Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39213

Fußball-EM

Viel Kritik an UEFA-Regenbogenverbot aus deutscher Politik

Aus den demokratischen Parteien und von LGBTI-Aktivist*innen kommt Unverständnis über das Verbot der UEFA, das Münchner Stadion beim Spiel gegen Ungarn mit Regenbogenfarben zu beleuchten. Der LSVD ruft sogar dazu auf, das Verbot zu ignorieren.


Auch Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kritisiert das UEFA-Verbot (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

Deutsche Politiker*innen haben nach dem UEFA-Verbot für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben Kritik am Fußball-Dachverband geäußert. "Liebe UEFA, es ist nicht so, dass ich von euch viel erwartet habe. Aber ihr seid noch peinlicher als ich dachte. Schämt euch!", schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Dienstag bei Twitter zu der Entscheidung vor dem EM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn. Katarina Barley (SPD), Vize-Präsidentin des Europaparlaments, schrieb: "Vor Autokraten einzuknicken hat noch nie zu etwas Gutem geführt."

Twitter / larsklingbeil
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Twitter / katarinabarley
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Grünen riefen dazu auf, Regenbogenflagge zu zeigen. "Für Toleranz. Gegen Homofeindlichkeit. Nicht nur, wenn es um Fußball geht. Lasst uns ein starkes Zeichen der Vielfalt setzen und den Regenbogen durchs Land tragen", schrieb Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in dem Kurznachrichtendienst. Die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, erklärte: "Menschenrechte gelten für alle Menschen, überall. Auch im Stadion. (…) Flagge können wir morgen trotzdem zeigen. Im Stadion oder eben am Balkon".

Twitter / ABaerbock
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Twitter / GoeringEckardt
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Linke schrieb auf ihrem Twitter-Account: "Wer bei Menschenrechten von Neutralität spricht, hat nichts verstanden." Auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP im Bundestag, Marco Buschmann, bedauerte die Entscheidung. "Die #Regenbogenfarben stehen für Selbstbestimmung, Toleranz, Weltoffenheit, Freiheit", schrieb er.

Twitter / dieLinke
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Twitter / MarcoBuschmann
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die CSU-Politiker Markus Söder und Alexander Dobrindt hatten zuvor zu den ersten gehört, die die Entscheidung der UEFA kritisiert hatten (queer.de berichtete).

Konkret hatte die UEFA erklärt, dass das EM-Stadion in München beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen darf (queer.de berichtete). Die UEFA lehnte damit einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) ab. Die UEFA sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die UEFA diese Anfrage ablehnen."

Scharfe Kritik vom LSVD

Der Lesben- und Schwulenverband kritisierte das Verbot als "Foluspiel gegen die Menschenrechte". LSVD-Vorstandsmitglied Axel Hochrein erklärte in einer Pressemitteilung: "Das Verbot, die Allianz-Arena in München beim morgigen Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, zeigt wie viel [der UEFA] ein diskriminierungsfreier Fußball Wert ist: Nichts. Indem sie ein Bekenntnis zu den Werten Europas und Einhaltung der Menschenrechte ablehnt, tritt sie diese Werte mit Füßen." Er mutmaßte, dass die UEFA wohl wegen erhöhter Covid-Zahlen in England das Finalspiel von London nach Budapest verlegen wolle, "weil Ungarn das einzige Land ist, dass Stadien bis zum letzten Platz füllt. Und somit will die UEFA Ungarn nicht verärgern, die Kasse muss stimmen, was zählen da europäische Grundwerte und Menschenrechte".

Twitter / lsvd
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Der LSVD Bayern fordert die Betreiber der Münchner Fußball-Arena und den Besitzer FC Bayern sogar auf, das Stadion am Mittwoch trotz des Verbots in den Regenbogenfarben zu beleuchten. "Hier muss ein Zeichen gesetzt werden", sagte Markus Apel, der Vorstand des LSVD Bayern, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Ich wünsche, dass sich die Betreiber des Stadions und auch der FC Bayern diesem Beschluss der UEFA widersetzen, in welcher Form auch immer." Er kündigte Protestaktionen vor der Arena an. (dpa/dk)

Aus Anlass des Gruppenspieles der deutschen Nationalelf gegen Ungarn bei der EM2020 wollen wir für eine bunte,...

Posted by CSD München – Munich Pride on Monday, June 21, 2021
Facebook / CSD München – Munich Pride | Der CSD München und weitere queere Organisationen wollen vor der Arena unter anderem 11.000 Regenbogenfahnen an Fans verteilen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von Regenbogenbinden und bunt erleuchteten Stadien bei der Fußball-EM?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.06.2021 bis 28.06.2021


#1 Taemin
#2 AnnauAnonym
  • 22.06.2021, 13:42h
  • wie wär's, wenn man den Ungarn den Spiegel vorhalten würde und die Arena in leuchtendem Braun beleuchten würde?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 fcgbfdAnonym
  • 22.06.2021, 14:10h
  • Wenn in Katar während der kommenden Fußball-WM schwule Fußballprofis erhängt werden, wird die FIFA mit Sicherheit auch Protestaktionen dagegen verbieten, aus "Rücksicht" auf die Gesetze Katars.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 tychiProfil
  • 22.06.2021, 14:11hIrgendwo im Nirgendwo
  • Oder gar nicht beleuchten - als Zeichen für das jämmerliche Trauerspiel der UEFA und als Protestnote gegen Ungarn.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Ja gutAnonym
#6 Anonyma
  • 22.06.2021, 15:08h
  • "Katarina Barley (SPD), Vize-Präsidentin des Europaparlaments, schrieb: "Vor Autokraten einzuknicken hat noch nie zu etwas Gutem geführt.""

    Und das sagt nun ausgerechnet die Person, die erst 2019 als Justizministerin mit ihrem unsäglichen Entwurf eines "Geschlechtsidentitätsberatungsgesetzes" vor dem Autokraten-Verteidiger Horst Seehofer [*] eingeknickt ist und dann versucht hat, die Trans-Community nach dem Motto "friss oder stirb" unter Druck zu setzen. Manche Politiker:innen sind sich wirklich für keine Peinlichkeit zu schade.

    [*]
    www.tagesspiegel.de/politik/streit-ueber-ungarns-premier-see
    hofer-verteidigt-den-demokraten-orban/24239592.html
  • Antworten » | Direktlink »
#7 michael hnkAnonym
  • 22.06.2021, 15:25h
  • Na ja, die Kritik ist ein wenig wohlfeil. Den Eifer, den Barley, Söder & Co. jetzt bezüglich der Beleuchtung eines Stadions an den Tag legen, hätte es schon seit Jahren bezüglich eines ordentliches Sanktionsregimes gegen Machthaber Orban gebraucht. Mit Symbolpolitik kann sich jeder leicht schmücken, sogar die "wertkonservative Dumpfbacke" Dobrindt versucht es. *lol*
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Taemin
  • 22.06.2021, 17:21h
  • Diejenigen Polit-Promis, die jetzt gegen die UEFA protestieren, deren Parteien aber gerade eben im Bundesrat queere Anträge abgelehnt haben, sind natürlich Heuchler.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Anonyma
  • 23.06.2021, 01:13h
  • Antwort auf #8 von Taemin
  • Und von diesen Heuchler:innen gibt es hier in Deutschland leider jede Menge. Wenn ich sehe, wie Saskia Esken auf Twitter die Abstimmung vom 19.05. über das Selbstbestimmungsgesetz als "Spiel" mit "vereinbarten und/oder geübten Regeln" bezeichnet...

    twitter.com/EskenSaskia/status/1407425595055747074?s=20

    ...und sich erdreistet, zu behaupten, mit dem § 45b PStG (dritte Option) wäre ein "wichtiger Fortschritt" zur selbstbestimmten Änderung des Namens und Geschlechtseintrags "gelungen", obwohl alle wissen, dass die Bundesregierung dazu erst vom Bundesverfassungsgericht gezwungen werden musste und dass dann auch nur die für Deutschland übliche Minimallösung beschlossen wurde, die die Vorlage pathologisierender ärztlicher Atteste verlangt...

    twitter.com/EskenSaskia/status/1407408201612644356?s=20

    ...dann wird mir einfach nur noch kotzübel.

    Wenn es darum geht, ein Fußballstadion in Regenbogenfarben zu beleuchten, um auf die Queerfeindlichkeit in einem anderen Land hinzuweisen, dann sind sofort alle mit regenbogengeschmückten Kalendersprüchen zur Stelle, um sich kostenlos mit angeblicher Queerfreundlichkeit zu schmücken. Geht es jedoch darum, die konkrete Lebenssituation von queeren Menschen im eigenen Land zu verbessern, dann ist man nie um eine Ausrede für das eigene Nichtstun oder Versagen verlegen. Das ist an Widerwärtigkeit kaum noch zu überbieten.
  • Antworten » | Direktlink »