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Keine Bewerbung eingereicht

Litwinschuh-Barthel verlässt die Hirschfeld-Stiftung

Beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gab der geschäftsführende Vorstand Jörg Litwinschuh-Barthel bekannt, sich nicht für eine dritte Amtszeit beworben zu haben.


Jörg Litwinschuh-Barthel, hier beim Festakt, ist seit November 2011 hauptamtlicher Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Im November 2021 endet sein Vertrag (Bild: BMJV / Photothek)

Nach zehn Jahren verlässt Jörg Litwinschuh-Barthel Anfang November die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH). "Ich habe mich nicht für eine dritte Amtszeit beworben", sagte der geschäftsführende Vorstand am Freitagabend in seiner Eröffnungsrede beim Online-Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der staatsnahen Einrichtung. "Im Herbst scheide ich nach zehn Jahren aus der Stiftung aus." Er werde ihr jedoch "immer eng verbunden bleiben".

Noch im Frühjahr hätten sich die wenigsten Beobachter*innen einen Wechsel an der Spitze der BMH vorstellen können. Litwinschuh-Barthel, der die Stiftung nahezu im Alleingang aufgebaut und in den vergangenen zehn Jahren als wichtige queere Institution etabliert hat, genießt hohes Ansehen in Community, Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

In einer am Freitag veröffentlichten Befragung von queer.de wurde er insbesondere auch von lesbischen und trans Aktivist*innen gelobt. Auf Initiative von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wurde der Vorstandsposten jedoch am 1. Mai erstmals öffentlich ausgeschrieben.

Lambrecht hat Aufsicht über das Auswahlverfahren

Nach zehn Jahren sei es Zeit für einen "offenen Wettbewerb, an dem teilzunehmen der aktuelle Vorstand ebenfalls eingeladen ist", begründete das Ministerium die Ausschreibung damals gegenüber queer.de. Notwendig ist sie laut Satzung nicht. Formal wird der Vorstand vom Kuratorium jeweils für fünf Jahre bestellt. 2011 wurde Litwinschuh-Barthel nach einem internen Auswahlverfahren von der damaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) berufen, 2016 wurde er vom Kuratorium einstimmig für eine zweite Amtszeit bestellt.

Wer im November seine Nachfolge antreten wird, ist bislang noch unklar. Die Bewerbungsfrist endete am 31. Mai. "Das Auswahlverfahren wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Berlin unter der Aufsicht der Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, Frau Bundesministerin Lambrecht, durchgeführt", hieß es in der Stellenausschreibung.

Kritik aus der queeren Community

Die Neuausschreibung des BMH-Vorstandsposten hatte in der Community teils heftige Kritik ausgelöst. "Mit diesem Schritt wurde der Ruf eines langjährigen und verdienten Streiters für die Belange von LSBTIQ* in Deutschland massiv beschädigt und dabei auch ausdrücklich gegen den Rat und die Wünsche aus der LSBTIQ*-Community gehandelt", kritisierte etwa die SPDqueer in einer Pressemitteilung.

Unterstützung erhielt die Justizministerin dagegen von den Grünen. Nun werde "auch Frauen und diversen Personen die Möglichkeit gegeben, sich für das Amt zu bewerben", meinte der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann. (mize)