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Anatolien

Türkei: Dritter CSD in fünf Tagen niedergeschlagen

Nach Istanbul und Ankara nahm die Polizei auch Teilnehmende des ersten Pride in Eskişehir fest.


Friedliche CSD-Kundgebungen werden in der Türkei nicht mehr geduldet (Bild: OzgurGencKadin / twitter)

Türkische Sicherheitskräfte haben am frühen Mittwochabend in der anatolischen Großstadt Eskişehir mehrere Menschen beim ersten CSD der Stadt festgenommen. Laut Veranstalter*innen wurden sie teilweise bereits auf dem Weg zu der Pride-Kundgebung festgenommen und in Handschellen auf den Rücken zu einem Polizeibus abgeführt.

Twitter / PrideEskisehir | Der Pride vor der Auflösung
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Bei dem Protest kam es zu weiteren gewaltsamen Festnahmen, offenbar auch von einem Fotografen. "Wir haben die erste Pride-Parade in den Straßen von Eskişehir begonnen, trotz der Festnahmen durch die Folterer und allen möglichen Druck auf uns", so die Organisator*innen. "Wir werden das jedes Jahr fortsetzen. Bis die Polizei weg ist, sind die Straßen unser."

Twitter / KuirMarmara
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Twitter / OzgurGencKadin

Erst am Vortag hatte die Polizei in Ankara eine Pride-Demonstration durch Festnahmen aufgelöst (queer.de berichtete). Am Samstag hatten die Behörden erneut den CSD in Istanbul verboten. Die Polizei räumte die Straßen mit Gewalt, Reizgas und Gummigeschossen und nahm dutzende Menschen fest (queer.de berichtete). Bereits am Dienstag zuvor war die Polizei in Istanbul gegen Menschen vorgegangen, die sich im Rahmen der Pride-Week zu einem Picknick in einem Park versammeln wollten (queer.de berichtete).

Bis 2015 galt die queere Bewegung in der Türkei als großer Erfolg, am CSD in Istanbul nahmen zehntausende Menschen teil. Seitdem wurden die Pride-Veranstaltungen allerdings immer wieder verboten und kam es zu gewaltsamen Niederschlagungen der Proteste durch die Polizei.

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats hatte letzte Woche in einem Schreiben an türkische Spitzenpolitiker ein Ende von Hassrede und Grundrechtseinschränkungen gegenüber LGBTI sowie ein Vorgehen gegen Hassverbrechen gefordert (queer.de berichtete). (nb)



#1 GrundrechteAnonym
  • 30.06.2021, 18:55h
  • So ist das in Diktaturen:
    Grundrechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit werden als erstes gestrichen....
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#2 MagsAnonym
  • 30.06.2021, 19:13h
  • Hey, aber die Menschenrechtskommissarin hat schriftlich protestiert. Da wird er aber zusammengezuckt sein der Diktator - sorry, ich meinte der Präsident.

    Ganz ehrlich, solange Erdogan das Sagen hat (und da sehe ich wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende) geht's mit der Türkei rapide bergab. Und zwar in jeglicher Hinsicht, auch wirtschaftlich. Aber Hauptsache er baut seinen irren Kanal.

    Ein Machthaber der größenwahnsinnige Projekte plant und bauen lässt - an wen erinnert mich das nur...?
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#3 zundermxeAnonym
  • 01.07.2021, 07:38h
  • Antwort auf #2 von Mags
  • Sicher ist das Erdogan-Regime scharf zu kritisieren und erstmal in der direkten Täterrolle.

    Doch Türkei, Russland, Ungarn oder Polen (vam) sind u.a. nur möglich weil wir uns als Deutschland und als Europa mit einer reinen Alibi-Politik zufrieden geben. Die Gelder fließen weiter, Nordstream2 wird gebaut und geo- wie wirtschaftspolitische Interessen haben absolute Priorität.
    Wir sollten uns in Deutschland weiter damit zufrieden geben, dass über die Beleuchtung eines Stadiums schwadroniert wird. Mehr wird es auch in Zukunft nicht sein.
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#4 MagsAnonym
  • 01.07.2021, 12:19h
  • Antwort auf #3 von zundermxe
  • Du hast mit allem Recht was du schreibst. Und da ein Aber den vorhergehenden Satz negiert und ich das nicht möchte an dieser Stelle kein Aber.

    Ich für meinen Teil diskutiere allerdings lieber über Stadionbeleuchtung, als dass mir ein Polizist auf dem CSD die Seele aus dem Leib prügelt.
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#5 dellbronx51069Anonym