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Fußball-EM

UEFA begrüßt Regenbogen-Werbung der Sponsoren

Mehrere Werbepartner zeigten am Samstag bei ihrer Bandenwerbung Solidarität mit der LGBTI-Community. Ungarns Fußball-Verband forderte Fans auf, beim Spiel am Sonntag in Budapest von homophoben Sprüchen abzusehen.


Die Regenbogen-Bandenwerbung wie hier beim Spiel Italien gegen Österreich war großflächig im TV zu erkennen

Zu Update springen: Einige Fan-Regenbogenflaggen in Budapest konfisziert (18:20h)

Die Europäische Fußball-Union hat die Regenbogen-Werbung einiger Sponsoren während der beiden EM-Spiele am Samstag begrüßt. Die Entscheidung dazu stünde jedem Sponsor frei und jene, "eine Botschaft der Toleranz und Gleichstellung zu übermitteln", werde absolut unterstützt, teilte die UEFA mit.

Während der Achtelfinalspiele in Amsterdam und London waren einige Werbebanden und Schriftzüge bunt gefärbt und häufig in der TV-Übertragung zu sehen. Konkret zeigten Volkswagen, Heineken, booking.com, JustEat und das umstrittene soziale Netzwerk TikTok einen Regenbogen. Die dpa vermutet eine Verknüpfung zur internationalen "Pride Week" rund um den Jahrestag des Stonewall-Aufstands – am Samstag fanden in vielen europäischen und auch deutschen Städten CSD-Demonstrationen statt (queer.de berichtete).

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"Wir glauben fest an gleiche Rechte für alle, dazu gehört auch die Unterstützung der LGBTQI+-Community", schrieb die UEFA nun zu den Sponsoren-Aktionen und verwies auf die eigene "Equal Game"-Kampagne. Zu den EM-Sponsoren gehören aber auch staatsnahe Unternehmen aus homofeindlichen Ländern wie Qatar Airways und Gazprom.

Regenbogen-Debatte ohne Ende

Die Regenbogenfarben waren in der vergangenen Wochen ein überraschend riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner Allianz-Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt (queer.de berichtete). Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf Protest gegen ein eine Woche zuvor in Ungarn erlassenes Gesetz angelegt war, das quasi nach russischem Vorbild Homo- und Trans-"Propaganda" gegenüber Minderjährigen verbietet (queer.de berichtete).

Das Verbot in München hatte der Dachverband mit dem politischen Hintergrund des Antrags begründet. Die UEFA war wegen der Entscheidung massiv in die Kritik geraten, was die mediale und politische Aufmerksamkeit auf die Community, Homophobie im Sport und das ungarische Gesetz allerdings verstärkte. Zuvor war der Verband bereits wegen einer bekannt gewordenen Überprüfung der Regenbogenbinde des deutschen Kapitäns Manuel Neuer in Kritik geraten, die die UEFA aber letztlich "als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt" und "good cause" bewertete und duldete (queer.de berichtete).

Regenbogen in der Puskás Aréna?

Unklar blieb zunächst, ob die Regenbogen-Sponsorenwerbung noch an weiteren Tagen gezeigt wird und das auch an Spielorten in Ländern mit staatlichen Repressionen gegen LGBTI – im Viertelfinale der EM mit einmalig länderübergreifenden Spielorten sind noch Partien in St. Petersburg und Baku angesetzt.

Vor allem das letzte Spiel in der Puskás Aréna in Budapest an diesem Sonntag, die Achtelfinal-Begegnung zwischen den Niederlanden und Tschechien, dürfte in dieser Frage spannend werden. Oranje-Kapitän Georginio Wijnaldum hatte bereits am Mittwoch angekündigt, mit einer "One Love"-Kapitänsbinde anzutreten (queer.de berichtete).

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Ungarns Fußball-Verband hat vor dem Spiel die heimischen Fans zu Fairness in der Puskas Arena aufgerufen. Verbandschef Sandor Csanyi bat die Zuschauer darum, die Nationalhymnen der jeweiligen Mannschaften nicht auszubuhen und "jegliche ausgrenzenden (rassistischen, homophoben, chauvinistischen) Äußerungen zu unterlassen". Verunglimpfungen würden die Leistung der ungarischen Nationalmannschaft und das Image des Landes überschatten.

Die UEFA ermittelt wegen möglicher "diskriminierender Vorfälle" zu allen drei Spielen der inzwischen ausgeschiedenen ungarischen Mannschaft. Bei den Spielen in Budapest war es zu Affenlauten gegen französische Spieler sowie zu homofeindlichen Chören gegen Portugals Star Cristiano Ronaldo und einem homofeindlichen Banner gekommen. Auch beim dritten Spiel gegen Deutschland in München zeigten ungarische Fans ein entsprechendes Banner und stimmten homofeindliche Chöre an (queer.de berichtete). (dpa/nb)

 Update  18.20h: Einige Fan-Regenbogenflaggen in Budapest konfisziert

Kurz vor dem Spiel in Budapest am Sonntagabend wies die UEFA niederländische Presseberichte zurück, sie habe Fans die Mitnahme von Regenbogenflaggen in das Stadion und in die "Fanzone" in einem Park in der Innenstadt verboten. Laut "De Telegraaf" hätten sich Ordner am Stadion auf eine Anweisung der UEFA berufen, wonach nur Landesflaggen erlaubt seien, und einige Flaggen vor Einlass eingezogen.

Die UEFA habe "den ungarischen Fußballverband informiert, dass regenbogenfarbene Symbole nicht politisch und im Einklang mit der UEFA-Kampagne #EqualGame sind, die gegen jede Diskriminierung, einschließlich der LGBTQI+-Community, kämpft", so der Verband auf Twitter. Solche Flaggen seien im Stadion erlaubt.

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Zur Fan-Zone äußerte sich der Verband allerdings ausweichender: "Die UEFA möchte klarstellen, dass sie keine regenbogenfarbenen Symbole aus der Fanzone in Budapest verbannt hat, für die die lokalen Behörden zuständig sind. Die UEFA würde ein solches Symbol in der Fanzone sehr begrüßen."

Im Stadion selbst waren zu Spielbeginn in der TV-Übertragung einzelne Regenbogenmaterialen bei niederländischen Fans zu sehen. Auch die Sponsoren setzen in Budapest teilweise weiter Regenbogenvarianten ihrer Bandenwerbung ein.





Der niederländische Kapitän Georginio Wijnaldum trägt bei dem Spiel wie angekündigt seine "One Love"-Binde. Ein Block ungarischer Fans war in dem vollbesetzten Stadion zunächst nicht auszumachen. (nb)



#1 andreAnonym
  • 27.06.2021, 12:32h
  • VW heuchelt. Das Instagramm Logo in Katar und Saudi-Arabien ist blau geblieben und auch das Logo im internationalen Account blieb blau. Offenbar geht dann Geschäft doch vor. Die Allianz hat auf Regenbogenfarben in der USA verzichtet. Begründung: Die Allianz wird in den USA kaum beachtet. Alles auch im Kontext "Pride-Week" oder international "Pride-Month". Man stößt immer irgendwie auf beides. Auf jeden Fall Die Regenbogen-Sympathie von gewissen Unternehmen ist nicht echt. Es gab Artikel u.a. im Handelsblatt und im Merkur.
    Gerade eben gesehen. Die Zentrale des FBI hat Regenbogen geflaggt, mit besten Grüßen an alle schwulen und lesbischen Kollegen.
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#2 TheoAnonym
  • 27.06.2021, 13:52h
  • Ach so... vielleicht hätte in dem Brief des Oberbürgermeisters einfach noch ein kleiner Scheck liegen müssen, dann hätte die UEFA bestimmt das Erleuchten Lassen in Regenbogenfarben erlaubt. Unglaublich.
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#3 YannickAnonym
  • 27.06.2021, 15:08h
  • Gute Aktion. Die Inhalte der Sponsoren kann die UEFA ja schlecht zensieren. Danke den betreffenden Sponsoren.

    Aber wenn diese Sponsoren glaubwürdig bleiben wollen, müssen sie diese Regenbogenwerbung auch im ungarischen Stadion zeigen.
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#4 LilithAnonym
  • 27.06.2021, 16:19h
  • Antwort auf #2 von Theo
  • Naja, die UEFA hätte es eventuell auch zugelassen, wenn man den Bezug auf Ungarn nicht hergestellt hätte, wenn man etwa beantragt hätte, dass im Juni die Allianz Arena in Regenbogenfarben zu leuchten hat, bevor das Gesetz in Ungarn verabschiedet wurde...
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#5 tchantchesProfil
#6 PeerAnonym
  • 27.06.2021, 18:34h
  • Antwort auf #5 von tchantches
  • Wenn das Personal in Budapest legale, zugelassene Fan-Artikel gestohlen hat, muss die UEFA die Eigentümer entschädigen und die Kosten beim ungarischen Verband wieder zurück holen.

    Und auch noch für diese illegale Aktion der Ungarn eine Strafe aussprechen.
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#7 Korinthen KKAnonym
  • 27.06.2021, 19:48h
  • "Einige Fan-Regenbogenflaggen in Budapest konfisziert"

    OK, dann werden als Retour-Kutsche demnächst einige Ungarn-Fahnen konfidezsziert.
    Moment mal...
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#8 PschoAngelProfil
  • 27.06.2021, 20:52hWesterstede
  • Antwort auf #4 von Lilith
  • Der DFB hatte laut Thomas Hitzelsberger die Arena zuerst außerhalb des Spiels gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten lassen wollen, dies wurde vom DFB aber genauso abgewiesen.
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#9 AtreusProfil
  • 27.06.2021, 21:07hSÜW
  • Antwort auf #4 von Lilith
  • Du bist nicht auf dem neuesten Stand: Thomas Hitzlsperger, der selbst in den DFB eingebunden ist, hat live im TV-Interview bestätigt, dass es vor Verabschiedung des Gesetzes und ohne Bezug auf Ungarn eine Anfrage gab, das Stadion in Regenbogenfarben zu beleuchten. Auch dieses Gesuch wurde durch die UEFA abgelehnt.
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