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Euro 2020

Homofeindliche Fans: UEFA ermittelt auch nach drittem Ungarn-Spiel

In der Allianz-Arena war es am Mittwoch zu "Deutschland, Deutschland, homosexuell"-Chören gekommen, auch wurde ein homofeindlicher Banner gezeigt.


Banner im ungarischen Fan-Block am 23. Juni in der Münchner EM-Arena (Bild: FFgH / twitter)

Die Europäische Fußball-Union hat wegen des Verdachts "diskriminierender Vorfälle" beim letzten EM-Gruppenspiel des deutschen Nationalteams gegen Ungarn ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Das teilte die UEFA am Freitag mit. Es werde wegen des möglichen Fehlverhaltens ungarischer Fans während der Partie am vergangenen Mittwoch ermittelt. Weitere Details nannte der Dachverband dabei nicht.

Medien hatten berichtet, Anhänger des ungarischen Teams hätten im Stadion "Deutschland, Deutschland, homosexuell" skandiert. Auch war im ungarischen Block, der teils mit der Neonazi-Ultragruppe "Carpathian Brigade" besetzt war, ein Banner zu sehen mit dem offenbar gezielt an Deutsche gerichteten Aufdruck: "LMBT? Nein, Danke!" (LMBT[Q] ist die ungarische Abkürzungs-Version für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans Personen und Queers). Das Banner zeigte auch eine durchgestrichene Zeichnung, die zwei Männer beim Sex darstellen soll (queer.de berichtete im Liveblog). Bereits am Nachmittag sollen ungarische Fans zudem am Wiener Platz, wo für sie ein Covid-Testzentrum errichtet war, vereinzelt "schwul, schwul, Deutschland schwul" gerufen haben.

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Laut Polizei hatten ungarische Fans auch versucht, "gemeinsam in einen anderen Block überzuwechseln". Einzelne Auseinandersetzungen von Anhängern beider Mannschaften hätten die Sicherheitskräfte schnell unterbinden können. Wegen verschiedener Delikte am Rande der Partie habe es mehrere Festnahmen gegeben.

Ermittlungen auch zu ersten beiden Ungarn-Spielen

Bereits am Sonntag hatte die UEFA eine Untersuchung ebenfalls wegen möglicher "diskriminierender Vorfälle" bei den beiden vorherigen ungarischen Gruppenspielen angekündigt, die in der Puskás Aréna in Budapest stattfanden.

Beim ersten Spiel gegen Portugal am 15. Juni war Cristiano Ronaldo Medienberichten zufolge mit homofeindlichen Fangesängen belegt worden (queer.de berichtete). Das Antidskriminierungsnetzwerk FARE meldete zudem an die UEFA, ungarische Fans hätten in den Rängen ein queerfeindliches Banner mit dem Aufdruck "Anti-LMBTQ" gezeigt.


Szene in Budapest beim Spiel Ungarn gegen Portugal am 15. Juni

Beim Spiel gegen Frankreich am letzten Samstag soll es zudem übereinstimmenden Medienberichten zufolge durch ungarische Fans zu rassistischen Beschimpfungen und Affenlauten gegenüber mehreren französischen Spielern gekommen sein.

Ein Ergebnis zu den Ermittlungen wurde bislang nicht bekannt gegeben. Ungarn ist inzwischen aus dem Turnier ausgeschieden. An jenem Sonntag, an dem sie die Untersuchung ankündigte, war die UEFA in Kritik geraten, nachdem bekannt wurde, dass sie gegen den deutschen Nationaltorwart Manuel Neuer wegen des Tragens einer Regenbogen-Kapitänsbinde ermittle (queer.de berichtete). Binnen weniger Stunden kam die Entwarnung, dass der Verband diese "als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt" und damit als "good cause" bewerte und akzeptiere. Aus dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) hieß es später, es habe sich dabei nicht um reguläre Disziplinarermittlungen gehandelt, sondern um eine Art Vorabprüfung, nachdem Offizielle die Binde in einem Spielbericht festgehalten hatten. Beim darauf folgenden Spiel gegen Ungarn trug Neuer die Binde erneut. (nb)



#1 UiuiuiAnonym
  • 25.06.2021, 12:16h
  • Uiuiui, die Uefa ermittelt.

    Die ablehnende Entscheidung gegen den dilettantischen, weil politisch begründeten, SPD-Antrag auf Regenbogen-Beleuchtung kam aber schneller und auf dem Fuß.
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#2 OrbitaAnonym
  • 26.06.2021, 17:02h
  • Logische Konsequenz:
    Ungarn aus der EM ausschließen.

    Gerade die Uefa propagiert Fairness im Sport

    Das ist hier nicht mehr gegeben
    Aber dazu ist dieser Laden viel zu feige - und Geld-gierig
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#3 SilvioAnonym
#4 BlawAnonym
  • 29.06.2021, 11:36h
  • Nur eine kleine Anmerkung: bei der Unterschrit zum letzten Bild ("Anti-LGBT-schild & Ronaldo zu sehen) hat sich ein Fehler eingeschlichen. Das Bild dürfte wohl vom Spiel gegen Portugal, nicht gegen Frankreich sein.

    Danke für den Artikel!
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  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.