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Ungarn-Spiel: Polizei bereitet sich auf queer­feindliche Fan-Proteste vor

Gegen "rassistische und homophobe Inhalte" werde man konsequent vorgehen, so die Münchner Polizei.


Ungarische Fans beim Spiel gegen Frankreich in Budapest

  • 22. Juni 2021, 15:57h 8 2 Min.

Die Münchner Polizei bereitet sich auf möglichen Protest gegen die queere Community im Rahmen des dritten EM-Gruppenspiels von Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch vor. Dabei hätten die Beamten ein besonderes Augenmerk auf rund 200 Anhänger der ungarischen Fußballnationalmannschaft aus "problematischeren Fanvereinigungen", sagte Polizeisprecher Andreas Franken am Dienstag.

Insgesamt rechne seine Behörde mit rund 2.000 ungarischen Fans. Mehrere szenekundige Polizisten aus Ungarn unterstützten die rund 1.500 bayerischen Beamten in dem Einsatz. Franken stellte klar, dass gegen "rassistische und homophobe Inhalte" in oder außerhalb des Stadions konsequent eingeschritten werde.

Rassistisches und homophobes Fanverhalten bei Ungarns Spielen

Grund zu der Sorge besteht: Bereits am Sonntag hatte die UEFA bekannt gegeben, sie habe zur Untersuchung hinsichtlich "potenziell diskriminierender Vorfälle" bei den bisherigen beiden ungarischen Gruppenspielen in Budapest einen Ermittler eingesetzt (queer.de berichtete).

Details nannte sie nicht. Beim ersten Spiel gegen Portugal am 15. Juni war Cristiano Ronaldo Medienberichten zufolge allerdings mit homofeindlichen Fangesängen belegt worden (queer.de berichtete). Das Antidskriminierungsnetzwerk FARE meldete zudem an die UEFA, ungarische Fans hätten in den Rängen ein queerfeindliches Banner mit dem Aufdruck "Anti-LMBTQ" gezeigt (die Abkürzung ist die ungarische Version für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans Personen und Queers).

Beim Spiel gegen Frankreich am letzten Samstag soll es zudem übereinstimmenden Medienberichten zufolge durch ungarische Fans zu rasssistischen Beschimpfungen und Affenlauten gegenüber mehreren französischen Spielern gekommen sein. An beiden Spieltagen waren mehrere mutmaßliche Hooligan-Gruppen in den Rängen zu sehen. Vor dem Spiel am Samstag zogen Fans mit Pyrotechnik und einem Banner, der sich gegen das In-die-Knie-gehen-Zeichen gegen Rassismus wendete, zum Stadion.

Queere Aktion findet statt

Der CSD Deutschland gab derweil am Nachmittag bekannt, dass eine gemeinsam mit Amnesty International, dem CSD München und weiteren Vereinen geplante Aktion an der Arena erlaubt worden sei. Die Aktivist*innen wollen unter anderem 11.000 Regenbogenflaggen, 4.500 Sticker und Plakate verteilen. Man danke "dem DFB, der uns gerne bei der Durchführung geholfen hat, und [der] Polizei vor Ort, die uns aufgrund der erhöhten Sicherheitsstufe während des Spiels unterstützen."

#dontkickLGBTIQrights – FINDET STATT! Wir haben die Zusage. Die Aktion wird am unteren Ende der Esplanade stattfinden,...

Posted by CSD Deutschland e.V. on Tuesday, June 22, 2021
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Die UEFA hatte zuvor entschieden, dass das EM-Stadion in München bei dem Spiel nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen darf (queer.de berichtete). Hintergrund der Forderung ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde (queer.de berichtete). (nb)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 22.06.2021, 18:05h
  • Mit ihrem Regenbogen-Verbot hat die UEFA geradezu eine Einladung an rechte Hooligans ausgesprochen, dort gegen LGBTI zu hetzen.

    Traurig, dass die Polizei jetzt ausbaden muss, was die UEFA ihr eingebrockt hat, aber gut, dass die Polizei klargemacht hat, dass sie keinerlei Hetze tolerieren wird und entschieden eingreifen wird.

    Ich hoffe, dass sie das auch wirklich tun und entsprechende Leute dann arrestieren und die sich dann das Ergebnis nach dem Spiel anhören können.
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#2 andyAnonym
#3 PschoAngel
  • 22.06.2021, 20:32h
  • Diese sogenanten "Fans" haben sich schon bei 2 Spielen daneben benommen, ein Fan Auschluss wäre definitiv möglich gewesen. Aber bei der Uefa wundert es mich nicht, dass es keine Harte/keine Strafe gibt...
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