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RTL/ntv-Trendbarometer

64 Prozent der Deutschen finden Regenbogen-Aktionen gut

In einer aktuellen Forsa-Umfrage unterstützen fast zwei Drittel der Befragten bunte Zeichen für Akzeptanz und gegen LGBTI-Diskriminierung – knapp die Hälfte glaubt an eine positive Wirkung.


Auch das Berliner Olympiastadion leuchtete am vergangenen Mittwoch in Regenbogenfarben (Bild: visit Berlin / twitter)

Anlässlich der derzeitigen Regenbogen- und EM-Debatte hat die Mediengruppe RTL eine aktuelle Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Demnach findet mit 64 Prozent die Mehrheit der Bundesbürger*innen gut, dass am Mittwoch viele öffentliche Gebäude in Deutschland als Zeichen für Akzeptanz und gegen LGBTI-Diskriminierung mit den Regenbogenfarben geschmückt waren. Nur wenige Befragte (14%) geben an, dass sie diese Geste nicht so gut finden. 21 Prozent ist dies gleichgültig.

Dass sie eine solche Aktion gut finden, sagen überdurchschnittlich häufig Frauen (75%) sowie die Anhänger*innen von SPD (86%), den Grünen (83%) und der Linkspartei (75%). Nicht so gut finden das mehrheitlich nur die Fans der AfD (9%).


Besonders zur Freude der politischen Konkurrenz setzte auch die FDP-Bundesgeschäftsstelle am Mittwoch ein buntes Zeichen für LGBTI-Rechte (Bild: FDP)

Dass solche öffentlichen Gesten dazu beitragen können, die Alltags- und Lebensrealität queerer Menschen in Deutschland zu verbessern, glaubt fast die die Hälfte der Befragten (49%). Ähnlich viele (44%) glauben dies hingegen nicht. An einen positiven Einfluss solcher Gesten glauben insbesondere die Anhänger*innen der SPD (68%) und der Grünen (64%).

Hälfte sieht Diskriminierung von Homosexuellen

51 Prozent der Bundesbürger*innen haben den Eindruck, dass man als Lesbe oder Schwuler in Deutschland befürchten muss, anders behandelt oder diskriminiert zu werden, wenn man offen zu seiner Homosexualität steht. Dass man dies als offen homosexueller Mensch in Deutschland nicht befürchten muss, denken dagegen 43 Prozent der Befragten.

Die große Mehrheit der Bürger*innen (82%) hat den Eindruck, dass sich der Lebensalltag und die Rechte für Homosexuelle in Deutschland in den letzten 5 Jahren verbessert haben. Mit 97 Prozent sieht dies insbesondere die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen so. Nur wenige Befragte (11%) teilen diesen Eindruck nicht.

78 Prozent würden homosexuelles Kind unterstützen

Die große Mehrheit (78%) der Befragten gibt an, dass sie ihr Kind in diesem Fall wahrscheinlich unterstützen würden, entsprechend seiner sexuellen Orientierung zu leben. 25 Prozent würden vermutlich gleichgültig reagieren, weil die sexuelle Orientierung ihres Kindes für sie keine Rolle spielt. 16 Prozent würden sich Sorgen um ihr Kind machen.

Nur sehr wenige Befragte geben an, dass sie in diesem Fall wahrscheinlich enttäuscht wären (5%) oder das Gefühl hätten, bei der Erziehung etwas falsch gemacht zu haben (4%). Dass sie ihrem Kind raten würden, seine Homosexualität geheim zu halten (2%) oder sich für ihr Kind schämen würden, wenn es homosexuell wäre (1%), sagt so gut wie niemand.

Für 86 Prozent spielt Homosexualität bei Bekannten keine Rolle

Für die große Mehrheit (86%) der Bundesbürger*innen spielt es nach eigenen Angaben keine Rolle, ob ihre Bekannten, Freund*innen und Kolleg*innen homosexuell oder heterosexuell sind. Dass die sexuelle Orientierung von Personen im Freundes- und Bekanntenkreis für sie eine Rolle spielt, geben lediglich 6 Prozent der Befragten an.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 23. und 24. Juni 2021 erhoben. Für das sogenannte RTL/ntv-Trendbarometer wurden 1.001 Menschen befragt. (cw/ots)



#1 AnonymerAnonym
  • 26.06.2021, 10:12h
  • "Dass sie ihrem Kind raten würden, seine Homosexualität geheim zu halten (2%) oder sich für ihr Kind schämen würden, wenn es homosexuell wäre (1%), sagt so gut wie niemand."

    In der Realität gibt es jedoch einen Unterschied zwischen der Zahl derer, die das nicht zugeben und derer, die das trotzdem so machen.
    Meine Mutter z.B. würde niemals zugeben, dass sie mir geraten hätte, meine Homosexualität geheim zu halten. Und dennoch hat sie mir nach meinem Coming-Out bei Strafe VERBOTEN, das irgendjemandem aus der Verwandtschaft oder Bekanntschaft zu erzählen.
    Sie würde auch niemals zugeben, dass das Ganze ihr peinlich sei. Und doch spricht sie nie darüber und sagt mir heute noch, "es gehöre sich nicht", dass ich darüber öffentlich spreche, sodass das irgendjemand mitbekäme.

    Zwischen den Aussagen in solchen Umfragen und der Realität klaffen also manchmal ganze Canyons.
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#2 gastAnonym
  • 26.06.2021, 11:06h
  • Aha, die "aktuelle" Forsaumfrage.
    Die Farben des Regenbogens sind ja auch schön.
    Ich hoffe die Begeisterung für den Regenbogen hält auch an wenn wieder friedliche Demonstranten als "Schwuchteln und Schwanzlutscher" beleidigt werden, wenn wieder Leute grundlos zusammengetreten, geschlagen werden, wenn unsereins freiwillig aus dem angestammten Kiez wegzieht weil er/sie sich ihres Lebens nicht mehr sicher fühlt. Kurz, ich hoffe dies ist nicht nur ein "Schönwetterregenbogen".
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#3 YannickAnonym
  • 26.06.2021, 15:16h
  • Ich finde es nach wie vor skurril, wie die UEFA reagiert hat und das argumentiert:

    Das Schwenken von Nationalflaggen und das Singen von Nationalhymnen ist für die kein "politisches Zeichen", aber das Anleuchten eines Stadions in Regenbogenfarben als internationales Zeichen gegen Hass und für Toleranz ist für die ein "verbotenes politisches Zeichen".

    Das muss man nicht verstehen....
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#4 AtreusEhemaliges Profil
  • 26.06.2021, 15:41h
  • Ich finde die Zahlen schlichtweg katastrophal. Mehr als ein Drittel der Deutschen findet ein kostenloses, solidarisches Zeichen für gleiche Menschenrechte, Vielfalt und Freiheit nicht gut und wollen auf der abendlichen TV-Couch nicht mit der Sicherheit europäischer Minderheiten belästigt werden. Wie soll ich mich darüber freuen?
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