Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39221

Istanbul

Türkei: Pride-Picknick mit Regenbogenflaggen verboten

Die Polizei ließ Personen mit Regenbogenflaggen oder -masken nicht zu der Veranstaltung im Rahmen der Pride-Week.


Gekommen, um zu bleiben: Teilnehmende des Picknicks, die in den Park vordringen konnten (Bild: Kaos GL / twitter)

Zu Update springen: Polizei beginnt gewaltsame Räumung des Parks (19:10h)

Die türkischen Behörden haben laut Medienberichten ein Picknick anlässlich der sogenannten Pride-Week in einem zentralen Park in Istanbul untersagt. Die Polizei habe Menschen, die Utensilien in den Regenbogenfarben mit sich trugen, am Dienstag zudem den Zutritt zum Macka-Park verwehrt, berichteten Medien und Augenzeugen. Dazu untersuchten sie auch Taschen.

Der Anwalt Levent Piskin schrieb auf Twitter, er habe das Gelände nicht mit einer Maske in Regenbogenfarben betreten dürfen. "Nimm die Maske ab und geh so rein, sagt mir die Polizei, die mir eigentlich eine Strafe aufbrummen müsste, wenn ich keine Maske trage."

Twitter / istanbulpride
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Der LGBTI+-Verband Kaos GL teilte Bilder von Menschen im Park und schrieb dazu: "Wir sind hier, wir sind im Macka-Park, wir gehen nicht!" Bilder zeigten Sicherheitskräfte in der Nähe, die aber zunächst nicht gegen die sitzenden Menschen einschritten.

Die Behörden des Bezirks Şişli hatten das Picknick in dem Park am Dienstag zunächst mit Verweis auf "nationale Sicherheit, öffentliche Ordnung und Verhinderung von Straftaten" untersagt – und alle weiteren öffentlichen Aktivitäten der Pride-Veranstaltenden für die kommenden 30 Tage. Ein Großteil der Veranstaltungen findet wie im Vorjahr online statt.

Twitter / kepenekevrimm | Sicherheitskräfte blockierten den Eingang zum Park, berichtet bianet.org
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Das vegane Picknick war eigentlich auf der zum Istanbuler Stadtteil Adalar gehörenden Insel Heybeliada geplant gewesen, aber die Polizei habe laut Kaos Gl Druck auf den Veranstaltungsort ausgeübt. Daher hatte man zu dem Picknick im Macka-Park aufgerufen.

In der Türkei hatte sich in den letzten Jahren das Vorgehen des Staates gegen LGBTI massiv verstärkt: So wurden CSDs und teilweise queere Kultur- und Sportveranstaltungen verboten und mehrfach Pride-Teilnehmende mit Gewalt festgenommen (queer.de berichtete). Nach Festnahmen bei einem Campus-CSD in Ankara müssen sich 18 Studierende und ein Dozent vor Gericht verantworten (queer.de berichtete). In diesem März kam es zu mehrtägigen Protesten und hunderten Festnahmen rund um Student*innen-Proteste, bei denen auch Regenbogenflaggen und ein Bild der Kaaba mit queeren Flaggen eine Rolle spielten (queer.de berichtete). (dpa/nb)


 Update  19.10h: Polizei beginnt gewaltsame Räumung des Parks

Bilder und Video-Aufnahmen zeigen, dass die Polizei begonnen hat, das Picknick in dem Park gewaltsam zu räumen. "Die Polizei attackiert die Menge mit Hunden", schrieben die Pride-Veranstalter bei Twitter.

Twitter / dilaraddemirrr
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Twitter / istanbulpride
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

 Update  19.25h: Laut Pride mindestens eine Festnahme

Twitter / baris_kop
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Twitter / istanbulpride
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe



#1 kuesschen11Profil
  • 22.06.2021, 19:02hFrankfurt
  • Diese Verbote sind immer die ersten Schritte und Stufen zur faschistischen Gesinnung.

    Arme Türkei. Sie rückt immer mehr weg von Demokratie.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Meleg29Profil
#3 DramaQueen24Profil
  • 23.06.2021, 05:17hBerlin
  • Und mit diesem Regime will die EU Geschäfte machen. Mit Terroristen und Menschenfeinden macht man keine Geschäfte, man zeigt ihnen die rote Karte!
    Aber der EU waren Menschenrechte schon immer egal!
    Groß davon reden, aber das Gegenteil tun, das war oft genug in der Vergangenheit ihre Devise. Geschäfte sollen ja nicht darunter leiden!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Girlygirl
  • 23.06.2021, 10:26h
  • Antwort auf #3 von DramaQueen24
  • So ist das leider mit der Außenpolitik. Kritische Journalist*innen, Kurd*innen, Frauen und LGBTQ sollen bei Erdo still sein. Leider darf man ihn dafür nicht zur Rechenschaft ziehen, denn er kriegt Milliarden um den Türsteher für die EU zu spielen. Ähnlich wie in Ungarn vor ein paar Jahren, als Orban für seine Flüchtlingspolitik von den Konservativen hofiert wurde.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Ja gutAnonym
  • 23.06.2021, 11:11h
  • Antwort auf #4 von Girlygirl
  • Ja, weil die EU auch wirtschaftliche Interessen und Lebensstandard sichern muss... meinst du wirklich eine Gesellschaft scherrt sich um Menschenrechte - noch dazu im Ausland - wenn sie selber kollabiert? Niemand interessiert sich für den Schwulen in Istanbul wenn er*sie nicht weiß wie die eigene Miete zu bezahlen ist oder die nächste Mahlzeit auf den Tisch kommt.

    So einfach wie Ihr das malt ist das leider nicht...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Girlygirl
  • 23.06.2021, 13:23h
  • Antwort auf #5 von Ja gut
  • Ich studiere Politikwissenschaft und weiß das selbstverständlich. Nur einige hier scheinen das nicht zu wissen, das sieht man vor allem an der Ungarn Debatte. Die Erkenntnis, dass die EU vordergründig eine Wirtschaftsunion ist, scheint viele naive LGBTs zu treffen wie ein Kind dem man sagt, dass es den Weihnachtsmann nicht gäbe. Das gleiche mit der Empörung über Pinkwashing oder die UEFA.
  • Antworten » | Direktlink »