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Queere Nächte im WDR-Fernsehen

Unter dem Motto "Queer – damals und heute" bietet der WDR das Begleitprogramm zur CSD-Saison. Anlass ist der 50. Geburtstag eines queeren WDR-Films und der 65. Geburtstag eines lesbischen WDR-Stars.


Der WDR zeigt im linearen Programm und auf seiner Streamingseite unter anderem auch den Spielfilm "Die Mitte der Welt" mit Jannik Schümann (li.) und Louis Hofmann (Bild: Neue Schönhauser Filmproduktion)

Der Westdeutsche Rundfunk Köln zeigt Anfang Juli im WDR-Fernsehen und der ARD-Mediathek den Programmschwerpunkt "Queer – damals und heute". Neben einer Diskussionsendung strahlt der öffentlich-rechtliche Sender mehrere Spielfilme aus.

Anlass für die Aktion sind – neben der CSD-Saison – der 50. Jahrestag der Premiere von Rosa von Praunheims WDR-Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", der erstmals am 3. Juli 1971 gezeigt wurde. Außerdem feiert WDR-Urgestein Bettina Böttinger am 4. Juli ihren 65. Geburtstag. Böttinger moderiert seit April einen queeren Podcast für den Radiosender WDR 2 (queer.de berichtete).


Bettina Böttinger präsentiert seit 2006 den "Kölner Treff" (Bild: WDR)

Im WDR-Fernsehen eröffnet Böttinger den queeren Abend an ihrem Geburtstag (4. Juli) mit der Diskussionssendung "Queer in 2021". Eine Stunde lang talkt die lesbische Moderatorin mit queeren Gästen wie Schauspieler und Moderator Jochen Schropp sowie Reality-Darsteller Nicolas Puschmann ("Prince Charming"), was sich in den letzten 50 Jahren in der queeren Welt verändert hat (Sendestart: 22.30 Uhr). Im Anschluss folgt um 23.30 Uhr "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt". Um 0.35 Uhr gibt es ein Wiedersehen mit der historischen Podiumsdiskussion zum Film, die anlässlich der TV-Erstausstrahlung im Jahr 1973 gezeigt worden war. Danach strahlt der WDR ab 2.10 Uhr noch die schwule Coming-of-Age-Story "Die Mitte der Welt" mit Louis Hofmann ("Dark") und Jannik Schümann mit.

Bereits in der Nacht zuvor zeigt der WDR zwei weitere queere Filme. Das deutsche Coming-out-Drama "Jonathan" startet um 0.40 Uhr, Jan Krügers Film "Die Geschwister" beginnt um 2.10 Uhr.

"online first"

Alle Filme und die Talksendung sind "online first" – das bedeutet, sie sind bereits ab dem 3. Juli im WDR-Channel der ARD-Mediathek abrufbar. Dort ist unter dem Queer-Schwerpunkt auch der WDR-Fernsehfilm "Unser Kind" zu finden, der anlässlich des Diversity-Tags am 18. Mai im WDR-Fernsehen ausgestrahlt worden war.

"Der WDR hat eine lange Vielfaltstradition", heißt es in einer Pressemitteilung zum queeren Schwerpunkt. Darin wird der Kölner Sender als Vorreiter innerhalb der ARD beschrieben: "Er war beispielsweise der erste Sender innerhalb der ARD, der eine feste Stelle für eine*n Integrationsbeauftragte*n geschaffen hat. 2007 unterzeichnete der WDR als erste Rundfunkanstalt die Charta der Vielfalt für die Verankerung von Vielfalt in Wirtschaft und Gesellschaft. Seit 2014 gibt es einen Diversity-Beirat im WDR, unter der Leitung der stellvertretenden Intendantin Eva-Maria Michel." Leitgedanke und zugleich Ziel der Arbeit im WDR sei es, "die Vielfalt der Gesellschaft, ihre unterschiedlichen Lebenswelten und Perspektiven, in den Programmen und in der Belegschaft abzubilden – und zwar selbstverständlich und ohne Erklärungszwang". (dk)



#1 PetterAnonym
  • 29.06.2021, 15:55h
  • ""Der WDR hat eine lange Vielfaltstradition""

    Ach, uns deswegen hat der WDR beim Papstbesuch in Köln damals die Proteste ausgeblendet. Gerade als internationaler Bildgeber wäre ihm eine besondere Verantwortung zugekommen, da jetzt auf der ganzen Welt nur ein geschöntes Bild dieses Ereignisses verbreitet wurde, aber nicht die ganze Wahrheit berichtet wurde, was eigentlich zur journalistischen Sorgfaltspflicht gehört.
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#2 Felix-BaerlinAnonym
  • 29.06.2021, 16:18h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Dieses Zitat ist echt der Gipfel der Hybris.

    Das Programm, das der WDR da bietet, ist peinlich. Wer lesbische, schwule, bi, trans*, inter* und queere Menschen im Jahr 2021 damit hinter dem Ofen, besser: vom Online-Stream, hervorlocken möchte, hat nichts kapiert. Und die Erfahrung zeigt, dass es ihnen letztlich auch egal ist.

    Die Einfallslosigkeit des NRW-Senders zeigt mit Böttinger ein verbrauchtes Gesicht. Und das Queere Netzwerk NRW mit seinem Sitz beim WDR ist vermutlich zu sehr mit sich selbst und der eigenen Karriere beschäftigt, um endlich mal grundlegende Änderungen beim WDR anzugehen. Oder es ist mangelnde Kompetenz.
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#3 W i D e R l i c hAnonym
  • 29.06.2021, 16:56h
  • Antwort auf #2 von Felix-Baerlin
  • Ihr müsst das verstehen. Der WDR ist in stramm katholischen Provinzgebieten beheimatet. Wenn der WDR was wirklich Progressives machen würde, wird (a) der Bischof verärgert und (b) werden die sesselpupsend-bürgerlichen Rheinländer:innen erschreckt. Beim WDR darf man immer nur das Beste von vorgestern bringen, bei der Musik wie beim Personal. Mehr geht da wirklich nicht.
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#4 Taemin
  • 29.06.2021, 16:59h
  • Eine Vielfaltstradition, die sich im allgemeinen Programm hauptsächlich nachts austobt, hat schon was Unglaubwürdiges.
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#5 PHIL-80Anonym
  • 29.06.2021, 17:23h
  • Immerhin gibt es ein paar gute Filme zu sehen.. das man mehr hätte machen können, denke ich auch, allerdings finde ich es beim WDR mehr als bei anderen Sendern
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#6 SakanaAnonym
  • 29.06.2021, 17:38h
  • Wow...warum überrascht mich die geballte Negativität im Kommentarbereich wieder mal nicht?

    Die Inhalte sind vorher auch in der ARD-Mediathek abrufbar und ich finde es sehr gut, dass Filme wie der von Praunheim/Dannecker-Film wieder gezeigt werden. "Lernen's a bisserl G'schichte", wie schon der große Bundeskanzler Kreisky so schön formulierte.
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#7 OlliAnonym
  • 29.06.2021, 17:42h
  • Wie sichtbar queeres Leben sein darf, erkennt man an den Sendezeiten. Die Mitte der Welt kommt mitten in der Nacht. Wie albern und feige ist das? Gerade dieser Film zeigt, wie normal queeres Leben sein kann und wäre gerade für Jugendliche genau das Richtige, um eigene Vorurteile mal zu überprüfen.

    Der WDR soll einfach mit diesen Versuchen aufhören , irgendwie progressiv und modern rüberzukommen. Der WDR ist im Radio und im Fernsehen sowas von belanglos.
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#8 Sarkast
  • 29.06.2021, 17:57h
  • @Felix-Baerlin @W i D e R l i c h man kann auch diskutieren ohne persönliche Angriffe (Die Einfallslosigkeit des NRW-Senders zeigt mit Böttinger ein verbrauchtes Gesicht. ) oder unangebrachte Verallgemeinerungen (in stramm katholischen Provinzgebieten, sesselpupsend-bürgerlichen Rheinländer:innen).
    Ich verstehe auch nicht warum lgbt+ Sendungen gerne in die Nacht verlegt werden oder warum bei Arte manchmal Triggerwarnungen vor den Sendungen eingeblendet wurden, bzw. in der Mediathek aktiv angeklickt werden mussten.
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#9 AndyAnonym
#10 WiderlottaAnonym
  • 30.06.2021, 00:36h
  • Antwort auf #3 von W i D e R l i c h
  • Dir gefällt es in den braun geprägten AfD-Hochburgen im Osten besser? Die Nähe dort zu den gerade herrlich liberalen Osteuropäischen Ländern ist auch ganz nice?
    Oder darf es doch lieber der tief-konservative Süden sein, in dem einem die gespielte Liberalität nur so vorgegaukelt wird, aber leider ist man dann bei Gesetzen, Fortschritt & Co doch lieber mal ganz zurückhaltend?
    Was war jetzt nochmal mit dem Rheinland, dem im Durchschnitt so ziemlich tolerantesten Flecken in Deutschland?
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