im Bundestag, Marco Buschmann, bedauerte die Entscheidung. "Die #Regenbogenfarben stehen für Selbstbestimmung, Toleranz, Weltoffenheit, Freiheit", schrieb er.

/ dieLinke
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/ MarcoBuschmann
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Die CSU-Politiker Markus Söder und Alexander Dobrindt hatten zuvor zu den ersten gehört, die die Entscheidung der UEFA kritisiert hatten (queer.de berichtete).

Konkret hatte die UEFA erklärt, dass das EM-Stadion in München beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen darf (queer.de berichtete). Die UEFA lehnte damit einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) ab. Die UEFA sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die UEFA diese Anfrage ablehnen."

Scharfe Kritik vom LSVD

Der Lesben- und Schwulenverband kritisierte das Verbot als "Foluspiel gegen die Menschenrechte". LSVD-Vorstandsmitglied Axel Hochrein erklärte in einer Pressemitteilung: "Das Verbot, die Allianz-Arena in München beim morgigen Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, zeigt wie viel [der UEFA] ein diskriminierungsfreier Fußball Wert ist: Nichts. Indem sie ein Bekenntnis zu den Werten Europas und Einhaltung der Menschenrechte ablehnt, tritt sie diese Werte mit Füßen." Er mutmaßte, dass die UEFA wohl wegen erhöhter Covid-Zahlen in England das Finalspiel von London nach Budapest verlegen wolle, "weil Ungarn das einzige Land ist, dass Stadien bis zum letzten Platz füllt. Und somit will die UEFA Ungarn nicht verärgern, die Kasse muss stimmen, was zählen da europäische Grundwerte und Menschenrechte".

/ lsvd
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Der LSVD Bayern fordert die Betreiber der Münchner Fußball-Arena und den Besitzer FC Bayern sogar auf, das Stadion am Mittwoch trotz des Verbots in den Regenbogenfarben zu beleuchten. "Hier muss ein Zeichen gesetzt werden", sagte Markus Apel, der Vorstand des LSVD Bayern, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Ich wünsche, dass sich die Betreiber des Stadions und auch der FC Bayern diesem Beschluss der UEFA widersetzen, in welcher Form auch immer." Er kündigte Protestaktionen vor der Arena an. (dpa/dk)

Aus Anlass des Gruppenspieles der deutschen Nationalelf gegen Ungarn bei der EM2020 wollen wir für eine bunte,...

Posted by CSD München – Munich Pride on Monday, June 21, 2021
Facebook / CSD München – Munich Pride | Der CSD München und weitere queere Organisationen wollen vor der Arena unter anderem 11.000 Regenbogenfahnen an Fans verteilen
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Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von Regenbogenbinden und bunt erleuchteten Stadien bei der Fußball-EM?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.06.2021 bis 28.06.2021
-w-

#1 Taemin
  • 22.06.2021, 13:33h
  • Es ist eine Los-Entscheidung. Würdelos, ehrlos, gewissenlos.
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#2 AnnauAnonym
  • 22.06.2021, 13:42h
  • wie wär's, wenn man den Ungarn den Spiegel vorhalten würde und die Arena in leuchtendem Braun beleuchten würde?
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#3 fcgbfdAnonym
  • 22.06.2021, 14:10h
  • Wenn in Katar während der kommenden Fußball-WM schwule Fußballprofis erhängt werden, wird die FIFA mit Sicherheit auch Protestaktionen dagegen verbieten, aus "Rücksicht" auf die Gesetze Katars.
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