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Live-Blog

Ein queeres EM-Spiel – auch ohne Regenbogenbeleuchtung

Ein Flitzer mit Prideflagge, Söder mit Regenbogenmaske – in der Allianz Arena wurden am Mittwochabend trotz UEFA-Verbots viele Zeichen gegen Queerfeindlichkeit gesetzt. Es gab jedoch auch homophobe Banner und Fangesänge. Alle Entwicklungen im Live-Blog.


So bunt will es die UEFA am Mittwoch nicht haben (Bild: Allianz Arena)

Wir reiben uns ungläubig die Augen: Mit Ausnahme der homophoben Hardcore-Fundis aus der AfD fordert auf einmal die ganze Republik ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit – zumindest gegen Ungarn und das erste Gesetz gegen Homo- und Trans-"Propaganda" in der EU.

Auch Politiker*innen, die sich in Deutschland sonst nicht die Bohne für queere Menschen und ihre Rechte interessieren, fordern vehement die bunte Beleuchtung von Stadien, Rathäusern oder Gartenzäunen und kritisieren die bigotte UEFA, die das Lichterspektakel ausgerechnet dann verbietet, wenn es als Zeichen der Solidarität mit queeren Menschen in Ungarn wirklich wichtig wäre. Aber nun kann sich die deutsche Micheline erst recht ach so fortschrittlich und tolerant fühlen.

Bis zum Anpfiff des Spiels Deutschland gegen Ungarn um 21 Uhr dürften noch etliche weitere Statements in unsere Redaktion flattern. Aus diesem Grund haben wir für die wichtigsten Pressemitteilungen, Reaktionen und Entwicklungen heute ein Live-Blog eingerichtet.

Die vielleicht spannendste Frage bleibt, ob das Münchner Stadion am Abend trotz des Verbots bunt leuchten wird. Mehrere Initiativen und Organisationen, darunter der LSVD-Landesverband, haben die Allianz-Arena und den FC Bayern als Besitzer aufgefordert, sich einfach über die Entscheidung der UEFA hinwegzusetzen. "Das kostet dann wohl eine Strafe. Aber die wäre es in diesem Fall wert", meinte der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Jung.

Regenbogenbeleuchtung ohne Genehmigung? Das wäre für deutsche Verhältnisse eine echte Sensation… (mize)


Live-Ticker (abgeschlossen, chronologisch)

23.06., 23:35h

Weitere Homophobie-Vorfälle

Laut WAZ riefen ungarische Fans in der Arena kurz vor dem Einlauf der Mannschaften: "Deutschland, Deutschland homosexuell." Von ähnlichen Chören am Nachmittag berichtet die dpa:

Auf einem zentralen Platz in München, wo für die ungarischen Fans ein Corona-Testzentrum aufgebaut war, brachten sich am frühen Mittwochabend Hunderte von ihnen in Stimmung. Vereinzelt waren "schwul schwul Deutschland schwul"-Rufe zu hören. Journalisten wurde der Mittelfinger gezeigt, ebenso Demonstranten, die sich mit Regenschirmen und Flaggen in Regenbogenfarben versammelt hatten. Die Polizei nahm einige Fans wegen des Abbrennens von Rauchtöpfen fest, einen auch wegen des Zeigens des Hitlergrußes. Ansonsten kam es zunächst zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, wie ein Polizeisprecher auch nach dem Abpfiff noch einmal bestätigte.

Die Fans durften nicht zum Stadion marschieren, sondern wurden vom Wiener Platz mit Bussen dorthin gebracht (Medienberichten zufolge in sicherem Abstand zu dem Ort, wo der CSD und weitere Organisationen Pride-Flaggen verteilten). Die Busse wurden von der Stadt München gestellt und hatten an der Seite kleine Regenbogenfähnchen, wie Bild berichtet.

Twitter / TiloJung
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23:15h

Damit enden wohl nun zunächst ein paar Tage mit überraschend starker Regenbogendiskussion, medialer Aufregung und Solidarität.

Das Münchener Stadion durfte nicht in Regenbogenfarben erstrahlen – das hatte die UEFA untersagt. Trotzdem waren die Pride-Farben vor und im Stadion stark vertreten.

Posted by tagesschau on Wednesday, June 23, 2021
Facebook / tagesschau
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Der Ball zu Ungarns queerfeindlichen Gesetz, wenige Stunden vor dem Spiel vom Staatspräsidenten unterzeichnet, liegt nun wieder bei der Politik. Daher nochmal der Verweis auf diesen Artikel von heute:
EU-Kommission geht gegen Ungarns Gesetz gegen "Homo-Propaganda" vor (23.06.2021)

Das Wort zum Abpfiff geben wir aber den bayrischen Kolleg*innen von quer.

Word.

23:12h

Große Spende an die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Das Portal Booking.com spendet 100.000 Euro an das Projekt "Fußball für Vielfalt" der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Twitter / DFL_Official
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22:55h

Das Spiel endet 2:2, Deutschland ist weiter, Ungarn nicht.

22:45h

Nach sehr bangen Minuten, in denen es 2:1 für Ungarn stand (kurz nach dem 1:1), was einen Abschied Deutschlands bedeutet hätte, steht es nun 2:2.

22:23h

Anderswo in Deutschland

22:20h

Homofeindlicher Hetzbanner

Ein zweites Bild vom homofeindlichen Banner bei ungarischen Fans (s.a. Eintrag 21:52h). Der offenbar gezielt an Deutsche gerichtete Aufdruck: "LMBT? Nein, Danke!"

Twitter / Ludwig1893
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Noch steht es weiter 1:0 für Ungarn.


21:56h

Hitzlsperger kritisiert UEFA: Arenabeleuchtung schon vorher abgelehnt

Die UEFA hat nach Aussage des früheren Fußball-Profis Thomas Hitzlsperger bereits im Mai eine Regenbogen-Beleuchtung des Münchner EM-Stadions abgelehnt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe damals angeregt, die Arena an einem spielfreien Tag in Regenbogenfarben zu beleuchten. "Die UEFA hat dieses abgelehnt, einfach mit dem Verweis unter anderem auf die Kurzfristigkeit der Anfrage", sagte Hitzlsperger am Mittwochabend im ZDF-"Sportstudio". "Und ein paar Wochen später sagen sie, man könnte doch auch einen anderen Spieltag wählen. Und das passt dann nicht mehr zusammen", sagte Hitzlsperger, derzeit Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Die Europäische Fußball-Union laufe damit der Diskussion und der Entwicklung hinterher.

Hitzlsperger ergänzte, dass das UEFA-Verbot möglicherweise sogar gut für die Debatte war. "Die Diskussion, die entstanden ist aufgrund dessen, ist so viel größer und geht über so viele Tage, dass die UEFA, glaube ich, enorm unterschätzt hat, was sie damit angerichtet hat." Sie habe sich selbst in ein schlechtes Licht gerückt und viele Fußballfans mobilisiert. "Die Fans haben heutzutage einen größeren Anspruch", Verbände müssten sich klar positionieren. Auch vom DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch erwarte er künftig eine klarere und emotionalere Positionierung in Sachen Gleichberechtigung, Menschenrechte und Vielfalt. (dpa)

21:52h

Der Twitter-Account der Fußball-Fans gegen Homophobie zeigt ein homofeindliches Banner offenbar heute im ungarischen Fanblock.

Beim ersten ungarischen Spiel gegen Portugal hatten Fans ein Banner mit dem Aufdruck "Anti-LMBTQ" gezeigt (die Abkürzung ist die ungarische Version für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans Personen und Queers) und Cristiano Ronaldo mit homofeindlichen Gesängen beleidigt, beim zweiten Spiel hatten ungarische Fans Affenlaute in Richtung französischer Spieler abgegeben. Zu beiden Spielen in Budapest hatte die UEFA am Sonntag eine Untersuchung angekündigt, aber bislang kein Ergebnis bekannt gegeben.

21:40h

Im TV-Bild sind viele Deutschland-Flaggen zu sehen aber doch eher wenig Regenbogenflaggen. Detailbilder zeigen, dass sie durchaus genutzt werden, aber für Aufnahmen aus der Ferne zu klein sind. Inzwischen leeren sich die die Ränge zudem wegen Regens.


Liebe Grüße aus der #AllianzArena. Das Spiel lauft, die Stimmung ist gut, auch wenn das Dfb_Team schwächelt, aber da geht noch was. #dontkicklgbtiqrights

Posted by CSD Deutschland e.V. on Wednesday, June 23, 2021
Facebook / CSD Deutschland e.V. | Eindrücke vor dem Regen
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Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von Regenbogenbinden und bunt erleuchteten Stadien bei der Fußball-EM?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.06.2021 bis 28.06.2021


#1 mesonightAnonym
  • 23.06.2021, 07:17h
  • Wer ist denn "die UEFA"? Wer hat diese Entscheidung getroffen? Man sollte die Veranwortlichen namentlich benennen und ihnen ein Gesicht geben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 benbockAnonym
  • 23.06.2021, 09:00h
  • Hat der Münchner Stadtrat mit dem expliziten Ungarn-Bezug einen taktischen Fehler begangen, dem die Taktik der UEFA unter slowenischer Führung (Putin etc.) überlegen ist ? Wird es deswegen kein Münchner Trotzdem geben?
    Welche clevere Strategie gibt es jetzt noch (mit einem Orban im Stadion?) ?
    Ein Münchner Eigentor soweit ? Interview (DLF) Gebauer
    ogy.de/pdvi

    Seehofers Frau für den Sport, MinDirektorin Beate Lohmann
    youtu.be/T_m0vF-cW8E,
    könnte - und muss - da ein Machtwort sprechen, in Sachen DFB, Koch etc. aber auch in Sachen München.
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#3 Julian SAnonym
  • 23.06.2021, 09:54h
  • Manchmal sind die Zeiten für zivilen Ungehorsam gekommen. Und dieser Zeitpunkt ist genau jetzt.

    Es kann doch nicht sein, dass ein Herr Orban und seine Marionetten von der UEFA bestimmen welche Beleuchtungen es wo in Deutschland geben darf oder nicht.
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#4 gastAnonym
  • 23.06.2021, 09:54h
  • Herr Orban beschert unseren PolitikerInnen eine willkommene Gelegenheit sich zur Schau zu stellen.
    Wartet ´s ab, Allerspätestens, unmittelbar nach den Wahlen geht´s mit Vollkaracho und Karamba zurück in den Minderheitenstatus. Seien wir ehrlich, welche PolitikerInnen wollen es sich ernsthaft mit Ungarn verscherzen? Die Ungarn besitzen eine der stärksten Grenzen am Rand der EU, machen sozusagen die "robuste Arbeit", welche EU PolitikerInnen in dieser Offenheit nicht zugeben wollen, die sie im Grunde genommen jedoch gutheißen. Siehe zum Beispiel Dänemark, siehe Griechenland, Italien, Spanien die größtenteils allein gelassen wurden.
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#5 YannickAnonym
  • 23.06.2021, 10:07h
  • Ich möchte an alle Besucher dieses Spiels appellieren und sie bitten, mit Regenbogenflaggen, etc. ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass zu setzen.

    Der Fußball darf nicht zu einem Hort rechter Gesinnung werden!
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#6 nachgayfragtAnonym
  • 23.06.2021, 10:10h
  • was würde denn passieren, wenn das münchner stadion zum ungarn-spiel entgegen der weisung der uefa trotzdem in regenbogenfarben angeleuchtet wird?
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#7 Taemin
  • 23.06.2021, 10:13h
  • Einerseits: Der Sturm tobt durchs Land. Man gewinnt den Eindruck, die Deutschen und insbesondere die deutsche Politik jeglicher Couleur (außer AfD) begreife den Schutz der Grundrechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans- und Intermenschen als Teil der Staatsräson. - Andererseits: Das selbe deutsche Volk, das jetzt ein Stadion in Regenbogenfarben beleuchtet sehen will, kümmert sich keinen Deut darum, dass in zahlreichen Ländern Schwule noch immer brutal verfolgt werden, z.B. im nächsten WM-Ausrichterland Katar, und die selben Parteien, die sich jetzt als Vorkämpfer queerer Rechte gerieren, haben Jahrzehnte gebraucht, zähneknirschend die Ehe zu öffnen, und halten weiter zäh an queerfeindlichen gesetzlichen Regelungen fest, die sie jeden Tag ändern könnten. Wir beobachten den größten Theaterdonner an Heuchelei, den es zu unseren Lebzeiten in Deutschland je gegeben hat.
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#8 Verlogene UEFAAnonym
  • 23.06.2021, 10:16h
  • Die UEFA zeigt aus Marketing-Gründen gerne Filmchen wo Diversität gezeigt wird und sie sich ein modernes Image gibt.

    Aber offenbar ist das nur Blabla, denn wenn es wirklich drauf ankommt, verhindert sie Zeichen für Vielfalt und hat den Fußball lieber braun statt bunt.
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#9 Carsten ACAnonym
  • 23.06.2021, 10:31h
  • Herr Orban betont immer wieder die Souveränität seines Landes und verbittet sich jegliche Kommentierung oder Einflussnahme von außen in seine "inneren Angelegenheiten".

    Wieso akzeptiert er das dann nicht umgekehrt genauso? Wieso mischt er sich dann in unsere inneren Angelegenheiten ein? Denn wie in Deutschland Stadien beleuchtet werden, ist ja unsere Sache und nicht seine.
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#10 QwertzuiopüAnonym
  • 23.06.2021, 10:32h
  • Politiker, die jetzt lauthals die UEFA kritisieren, sollten lieber mal überprüfen, ob sie sich für die Aufnahme der sexuellen Identität in GG Artikel 3 eingesetzt haben. Wenn nein, ist es einfach nur billige Polemik jetzt irgendwelche Forderungen an die UEFA zu stellen. Dass wenn ganz Deutschland mal über queere Rechte diskutiert, das Thema die Beleuchtung eines Fußballstadions zur EM ist, ist ebenso lächerlich wie passend.
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