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Paradox: UEFA taucht Logo in Regenbogenfarben und verteidigt Regenbogenverbot
Wenige Stunden vor dem Anstoß in München versucht sich die UEFA in Rainbowwashing.

Die UEFA präsentiert sich auf Twitter weltoffen
- 23. Juni 2021, 11:41h 2 Min.
Die Europäische Fußball-Union hat ihre Entscheidung gegen die Regenbogenbeleuchtung an der Münchner EM-Arena verteidigt. "Einige" hätten diese "als politisch" interpretiert, teilte der Dachverband am Mittwochnachmittag auf Twitter mit. "Im Gegenteil, die Anfrage selbst war politisch und verbunden mit der Anwesenheit der ungarischen Nationalmannschaft im Stadion für das Spiel am Abend gegen Deutschland." Der Regenbogen sei für die UEFA "kein politisches Symbol, sondern ein Zeichen unseres Engagements für eine vielfältigere und integrativere Gesellschaft".
UEFA (@UEFA) June 23, 2021/ UEFA
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Einige Twitter-Nutzer*innen waren nach dieser Mitteilung verwirrt. Einer erklärte etwa: "Ist der Regenbogen nur ein politisches Symbol, wenn er homophobe Leute nervt?" Ein anderer kalauerte: "Übersetzung [der UEFA-Mitteilung]: Wir unterstützen immer den Regenbogen, Antidiskriminierung und Antirassismus, außer wenn unsere Sponsoren oder ein Gastgeber beleidigt sind und nur so lange wir Geld scheffeln, ihr Idioten." Wiederum andere erklärten, dass die Ablehnung das Verbot einer Regenbogenbeleuchtung auch ein politisches Signal sei, aber eines, das der ungarischen Regierung einen Freibrief ausstellt. Es gab aber auch Unterstützung für die UEFA.
/ televisivodel89So rainbow is not a political symbol except if it offends some homophobe people ?
TelevisivoDel89 (@televisivodel89) June 23, 2021
Ok @UEFA
Múnich, just do it! pic.twitter.com/EHriTceR9s
/ F_vonLuckeTranslation: we always support the rainbow, anti-discrimination and anti-racism*
Franz von Lucke (@F_vonLucke) June 23, 2021
*but course only if none of our sponsors or hosts gets offended and only as long we profit financially, stupid!
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Die UEFA hatte am Dienstag den Antrag der Stadt München abgelehnt, die Arena des FC Bayern für das finale Vorrundenspiel an diesem Mittwoch in Regenbogenfarben leuchten zu lassen (queer.de berichtete). Daraufhin war sie massiv kritisiert worden. Hintergrund des Antrags ist ein Gesetz gegen "Homo-Propaganda", das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt worden war (queer.de berichtete).
Die EU-Kommission hat am Mittwochvormittag Ermittlungen gegen Ungarn wegen des Gesetzes gegen Budapest angekündigt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete das Gesetz als "Schande" (queer.de berichtete). (dpa/dk)














