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Selbstsame LSU-Freude

Tobias Hans für Adoptionsrecht für alle – vier Jahre zu spät

Die Lesben und Schwulen in der Union feiern, dass sich der saarländische Regierungschef für das Adoptionsrecht durch Homo-Paare ausspricht. Dieses existiert allerdings schon seit vier Jahren.


Facebook-Eintrag der LSU

Kurz nach Mitternacht knallten beim Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union die Korken: Auf Facebook verkündete die LGBTI-Interessenvertretung von CDU und CSU, eine "überraschend deutliche Aussage" des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans. Dieser hatte kurz zuvor in der neuesten Ausgabe der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" gesagt: "Ich bin dafür, dass homosexuelle Paare auch Kinder adoptieren können, weil es Kinderwunsch gibt bei homosexuellen Paaren und weil es auch Kinder gibt, die sich freuen würden, eine entsprechende Familie zu haben."

Der Eintrag führte zu einiger Verwirrung in sozialen Medien. Denn immerhin hatte der Bundestag bereits vor knapp 17 Jahren die Stiefkindadoption bei Lebenspartnerschaften eingeführt und vor vier Jahren mit der Ehe-Öffnung auch gleichgeschlechtlichen Paaren die gemeinschaftliche Adoption zugestanden.

Unter dem LSU-Eintrag fragte sich etwa ein Facebook-Nutzer: "Mir ist nicht klar, worin der Fortschritt hier bestehen soll? Darin, dass Herr Hans nun etwas gut findet, was längst gegen den Widerstand der Mehrheit seiner Partei vom Bundestag beschlossen wurde? Vor vier Jahren wäre das eine Meldung wert gewesen, aber heute?"

LGBTI-Aktivist Stefan Mielchen wunderte sich über die gesamte Debatte: "Auch schön, wie Markus Lanz in seiner Sendung gemeinsam mit Robin Alexander versucht, Saarland-MP Tobias Hans mal so richtig vorzuführen: warum der für den Regenbogen am Stadion sei, sich aber nicht (erhobener Zeigefinger Lanz) für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle stark mache, das im Wahlprogramm der CDU – empör, empör!! – ja überhaupt fehle. Tja, warum fehlt es da? Vielleicht, weil es längst Gesetz ist?" Zwar erinnerte der Vorstand des Hamburg Pride daran, dass es noch eine Diskriminierung bei lesbischen Ehepaaren gebe, wo bei einem leiblichen Kind die Partnerin nicht automatisch anerkannt wird, sondern auf die Stiefkindadoption angewiesen ist. Zu dieser Thematik sagte Hans jedoch nichts.

Auch schön, wie Markus Lanz in seiner Sendung gemeinsam mit Robin Alexander versucht, Saarland-MP Tobias Hans mal so...

Posted by Stefan Mielchen on Tuesday, June 22, 2021
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Der 43-jährige Tobias Hans gilt in seiner Partei durchaus als fortschrittlich bei LGBTI-Rechten. So sprach er sich etwa dafür aus, "sexuelle Identität" im Antidiskriminierungsartikel des Grundgesetzes zu verankern (queer.de berichtete). Diese Reform ist im Gegensatz zum Adoptionsrecht wirklich noch nicht umgesetzt, obwohl es eigentlich im Bundestag eine Mehrheit aus SPD, FDP, Linken und Grünen dafür gäbe. (dk)



#1 Taemin
  • 23.06.2021, 14:34h
  • Na dann überhol ich den Herrn Hans mal: Also - ahem - ich bin dafür, die Strafbarkeit einvernehmlicher sexueller Handlungen zwischen Männern in Deutschland abzuschaffen.
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#2 MagsAnonym
#3 RebeccaProfil
  • 23.06.2021, 16:54hBerlin
  • Antwort auf #1 von Taemin
  • Und ich fordere endlich ein Transsexuellengesetz, welches für alle gilt, egal, wo sie her kommen und welches eine Namensänderung vor einem Amtsgericht verlangt und zwei unabhängige Gutachten von Psychologen.

    Auch wenn im Straßenverkehr bei Gutachten nur eines verlangt wird.

    Upps. Gibt es ja seit 1981. vemutlich von stramm linken Kräften verabschiedet, denn die CDU/CSU würde dem NIE zustimmen.
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