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Fußball

"Philipp Lahm als DFB-Chef wäre für die Community eine Katastrophe"

Der Ex-Kapitän der Nationalelf habe "kein entspanntes Verhältnis zum Thema Homosexualität", meint der stellvertretende RTL/ntv-Sportchef Timo Latsch in einem Interview zum #SportPride.


Timo Latsch ist stellvertretender Sportchef bei RTL/ntv (Bild: ntv)

In einem ntv.de-Gespräch zum virtuellen Aktionstag #SportPride hat der stellvertretende RTL/ntv-Sportchef Timo Latsch vor einem DFB-Präsidenten Philipp Lahm gewarnt. "Philipp Lahm und die Spieler dieser Generation stehen für ein altes Bild", sagte der schwule Journalist und Moderator. "Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass er kein entspanntes Verhältnis zum Thema Homosexualität hat. Er an der Spitze des DFB, das wäre für die Community eine Katastrophe."

Der DFB an sich mache einen guten Job, meinte Latsch, "auch wenn die Männer an der Spitze sich nicht immer klar positionieren". Es gebe Arbeitsmaterial, wie man dem Thema Homosexualität in Mannschaften begegnen kann, Trainer würden entsprechend geschult. Latsch sieht dies als sehr positive Entwicklung.

Berührt von Reaktionen nach Beleuchtungsverbot

Die Solidarität aus dem Fußball für die queere Community sei nach nach dem Beleuchtungsverbot für das Münchner Stadion riesig gewesen, so der stellvertretende Sportchef. "Noch vor zehn oder 15 Jahren wäre da undenkbar gewesen", sagte Timo Latsch. "Wie sich die Gesellschaft da entwickelt hat, das berührt einen schon."

Der nächste große Schritt wäre das Coming-out eines aktiven Spielers. "Weil jeder weiß, was das für eine Befreiung ist", so Latsch. "Es ist also eher der Wunsch, als ein wichtiges Anliegen. Sexualität ist ein Grundbedürfnis, wie essen, trinken oder schlafen. Wir würden uns einfach wünschen, dass sie alle endlich frei leben können." Latsch weiter: "Ich glaube eher, dass in der Mannschaft die Unverbesserlichen ein Problem bekommen würden, die das nicht akzeptieren." Hoffnung mache ihm die jüngere Generation der Spieler, für die Homosexualität ein selbstverständlicheres Thema sei.

Die Nationalmannschaft beim CSD?

Im Interview erzählte der Journalist eine Anekdote aus seinem Job: "Ich habe vor einigen Jahren bei einer Pressekonferenz mal gefragt, ob es nicht ein schönes Zeichen wäre, wenn die Nationalmannschaft wie die Niederländer mal beim CSD mitlaufen würden". Die Reaktion des DFB: ein Hintergrundgespräch mit dem klaren Hinweis, dass man solche Fragen lieber nicht stellen sollte. Acht Jahre sei das her, so Latsch. Seitdem habe sich wirklich viel getan. (cw)



#1 marcocharlottenburgAnonym
  • 26.06.2021, 16:51h
  • Mag sich viel getan haben, nur der sichtbare Erfolg ist gering, ein Spieler gibt es nicht, der bisher den Mut gefunden hat. Die Unterstützung im Umfeld scheint also noch nicht ausreichend, die Verunsicherung um ein Vielfaches höher und ich kann es verstehen. Wärmeres Wetter, kurzärmlig unterwegs und damit Regenbogenarmband sichtbar. Gefühlt bisher mehr skeptische Blicke, als in den vergangenen Jahren. Es bleibt noch viel zu tun und im Moment scheint mir vieles in der Entwicklung gefährdet. Es braucht endlich ein klares Signal. Änderung Art. 3 GG muss her, jetzt und nicht irgendwann!
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#2 AtreusProfil
#3 AtreusProfil
  • 26.06.2021, 17:59hSÜW
  • Bei Lahm kann ich Latsch nur zustimmen. Jeder, der lieber schwule Spieler warnt, statt die gewaltbereiten Mannschaftskameraden und Fans, wäre eine Katastrophe und dispualifiziert sich automatisch für sämtliche Ämter eines Vereins, der für Vielfalt und Respekt wirbt.
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#4 MarcAnonym
#5 PschoAngelProfil
  • 27.06.2021, 21:01hWesterstede
  • Zu seiner Aktiven Karriere war Lahm tatsächlich mal mein Lieblingsspieler, mit seine vergangenen Aussagen ist er es natürlich lange nicht mehr.

    Der DFB ist in meinen Augen auch nicht auf einem sehr guten Weg, dieser Weg ist noch viel zu lang. Ansonsten würden sich die möglichen Queeren Fußballspieler sicherlich trauen es auch bekannt zu geben.
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