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Spenden für Hass

AmazonSmile unterstützt homophobes Online-Portal

Bei kath.net darf Regenbogen-Adoption als "Horror-Kinderschänder-Szenario" bezeichnet werden, ein Redakteur verkündet in einer Talkshow sogar, Homosexualität sei eine Behinderung. Für amazon.de ist das offenbar kein Hass, sondern "mildtätig".


Das amazonsmile-Programm soll wohltätigen Organisationen unter die Arme greifen – aber auch die Hassgruppe kath.net wird unterstützt

AmazonSmile.de ist die Spendenseite des größten Online-Kaufhauses der Welt. Vereine, "die einen gemeinnützigen oder mildtätigen Zweck verfolgen", können damit Geld einsammeln – insgesamt 0,5 Prozent des Umsatzes, den Kundinnen und Kunden auf der Spendenseite für Bücher, Möbel, Laptops oder was auch immer ausgeben. Einer der Empfänger ist der Lesben- und Schwulenverband, der bereits rund 5.000 Euro über die Seite einsammeln konnte.

Aber auch Organisationen, die offen Hass verbreiten, sind offenbar auf der deutschen Spendenseite willkommen. Während der amerikanische Mutterkonzern von amazon.de bereits in den letzten Jahren LGBTI-feindliche Hassgruppen wie das Family Research Council aus dem Spendenprogramm hinausgeschmissen hatte, darf in Deutschland "Freunde von kath.net" weiter fröhlich mit amazon-Geldern die angebliche Minderwertigkeit von queeren Menschen betonen.



Kath.net ist seit Jahren eine berüchtigte österreichische Seite von katholischen Laien, die immer wieder Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten macht. So kam es wegen eines Interviews mit dem Kasseler Professor Ulrich Kutschera auf kath.net sogar zu einem Gerichtsverfahren, weil Kutschera zur Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare vor "staatlich geförderter Pädophilie" warnte und "schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen" sah. Außerdem sprach er mit Blick auf heiratende Homosexuelle von einem "Horror-Kinderschänder-Szenario". In erster Instanz wurde Kutschera wegen Volksverhetzung verurteilt, in zweiter Instanz aber freigesprochen (queer.de berichtete). Das völlig unkritische Interview ist bis heute online.



Aber auch wenn Kutschera strafrechtlich nichts falsch getan haben sollte, stellt sich die Frage: Verfolgt dieser Hass wirklich einen "gemeinnützigen oder mildtätigen Zweck"?

Kath.net-Redakteur: Schwule und Lesben sind behindert

Dazu gibt es weitere Beispiele: Am 17. Juni hatte etwa der umtriebige kath.net-Redakteur Christof Zellenberg in der österreichischen Diskussionsendung "Talk im Hangar 7" laut dem Newsportal heute.at am Ende der Show "fast für einen Sendungs-Abbruch" gesorgt. Der Grund: Er hatte Homosexualität als eine "Fehlentwicklung" und "Behinderung, wie es z.B. eine Blindheit oder Querschnittslähmung" sei, beschrieben.


Christof Zellenberg bei "Talk im Hangar 7" (Bild: Screenshot Servus TV)

Auf eine schriftliche queer.de-Anfrage vom Montag vor einer Woche geht amazon.de nicht direkt auf den Fall kath.net ein, sondern spricht lediglich davon, dass die Sache zur Prüfung weitergegeben worden sei. Getan hat sich seither nichts. Ein amazon-Sprecher verwies gegenüber queer.de darauf, dass das Unternehmen die Teilnahmeberechtigung am Smile-Programm durch die unabhängige Organisation Stifter-helfen validieren lasse und alle Vereine mitmachen dürften, die die Smile-Teilnahmevereinbarung erfüllten.

In dieser Vereinbarung heißt es übrigens, dass "Intoleranz, Diskriminierung oder diskriminierende Praktiken auf der Grundlage von Rasse, Geschlecht, Religion, Nationalität, Behinderung, sexueller Orientierung oder Alter" verboten seien und nicht zu "Hass" aufgerufen werden dürfe.

Angesichts der legeren Haltung gegenüber kath.net lautete der bizarrste Satz des Antwortschreibens auf die queer.de-Anfrage: "Amazon ist der Toleranz und der Diversität verpflichtet und wird es auch immer sein."

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#1 ja aberAnonym
#2 OlliAnonym
  • 28.06.2021, 18:11h
  • Ich habe kein Amazon Konto mehr. Spätestens seit bekannt wurde, dass Mitarbeiter in diversen Verteilzentren keine FFP2 Masken tragen dürfen, weil man dann mehr Pausen machen müsste, war für mich Schluss mit diesem miesen Konzern.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 28.06.2021, 18:42h
  • Erst die ganzen Arbeitsbedingungen, dann die Steuerhinterziehung, und jetzt auch noch das. So langsam bekomme ich echt den Eindruck, dass Jeff Bezos ein echter Superschurke ist.
    Ich bin dafür, dass er nach seinem geplanten Weltallflug nicht mehr auf die Erde zurückfliegen darf.
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#4 dellbronx51069Anonym
  • 28.06.2021, 20:11h
  • mein Amazon Account habe ich schon vor Jahren gelöscht nachdem bekannt wurde das dort Naziliteratur vertrieben wurde. Eine Anfrage dazu an Amazon blieb unbeantwortet.
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#5 KatholibanAnonym
  • 29.06.2021, 07:50h
  • "Er hatte Homosexualität als eine "Fehlentwicklung" und "Behinderung, wie es z.B. eine Blindheit oder Querschnittslähmung" sei, beschrieben."

    Klar, und deshalb hauen wir Menschen mit Behinderung noch einen drauf?
    Ist ja interessant, wie die Katholiban mit Menschen umgeht, die sie als behindert ansieht. Wie passt das zu dem Umgang mit Behinderten, den die Katholiban sonst immer predigen? Wird jemand von der RKK gefeuert, weil er blind oder querschnittsgelähmt ist? Zum bösen Sünder erklärt? Dazu gedrängt, doch bitte unsichtbar zu sein?
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#6 Katholiban-WatchAnonym
  • 29.06.2021, 07:54h
  • PS.
    Müssten das Zölibat dann nicht auch eine Behinderung darstellen? Da wird doch die vielgepriesene Weitergabe des Lebens behindert!
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#7 LarsAnonym
  • 29.06.2021, 09:25h
  • Amazon Smile ist doch super. Ich unterstütze damit den lokalen Tierschutzverein. Dass ab und zu ein Verein durchrutscht ist doch bei der Vielzahl an vereinen logisch. Ich bin mir sicher, dass Amazon nach Prüfung dies ändern wird; dauert eben ein paar Tage, dafür wird es aber neutral und gründlich gemacht. Sonst könnte man ja auch schwule Vereine als sittenwidrig melden und ohne Prüfung wären sie sofort ausgesperrt. Also immer mit der Ruhe und nicht gleich aufregen.
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#8 YannickAnonym
  • 29.06.2021, 11:53h
  • Das wundert mich überhaupt nicht.

    Diese ganzen US-Hightech-Konzerne geben sich gerne fortschrittlich und modern, sind aber letztlich genauso prüde und frömmelnd wie die Mehrheit in den USA.

    Und das schlimme ist:
    aufgrund ihres weltweiten Einflusses, setzen sie diese Positionen schrittweise weltweit um. Man kann ja schon erkennen, dass auch Europa prüder geworden ist und dass Nacktheit (z.B. beim Sonnenbaden am Strand oder in einem Park) heute viel verpönter ist als früher mal.
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#9 Ja gutAnonym
  • 29.06.2021, 12:08h
  • Antwort auf #8 von Yannick
  • Das man heuer eher buxe oder bikini anlässt hat ziemlich sicher eher damit zu tun das gefühlt an jeder zweiten Ecke irgendein hängengeblieben Perverser seine handykamera zückt.... ( einer der Gründe warum das strikte Vorgehen der Algorithmen zur Blockierung sehr begrüßenswert ist)...
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#10 PetterAnonym
  • 29.06.2021, 14:19h
  • Ich kann eh nicht verstehen, wieso manche Menschen so gerne bei Amazon kaufen.

    Die vernichten Arbeitsplätze in den Innenstädten (vom zerstörten Flair der Städte mal ganz zu schweigen). Die rechnen ihre Steuern auf Null runter und bilden kaum aus. Die diktieren, was verkauft werden darf und was nicht. Etc.

    Amazon ist oft auch nicht preiswerter (oder sogar teurer) als der stationäre Handel. Und wenn man dann noch drauf rechnet, was man an Steuern und Abgaben mehr zahlen muss, weil Amazon sich davor drückt, dann hat man dort verdammt teuer eingekauft. Nur, damit Herr Bezos noch ein paar Milliarden verdient.

    Typischer Fall von Kunden-Abzocke, den die meisten Leute leider nicht durchschauen.
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