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Internationale Queerfeindlichkeit

Polens Botschafter verteidigt Ungarn gegen Kritik am "Propaganda"-Gesetz

Das Land habe das Recht, Kinder vor "Frühsexualisierung" zu schützen, meint Andrzej Przylebski.


Andrzej Przylebski ist seit 2017 polnischer Botschafter in Deutschland (Bild: gov.pl)

Der polnische Botschafter in Berlin, Andrzej Przylebski, hat die ungarische Regierung gegen die europäische Kritik am Gesetz gegen die "Bewerbung" von Homo- und Transsexualität verteidigt. "Das Recht des ungarischen Parlaments, Schulkinder vor der Beschäftigung mit der homosexuellen Problematik gesetzlich zu schützen", sei "evident und unbezweifelbar", sagte Przylebski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). Dies habe nichts mit Intoleranz zu tun, geschweige denn mit der Verfolgung Homosexueller oder der Beschränkung ihrer bürgerlichen Rechte.

Das Gesetz sei seines Wissens auf die Schulausbildung begrenzt und sein Sinn sei, Kinder vor einer "Frühsexualisierung" zu schützen, sagte Przylebski. "Den Versuch, das ungarische Volk durch die geplante Beleuchtung des Stadions in München während des Fußballspiels Deutschland-Ungarn anzuprangern, finde ich unangebracht und verletzend", sagte der Botschafter.

In Wirklichkeit stellt sich das Gesetz nicht nur gegen eine schulische und außerschulische Aufklärung über Homo- und Transsexualität, was keine "Frühsexualisierung" ist, sondern verbietet auch den Zugang von Minderjährigen zu Büchern und Broschüren, Filmen und anderen Medien, bei denen "Geschlechtsidentität abweichend vom bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht, Geschlechtsoperationen und Homosexualität dargestellt und beworben" werden. Die Einschränkungen gelten auch für den Werbebereich. Das Parlament hatte das Vorhaben in der letzten Woche verabschiedet (queer.de berichtete). Am Mittwoch unterzeichnete Staatspräsident János Áder das Gesetzespaket.

Die EU-Kommission sieht in dem Gesetz Verstöße gegen die Menschenwürde, den Gleichheitsgrundsatz und grundlegende Menschenrechte und will dagegen vorgehen (queer.de berichtete). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte 2017 regionale Vorläufer zum russischen Gesetz gegen "Homo-Propaganda" als Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention bewertet: Minderjährige hätten ein Recht auf objektive Informationen und auf einen Schutz vor Homophobie, so das Gericht des Europarates (queer.de berichtete).


Auch AfD-Kreise verteidigen das ungarische Gesetz, wie dieser Facebook-Eintrag von Erika Steinbach vom Donnerstagmorgen

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland Maßnahmen der EU gegen Ungarn. Das Gesetz, "das nach dem Willen von Viktor Orban und seiner Clique Informationen über und Darstellungen von Homosexualität verbieten soll", sei "die neue Volte im unwürdigen und schäbigen Spiel mit den fundamentalen Werten der Europäischen Union", sagte Roth. Es sei ein "klarer Versuch, die Meinungsfreiheit und weitere bürgerliche Freiheitsrechte in Verbindung mit der Ausgrenzung von Minderheiten und dem Schüren von Homophobie einzuschränken", warnte Roth. Es trage so "zur Spaltung der EU in Zusammenarbeit mit anderen Autokraten und Diktaturen" bei.

Botschafter Przylebski hatte in der Vergangenheit bereits Kritik an der queerfeindlichen Politik seiner eigener Regierung zurückgewiesen (queer.de berichtete). So verteidigte er die sogenannten "LGBT-freien Zonen": "Andererseits muss man betonen, dass der Großteil der polnischen Bevölkerung katholischen Glaubens ist, was bedeutet, dass die LGBT-Ideologie für einen Teil dieser Glaubensbekenner nicht zu billigen ist. Eben in diesem Sinne muss man Beschlüsse von einigen Kommunen als Widerspruch gegen die LGBT-Ideologie erörtern." (dpa/nb)



#1 Korinthen KKAnonym
  • 24.06.2021, 10:15h
  • Herr Botschafter, homosexuelle Jugendliche haben das Recht, sich darüber zu informieren! Information ist keine Propaganda, anders als religiöse Gehirnwäsche, die man Kindern von klein an ungefragt aufzwängt!
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#2 LindgerdeAnonym
  • 24.06.2021, 10:30h
  • Man wundert sich, warum man so wenig Werbung für gute Noten und Spinat sieht, wenn sich Kinder doch so einfach zu irgendwas beeinflussen lassen.
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#3 Taemin
  • 24.06.2021, 10:53h
  • Dass der eine Rechtsausleger den anderen stützt, ist ja klar. Mich erinnert das an die Eile, mit der Gauland seinem Gesinnungsspezi Thierse beigesprungen ist.
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#4 LeashProfil
  • 24.06.2021, 11:03hHamburg
  • Die müssten erstmal grundsätzlich verstehen WOLLEN das man so geboren wird und das nicht passiert weil einem das beworben wurde. Oder weil da irgendwie eine Ideologie dahinter steckt. Es ist ja auch nicht so als wenn jeder queere Mensch die gleiche Weltanschauung teilt, es gibt schließlich auch genug Alice Weidel's.
    Und sie müssen verstehen wie schädlich es ist als Heranwachsender nicht benennen zu können was mit einem los ist und wenn man es weiß, sich dafür zu hassen weil die Regierung und das Umfeld einem sagt das sei nicht akzeptabel.
    Dann müssten sie einsehen, dass das Gesetz Kinder nicht schützt, sondern im Gegenteil dafür verantwortlich sein wird das sich weiterhin vermehrt queere Kinder das Leben nehmen, aber das ist vermutlich auch die Idee dahinter.
    Es ist wohl doch noch ein langer Weg, ich weiß nicht ob wir das jemals aus den Köpfen der Leute rausbekommen zu denken man sei nur verwirrt, geistig krank oder hätte nicht genug elterliche Zuwendung erfahren. Aber zu glauben man suche sich das aus, mit dem Wissen wie die Welt mit queeren Menschen umgeht und sich das Leben dadurch wesentlich schwerer zu machen ist einfach nur absurd.
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#5 BagliAnonym
  • 24.06.2021, 11:06h
  • dieses Gesetz wird Kinder nicht davor bewahren über Homo-, Bi, Transexualität etc. zu hören, da deren Umfeld sowieso (meist negativ und diskriminierend) sich darüber äußert. Was macht das wohl mit einem Kind das dann eben auch so empfindet wie die Menschen über die dort hergezogen wird?

    Es ist enorm wichtig, dass es neutrale Informationen ohne wertung darüber gibt!!!
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#6 AnregungAnonym
  • 24.06.2021, 11:16h
  • Ich fände es gut, wenn das deutsche Auswärtige Amt Herrn Prolapski einbestellen würde, um ihm nahezulegen, für sein Land als Botschafter in Ungarn oder Russland tätig zu werden. Deutschland braucht jemanden wie ihn nicht.
    Dass seine Landsmännin Steinbach inhaltlich auf gleicher Linie ist, verwundert natürlich nicht.
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#7 DramaQueen24Profil
  • 24.06.2021, 11:38hBerlin
  • Polen und Ungarn sind "Brüder im (faschistischem) Geiste". Auch die Polen wollen so ein Gesetz. Bei beiden sollte die EU klar machen, dass so ein Scheiß nicht geht, und sie Kohle verlieren, sollten sie es doch tun!
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#8 BagliAnonym
#9 AnnickAnonym
  • 24.06.2021, 13:16h
  • Antwort auf #4 von Leash
  • "...vermehrt queere Kinder das Leben nehmen, aber das ist vermutlich auch die Idee dahinter."

    ...Und das alles nach einem enormen finanziellen Aufwand, einen zukünftigen Steuerzahler heranzuziehen. Befor ein Queerer Mensch überhaupt anfangen kann, sich für die beträchtliche finanzielle Investition (steuerlich) zu rentieren, erkennen zuerst die Eltern, dass alles in den Sand gesetzt wurde. Selbst wenn ein Queerer Mensch kein Suizid begeht, kostet er aufgrund der Diskriminierung durch Mitmenschen und Gesetze die Gesellschaft fortlaufend noch mehr Geld. Es ist nicht auszuschließen, dass sich unterdrückte Menschen gewalttätig entwickeln, oder allen Kummer in sich hineinfressen und übergewichtig werden und in so einem Zustand wird die Gesellschaft wohl immer noch mehr in diese Menschen investieren müssen (Knast, Gesundheit...) ohne, dass sie je von ihnen in irgendeiner Weise provitieren könnte.
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#10 Ralph EliAnonym
  • 24.06.2021, 13:37h
  • Komisch es sei eine Frühsexualisierung Kindern Homosexuelle Paare in Fernseh oder der Schule zu zeigen. Ist es dann nicht auf eine Frühsexualisierung Kinder Heterosexuelle Paare zu zeigen? Schließlich können Kinder beeinflusst werden durch die ganzen Heteros?

    Jeder erkennt doch wie blöd dieses Gesetz erscheint. Die einen dürfen die anderen nicht.

    Die Sexuelleorientierung entsteht nicht durch das Fernseh oder Aufklärung. Die trägt jeder Mensch bereits in sich. Es ist was persönliches und intimes. Schlimm wenn Menschen das immer nich nicht verstehen.
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