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EM-Achtelfinale
Zwei Kapitäne mit Regenbogenbinde im Wembleystadion
Beim Spiel Deutschland gegen England am Dienstagabend in London werden sowohl Manuel Neuer als auch Harry Kane ein buntes Zeichen gegen Queerfeindlichkeit setzen.

Englands Kapitän Harry Kane will seine "Solidarität mit den LGBTI-Communitys in der ganzen Welt" ausdrücken (Bild: The Football Association)
- 29. Juni 2021, 03:08h 2 Min.
Nach DFB-Kapitän Manuel Neuer hat nun auch Englands Spielführer Harry Kane das Tragen einer Regenbogen-Armbinde für das EM-Achtelfinale in London angekündigt. Der Torjäger der Three Lions wolle damit ein Zeichen zum Ende der "Pride Week" und seine "Solidarität mit den LGBTI-Communitys in der ganzen Welt" ausdrücken, teilte die englische Nationalmannschaft am Montagabend u.a. auf Twitter mit. Neuer trägt schon seit einigen Spielen die Kapitänsbinde in Regenbogen-Farben und war dafür gelobt worden.
"Ich finde es gut. Daran sieht man, wo wir stehen in unserer Gesellschaft, und dass wir 2021 in Mitteleuropa so weit sind, dass wir als offene, tolerante Gesellschaft eine solche Aktion als sehr positiv empfinden", sagte der 35 Jahre alte Torhüter dem "Kicker" (queer.de berichtete). Neuer kündigte an, die Armbinde auch am Dienstag zu tragen. Außerdem werde die DFB-Elf wie der Rivale England als Zeichen gegen Rassismus vor dem Anpfiff in die Knie gehen. "Wir stehen für Toleranz. Es war für uns keine Frage. Wir ziehen da sofort mit."
Das Spiel beginnt um 18 Uhr deutscher Zeit im Londoner Wembleystadion (live bei Das Erste und Magenta TV). Der Verlierer des Achtelfinalspiels scheidet aus der EM aus.
Die UEFA ermittelte vorübergehend gegen Neuers Binde
Manuel Neuer war bei den ersten drei Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich, Portugal und Ungarn mit Regenbogenbinde angetreten (queer.de berichtete). Die UEFA leitete Ermittlungen gegen Neuer wegen der Binde als verbotenes politisches Zeichen ein, stellte diese aber nach einem öffentlichen Aufschrei ein (queer.de berichtete). Nur aus der AfD gab es Kritik an der "Schwuchtelbinde" (queer.de berichtete).
Das deutsche Kapitän war für das Tragen der Regenbogenbinde sehr gelobt worden. "Eigentlich hatte er nicht viel dabei zu gewinnen, außer den Sympathien der Community. Er hatte auch einiges zu verlieren", schrieb der Aktivist und Autor Johannes Kram in seinem Nollendorfblog. Doch Neuer habe als "Super-Ally-No. 1" gezeigt, "was mit Haltung alles möglich ist". (cw)














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Deshalb danke an alle, die ein Zeichen der Solidarität setzen.