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UN-Menschenrechtsrat

"Historisch": 27 Länder rufen zum Schutz von Trans-Rechten auf

Mehr als zwei Dutzend Länder, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz, unterstützen ein gemeinsames Papier beim UN-Menschenrechtsrat, in dem die nationalen Regierungen aufgefordert werden, trans Menschen besser zu schützen.


Der berühmte Sitzungssaal des Menschenrechtsrates mit der markanten, vom spanischen Künstler Miquel Barceló gestalteten Decke  (Bild: greecemfa / flickr)

Chile hat am Montag im Namen von insgesamt 27 Ländern ein Dokument an den UN-Menschenrechtsrat in Genf übergeben, in dem sofortige Maßnahmen zum Schutz von trans Menschen gefordert werden. Der Antrag schlossen sich neben Chile auch Argentinien, Australien, Belgien, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Finnland, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Italien, Kanada, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mexiko, Norwegen, die Niederlande, Portugal, Österreich, Schweden, die Schweiz, Uruguay und die Vereinigten Staaten von Amerika an.

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In einer gemeinsamen Pressemitteilung begrüßten die LGBTI-Organisationen ILGA World, GATE, TGEU, APTN und RFSL den Vorgang als "historisch". "Zum ersten Mal haben Staaten die Führung übernommen, um die historischen Ungerechtigkeiten gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten und -ausdrücken anzusprechen, denen sich diese heute noch jeden Tag stellen müssen", heißt es in der Mitteilung. Die fünf Organisationen organisieren gemeinsam die "Trans Advocacy Week" am Menschenrechtsrat, um auf Grundrechtsverletzungen von trans Menschen aufmerksam zu machen.

Appell "mit Dringlichkeit"

In der gemeinsam Erklärung weisen die 27 Länder darauf hin, dass insbesondere trans Frauen wegen ihrer Geschlechtsidentität einem "höheren Risiko von Gewalt, Tötungen und anderen Menschenrechtsverletzungen" ausgesetzt seien. Ferner heißt es: "Wir rufen Mitgliedstaaten mit Dringlichkeit dazu auf, die Menschenrechte von trans Personen zu respektieren und zu schützen." Dazu ermutigten die Unterzeichner "Regierungen, proaktiv mit transgeführten und kompetenten Organisationen zusammenzuarbeiten, um ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen und das Verständnis für die Menschenrechte von trans Personen zu fördern."

Der Menschenrechtsrat hat die Aufgabe, die weltweite Situation der Menschenrechte zu überwachen. 2016 installierte das Gremium auch gegen den Widerstand queerfeindlicher Länder wie Russland, China oder Saudi-Arabien einen LGBTI-Ermittler (queer.de berichtete). Seit Ende 2017 hat der Costa-Ricaner Victor Madrigal-Borloz das Amt inne (queer.de berichtete).

US-Präsident Donald Trump hatte während seiner Amtszeit versucht, den Menschenrechtsrat zu schwächen und trat aus dem Gremium aus. Nach dem Wahlsieg Joe Bidens kehrten die USA in diesem Frühjahr zurück (queer.de berichtete). (dk)



#1 LarsiAnonym
  • 29.06.2021, 15:39h
  • Scheinheilig, wie eh und je.

    Dazu ermutigten die Unterzeichner "Regierungen, proaktiv mit transgeführten und kompetenten Organisationen zusammenzuarbeiten, um ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen und das Verständnis für die Menschenrechte von trans Personen zu fördern."

    Na dann fangen wir in Deutschland doch mal damit an!
    Läuft unter der gleichen Sparte, wie
    www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/menschenrech
    te/07-lgbti/lsbti-inklusionskonzept/2444666


    Anderen vorschreiben wollen, wie sie sich zu verhalten haben, sich aber selbst nicht dran halten.
    Außen hui, innen pfui.
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#2 MagsAnonym
  • 29.06.2021, 16:04h
  • Nur zum Verständnis: wir sprechen schon von dem Deutschland wo just gestern beim neuen Gesetz gegen verhetzende Beleidigung die Transmenschen "vergessen" wurden? Ist es zufällig das Deutschland wo es für eine simple Personenstandsänderung ein Gerichtsverfahren und zwei erniedrigende Gutachten braucht? Doch nicht das Deutschland mit den vorgeschriebenen 12 Psycho-Sitzungen in einem Jahr, das ausserdem "vergessen" hat (unter anderem) Transgender im Art. 3 GG zu erwähnen. Kann es sich wirklich um das Deutschland handeln das seit 10 Jahren darauf scheisst ob das 40 Jahre alte Transsexuellengesetz gegen das Grundgesetz und die Menschenrechte verstößt? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass es sich um das gleiche Deutschland handelt. Und wer von beiden spielt eigentlich heute gegen England?
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#3 Taemin
  • 29.06.2021, 17:06h
  • Die Kritik an Deutschland ist leider nur allzu berechtigt, und sie trifft sicher die meisten, wenn nicht alle anderen Unterzeichnerstaaten. Dennoch ist es ein großer und nicht zu unterschätzender Fortschritt, dass 27 Staaten das Thema als Gegenstand der Menschenrechte auf die Agenda setzen. Transrechte sind ein Feld, auf dem sich immer erst nach langer Zeit Früchte zeigen. Mir geht das alles viel zu langsam voran - aber wer hätte denn noch zu Beginn des Jahrtausends ernsthaft für möglich gehalten, dass zumindest mal 27 Staaten Transmenschen überhaupt als Grundrechtsträger/innen anzuerkennen bereit sein würden? Das ist jetzt auf international höchster Ebene dokumentiert und da nicht mehr wegzukriegen.
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#4 RebeccaProfil
  • 29.06.2021, 17:11hBerlin
  • Antwort auf #2 von Mags
  • Hallo,

    und nicht vergessen, selbst im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz stehen zwar Altersdiskrimierung, andere Herkunft, sogar gleichgeschlechtliche Liebe, aber nichts von Transmenschen.

    Komischerweise gibt es die nur im TSG, aber nirgends sonst.
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#5 steffdaAnonym
  • 29.06.2021, 18:24h
  • Auf der einen Seite lese ich das:
    "Der Antrag schlossen sich neben Chile auch Argentinien, Australien, Belgien, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Finnland, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Italien, Kanada, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mexiko, Norwegen, die Niederlande, Portugal, Österreich, Schweden, die Schweiz, Uruguay und die Vereinigten Staaten von Amerika an."

    ..auf der anderen das:

    "Neue Straftat beschlossen Trans und Inter nicht geschützt"

    Sind hier in Deutschland nur noch Idioten am Werk oder kann man hier auch mal von einem einigermaßen konstistenten Regierungshandeln ausgehen?!?!
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#6 PhoebeEuleAnonym
  • 29.06.2021, 19:03h
  • Antwort auf #2 von Mags
  • Also bis 1989 gab es ja zwei Deutschlands. ;)

    Aber mal ohne Ironie, ich finde es schon wichtig, dass sich auf Ebene der UN mit dem Thema befasst wird.
    Das Deutschland sich für Dinge einsetzt und diese selbst nicht umsetzt, dass ist mal wieder paradox.
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#7 MagsAnonym
  • 29.06.2021, 20:09h
  • Antwort auf #6 von PhoebeEule
  • Da hast du natürlich Recht. Aber trotzdem frustriert mich die Situation in Deutschland unglaublich. Alleine schon der Spiessrutenlauf bei den Krankenkassen wegen jedem Blödsinn wie Epilierung kostet einfach so viele Nerven. Und es müsste einfach nicht sein. Aber klar, wenn international Menschen wie wir geschützt werden ist das selbstverständlich ein großer Erfolg.
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#8 PhoebeEuleAnonym
  • 29.06.2021, 21:01h
  • Antwort auf #7 von Mags
  • Ja, frag mich mal. Ich werde die Kostenübernahme wohl einklagen müssen.
    Und wo natürlich noch sehr viel passieren muss ist im Berufsleben. Diskriminierung und mangelnder Zugang zu Arbeitsplätzen sind ein extremes Problem.
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#9 MagsAnonym
  • 29.06.2021, 21:12h
  • Antwort auf #8 von PhoebeEule
  • Da hab ich den grossen Vorteil dass ich selbständig bin. Als Chefin hat man es denke ich leichter. Aber den Quatsch mit der Kostenübernahme kenn ich auch. Bei mir ist das Argument der Krankenkasse dass ich keine Blocker nehme (als Gärtnerin einfach nicht möglich).
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#10 N8EngelProfil
  • 29.06.2021, 22:12hWenden
  • Ich fordere die UN auf Sanktionen gegen alle Staaten auszusprechen, in den die Rechte von Transpersonen gegen Hasskriminalität nicht ausgerecht geschützt werden, oder in denen Transpersonen entwürdigend von staatlichen oder staatlich beauftragten Stellen behandelt werden dürfen.
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