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Berlin

Hertha-Geschäftsleiter: "Gesellschaftspolitik gehört zu unserer Identität"

Für Paul Keuter sollten auch in Deutschlands Lieblingssport Werte und Haltung gezeigt werden – etwa mit Aktionen gegen LGBTI-Feindlichkeit und Rassismus.


Paul Keuter (re.) hisste mit seinen Funktionärskollegen die Regenbogenfahne (Bild: Instagram / herthabsc)

Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung des Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC, hat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur für gesellschaftliche Haltung im Profifußball geworben: "Gesellschaftspolitik gehört zu unserer Identität", sagte Keuter im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur – und verweist unter anderem auf das Engagement für LGBTI. Dabei sei stets zu bedenken, dass Gesten nicht allein stehen dürfen, sondern mit Leben gefüllt werden müssen, damit sie sich nicht abnutzen: "Das muss man konsequent leben. Ansonsten werden die Kritiker, die sagen, das ist alles nur Marketing, bestätigt."

Konkret befürwortete Keuter den Kniefall der beiden Fußball-Nationalmannschaften von England und Deutschland am Dienstagabend vor dem Europameisterschafts-Achtelfinale. "Jedes dieser Zeichen, das klar für Werte und Haltung nach draußen sichtbar gemacht wird, finde ich begrüßenswert", sagte der 46-Jährige. Mit dem Kniefall soll ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden.

Keuter gilt als Vater der Kniefall-Aktion der Bundesliga-Mannschaft von Hertha vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 im Oktober 2017. "Mit Sicherheit waren wir das das erste Team außerhalb der USA, das in Solidarität zum American Footballer Colin Kaepernick ein klares Zeichen gesetzt hat. Wir haben Haltung gezeigt", sagte Keuter über die Aktion, die dem ehemaligen Sport-Verantwortlichen des Kurznachrichtendienstes Twitter viel Kritik eingebracht hatte.

Keuter hatte "nicht mit so großen Gegenwind gerechnet"

Dem Funktionär war vorgeworfen worden, die Aktion vor allem aus PR-Gründen gemacht zu haben. Natürlich, so Keuter, seien "alle Gewerke im Verein an solchen Aktionen" beteiligt. "Aber die Mannschaft musste die Entscheidung treffen." Grundsätzlich rechnet der gebürtige Hamburger, der bei Hertha die digitale Transformation verantwortet, mit Kritik, wenn ein Verein soziales Engagement zeigt. Allerdings habe er bei der Kniefall-Aktion "nicht mit so großen Gegenwind gerechnet."

Trotz der Kritik will der frühere Drittliga-Fußballer an den gesellschaftlichen Aktionen festhalten. Hertha selbst hat in der "Pride Week" die Regenbogenfahne vor der Geschäftsstelle gehisst, hat seit Jahren eine Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) und ist seit acht Jahren Mitglied im Berliner Toleranzbündnis.

Twitter / HerthaBSC
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Hertha BSC sorgte im April für einen diplomatischen Zwischenfall, als der Verein den ungarischen Torwarttrainer nach extrem queerfeindlichen Äußerungen feuerte (queer.de berichtete). Darauf bestellte Ungarn den deutschen Botschaftsvertreter ein (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 VerantwortungAnonym
  • 30.06.2021, 10:50h
  • Dem Sport kommt auch gesellschaftliche Verantwortung zu. Dem darf man sich nicht länger verschließen.

    Und das muss auch endlich die UEFA kapieren, dass ein Einsatz gegen Rassismus und gegen LGBTI-Hass kein "verbotenes politisches Zeichen" ist, sondern absolute Notwendigkeit, wenn Sport glaubwürdig bleiben will.

    Wo Nationalflaggen geschwenkt werden, darf eine Regenbogenflagge als Zeichen für Liebe, Freiheit und Vielfalt nicht verboten sein. Ansonsten macht der Sport sich zum Gehilfen rechter Gesinnungen.
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