Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39281

Fußball

Chemnitz-Fans rufen Nazi-Parolen und zeigen homophobes Transparent

Bei einem Spiel im tschechischen Most machten Fans des Chemnitzer FC Stimmung gegen Lesben und Schwule. Nach dem Abpfiff zog eine Gruppe mit "Sieg heil"-Rufen durch die Stadt.


Deutsche Homophobie im tschechischen Stadion: "Egal ob Bibel oder Evolution – Mutter, Vater, Tochter, Sohn!"

Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC hat sich von einer Gruppe mutmaßlich Rechtsradikaler distanziert, die nach einem Testspiel beim tschechischen Club FK Banik Most-Sous mit Nazi-Parolen durch die Straßen der böhmischen Stadt gezogen sind. Im Stadion selbst wurde zuvor mit dem auf drei Transparenten verteilten Spruch "Egal ob Bibel oder Evolution – Mutter, Vater, Tochter, Sohn!" Stimmung gegen Lesben und Schwule gemacht.

"Völlig fassungslos und mit größtmöglichem Entsetzen" reagierte der Club am Sonntag auf die Ereignisse vom Vortag. "Erneut zieht damit eine unbelehrbare Minderheit den Ruf des gesamten Chemnitzer Fußballclubs in den Dreck und konterkariert alle bisherigen Anstrengungen, das Bild unseres Vereins zu verbessern. Die vorliegende Aufnahme zeigt die hässliche Fratze des rechten Randes der Gesellschaft, aber ganz gewiss nicht den Chemnitzer FC und das, wofür er stehen möchte", schrieb der CFC in einer Pressemitteilung.

Chemnitzer FC: "Euch wollen und brauchen wir nicht!"

Der Verein hatte von einem Video Kenntnis erhalten, in dem eine Gruppe von Personen mit rechtsradikalen Parolen nach dem Testspiel in Most (1:0-Sieg) durch die Straßen der Stadt zieht. "Der Chemnitzer Fußballclub besteht aus über 2.300 Mitgliedern, ehrenamtlichen Gremienvertretern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle sowie im Nachwuchsleistungszentrum, vielen kleinen und großen Fußballern und Fußballerinnen und zahlreichen Fußballfans. Sie alle sind der CFC und wollen nicht durch eine Gruppe von Idioten in eine Ecke gedrängt werden", betonte der Verein und distanzierte sich "in aller Deutlichkeit von diesen Personen und den geäußerten, verabscheuungswürdigen Parolen. Der Fußball lebt von einem Miteinander – aber euch wollen und brauchen wir nicht!".

Twitter / DLF_Sport | Der Deutschlandfunk zeigte das Video auf Twitter
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Der CFC prüft in enger Zusammenarbeit mit der Polizei Chemnitz die vorliegenden Videoaufnahmen und werde zeitnah Anzeige erstatten und weitere rechtliche Schritte "mit aller Konsequenz und Härte" anwenden.

OB Schulze: "Dafür gibt es keine Entschuldigung"

Auch der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) reagierte schockiert: "Das hat mit sportlichem Wettbewerb im Fußball und friedlichen und respektvollem Zusammenleben in unserer Gesellschaft nichts zu tun. Meine Position dazu ist klar: Dafür gibt es keine Toleranz, dafür gibt es keine Entschuldigung. Die Vorkommnisse im und am Stadion in Most spiegeln die Verankerung von rechtsradikalem, homophoben und damit menschenverachtenden Gedankengut in Teilen unserer Gesellschaft wider. Hier dürfen wir nicht wegschauen." (cw/dpa)

Die Bilder von den rechtsradikalen "Fangesängen" am Rande des CFC-Spiels in Most und die diskriminierenden Transparente...

Posted by Sven Schulze – Chemnitz on Sunday, June 27, 2021
Facebook / Sven Schulze – Chemnitz
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe



#1 KaiJAnonym
  • 27.06.2021, 16:33h
  • Auf 'ne gute tschechisch-deutsche Zusammenarbeit, damit die Nazis vor Gericht kommen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 ZenkimausiAnonym
  • 27.06.2021, 19:27h
  • Tja ich schreibe es wieder und wieder. So geht sächsisch . Sorry doch der Verein von Chemnitz und Dresden ist in seiner Fan Base einfach zu großen Teilen rechts und faschistisch
  • Antworten » | Direktlink »
#3 queergayProfil
  • 27.06.2021, 20:18hNürnberg
  • Radikale Nazi-Schreihälse sind eine Herausforderung und werden uns noch lange beschäftigen. Wer kennt die beste Strategie dagegen, die auch Wirkung zeigt?
    Kleinlaut ignorieren dürfte wohl kaum genügen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 PschoAngelProfil
  • 27.06.2021, 20:57hWesterstede
  • Auch wenn der CFC hier behaupt solche Aktionen würden nicht zu dem Verein passen, wissen wir alle dass der großteil der Fans des CFC genauso denkt.

    Es gab ja vor 1-2 Jahren nicht umsonst Ärger, weil es eine Schweigeminute für den Tod eines Nazi Anhängers des Vereins gab (Im Nachhinein wurde dann behauptet die Fanszene hätte die Vereinsführung erpresst, macht die Situation nicht besser).

    Bei all der Tradition die dieser Verein hat, hoffe ich wirklich sehr, dass sie erstmal nicht zurück in den Profifußball kommen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MateoAnonym
  • 27.06.2021, 22:18h
  • Antwort auf #2 von Zenkimausi
  • @Zenkimausi: so geht blöd und diffamierend auch... nämlich eine ganze Region pauschal zu verurteilen...

    Mache dir mal ein eigenes Bild vor Ort und du wirst auch weltoffene und queere Vielfalt sehen.

    Und du wirst auch sehen, wie hart und engagiert der Kampf gegen den rechten Mob geführt. Unterstützung deinerseits ist gerne willkommen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AndyAnonym
#7 GussiEhemaliges Profil
  • 28.06.2021, 07:13h
  • Antwort auf #5 von Mateo
  • Bei allem Respekt. Doch machen wir uns doch nichts vor. Der Osten hat schon immer ein sehr starkes Problem mit diesen Faschogesinnde. Dazu muß man nicht einmal der typische Wessi sein um das zu erkennen. Ich zolle jeder*jeden dort meine hohe Anerkennung für die Arbeit gegen solch Braunärsche. Aber keine zehn Pferde kriegen mich je in solch Regionen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 MagsAnonym
  • 28.06.2021, 09:13h
  • Antwort auf #7 von Gussi
  • Allerdings gebe ich zu bedenken, dass der "Westen" die Saat mit dem direkt-nach-der-Wende-Export von Michael Kühnen und Konsorten selbst gelegt hat. Und damals verunsicherte Menschen haben das eben teilweise aufgenommen. Letztendlich hat es sich dann verselbständigt. Aber es ist nicht der "Osten" Schuld an der Misere, sondern ein nach wie vor mangelhafter Verfassungsschutz der auf dem rechten Auge so gut wie blind ist. Hätte man damals rigoros eingegriffen, wäre heute vieles anders (nicht nur im "Osten"). Und das sage ich als gebürtige und auch hier lebende Bayerin.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ZenkimausiAnonym
  • 28.06.2021, 11:09h
  • Antwort auf #5 von Mateo
  • Warum sollte ich nach Chemnitz fahren. Ich bleibe in Dresden und wohne auch da. Also erzähl mir nix von Sachsen. Übrigens ist der Spruch: So geht sächsisch: der offizielle Werbespot des Freistaates. Steht an der Autobahn und das Sachsen rechtsradikaler ist wie der größte Teil Westdeutschland ist unbestritten. Oder warum ist der 3 weg im Vogtland so Stark. In Bautzen werden Menschen beschimpft weil sie südländisch aussehende Freunde haben. Also komm mir nicht mit dem schmarrn Sachsen ist eine wenn nicht sogar die rechte Hochburg
  • Antworten » | Direktlink »
#10 _hh_Anonym
  • 29.06.2021, 00:02h
  • Antwort auf #4 von PschoAngel
  • Oh ja, der Skandal mit der Stadion-Schweigeminute damals ist unvergessen. Es handelte sich bei dem Geehrten um einen stadtbekannten, gewaltbereiten Nazi-Hooligan. Und das Dollste war nach meiner Erinnerung (korrigiert mich bitte, wenn ich mich irre): Der Typ betrieb zu Lebzeiten eine Sicherheitsfirma, die im Auftrag der Stadt (!!) Straßenfeste u. dgl. bewachte, obwohl in Chemnitz alle wussten, dass der Inhaber Nazi war. Und auch wenn mir sehr bewusst ist, dass Neofaschismus ein gesamtdeutsches und nicht nur ein Ost-Problem ist: Ich denke doch, dass solch ein krasser Fall von Nazi-Hooligans als Teil der "Mitte der Gesellschaft" kaum anderswo als in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meck-Pomm und Co. möglich wäre, sorry. Um so mehr Hochachtung habe ich vor Menschen, die dort dem rechten Sumpf entgegentreten.
  • Antworten » | Direktlink »