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Spenden für Hass
AmazonSmile unterstützt homophobes Online-Portal
Bei kath.net darf Regenbogen-Adoption als "Horror-Kinderschänder-Szenario" bezeichnet werden, ein Redakteur verkündet in einer Talkshow sogar, Homosexualität sei eine Behinderung. Für amazon.de ist das offenbar kein Hass, sondern "mildtätig".

Das amazonsmile-Programm soll wohltätigen Organisationen unter die Arme greifen – aber auch die Hassgruppe kath.net wird unterstützt
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28. Juni 2021, 10:51h 3 Min.
AmazonSmile.de ist die Spendenseite des größten Online-Kaufhauses der Welt. Vereine, "die einen gemeinnützigen oder mildtätigen Zweck verfolgen", können damit Geld einsammeln – insgesamt 0,5 Prozent des Umsatzes, den Kundinnen und Kunden auf der Spendenseite für Bücher, Möbel, Laptops oder was auch immer ausgeben. Einer der Empfänger ist der Lesben- und Schwulenverband, der bereits rund 5.000 Euro über die Seite einsammeln konnte.
Aber auch Organisationen, die offen Hass verbreiten, sind offenbar auf der deutschen Spendenseite willkommen. Während der amerikanische Mutterkonzern von amazon.de bereits in den letzten Jahren LGBTI-feindliche Hassgruppen wie das Family Research Council aus dem Spendenprogramm hinausgeschmissen hatte, darf in Deutschland "Freunde von kath.net" weiter fröhlich mit amazon-Geldern die angebliche Minderwertigkeit von queeren Menschen betonen.

Kath.net ist seit Jahren eine berüchtigte österreichische Seite von katholischen Laien, die immer wieder Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten macht. So kam es wegen eines Interviews mit dem Kasseler Professor Ulrich Kutschera auf kath.net sogar zu einem Gerichtsverfahren, weil Kutschera zur Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare vor "staatlich geförderter Pädophilie" warnte und "schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen" sah. Außerdem sprach er mit Blick auf heiratende Homosexuelle von einem "Horror-Kinderschänder-Szenario". In erster Instanz wurde Kutschera wegen Volksverhetzung verurteilt, in zweiter Instanz aber freigesprochen (queer.de berichtete). Das völlig unkritische Interview ist bis heute online.

Aber auch wenn Kutschera strafrechtlich nichts falsch getan haben sollte, stellt sich die Frage: Verfolgt dieser Hass wirklich einen "gemeinnützigen oder mildtätigen Zweck"?
Kath.net-Redakteur: Schwule und Lesben sind behindert
Dazu gibt es weitere Beispiele: Am 17. Juni hatte etwa der umtriebige kath.net-Redakteur Christof Zellenberg in der österreichischen Diskussionsendung "Talk im Hangar 7" laut dem Newsportal heute.at am Ende der Show "fast für einen Sendungs-Abbruch" gesorgt. Der Grund: Er hatte Homosexualität als eine "Fehlentwicklung" und "Behinderung, wie es z.B. eine Blindheit oder Querschnittslähmung" sei, beschrieben.

Christof Zellenberg bei "Talk im Hangar 7" (Bild: Screenshot Servus TV)
Auf eine schriftliche queer.de-Anfrage vom Montag vor einer Woche geht amazon.de nicht direkt auf den Fall kath.net ein, sondern spricht lediglich davon, dass die Sache zur Prüfung weitergegeben worden sei. Getan hat sich seither nichts. Ein amazon-Sprecher verwies gegenüber queer.de darauf, dass das Unternehmen die Teilnahmeberechtigung am Smile-Programm durch die unabhängige Organisation Stifter-helfen validieren lasse und alle Vereine mitmachen dürften, die die Smile-Teilnahmevereinbarung erfüllten.
In dieser Vereinbarung heißt es übrigens, dass "Intoleranz, Diskriminierung oder diskriminierende Praktiken auf der Grundlage von Rasse, Geschlecht, Religion, Nationalität, Behinderung, sexueller Orientierung oder Alter" verboten seien und nicht zu "Hass" aufgerufen werden dürfe.
Angesichts der legeren Haltung gegenüber kath.net lautete der bizarrste Satz des Antwortschreibens auf die queer.de-Anfrage: "Amazon ist der Toleranz und der Diversität verpflichtet und wird es auch immer sein."













