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"Gefühle wie vor dem Coming-out"
Ricky Martin: Klare Ansage an die Hater
In einem emotionalen Post prangert der Popsänger homophobe Reaktionen von Follower*innen auf romantische Fotos mit seinem Ehemann an. Der Hass treibe ihn an, sich weiter für LGBTI einzusetzen.

Nach dem Posten dieses und weiterer Fotos mit seinem Ehemann Jwan Yosef verlor Ricky Martin zahlreiche Follower*innen (Bild: ricky_martin / instagram)
- 1. Juli 2021, 04:29h 2 Min.
Popsänger Ricky Martin hat sich gegen homophobe Reaktionen auf Fotos von ihm und seinem Ehemann ausgesprochen. Nachdem er die Aufnahmen vor einigen Tagen in sozialen Medien veröffentlicht hatte, habe eine große Anzahl an Personen entschieden, den beiden nicht mehr zu folgen, oder abfällige Kommentare abgegeben, schrieb Martin am Dienstag auf Instagram. Er bekomme dabei ein Gefühl, das er in den Jahren vor seinem Coming-out gespürt habe, führte der Puerto-Ricaner fort. "Dieselbe Angst, die mich lähmte, mich quälte, und mich davon abhielt, zu sein."
Fotoshooting für das das Magazin "CAP 74024"
Die Fotos von Martin und seinem Mann, dem schwedischen Künstler Jwan Yosef, wurden für das Magazin "CAP 74024" aufgenommen. Sie zeigen die beiden eng umschlungen, lachend und sich verliebt anschauend. Das Paar heiratete im Jahr 2018 und hat vier Kinder: 13-jährige Zwillingsbrüder, eine fast drei Jahre alte Tochter und einen zweijährigen Jungen (queer.de berichtete).
Der 49 Jahre alte Martin hatte in den Neunzigerjahren mit Liedern wie "María" und "Livin' La Vida Loca" mehrere internationale Hits. Es dauerte bis 2010, bis er bereit war, sich als schwul zu outen – unter anderem mit der Überlegung, dass seine Kinder nicht für ihn lügen müssen sollten. "Ich bin stolz, zu sagen, dass ich ein glücklicher homosexueller Mann bin", schrieb er auf seiner Website . Wenig später erschien seine Autobiografie "Ich".
Wenn er die Fotos betrachte, spüre er Frieden, weil er seine Familie mit Stil habe feiern können – wie sie es verdiene, schrieb Martin. "Und diese Angst, von der ich gerade gesprochen habe, lähmt mich nicht mehr. Im Gegenteil: Sie gibt mir viel mehr Kraft und treibt mich an, weiter für das Wohlergehen von Millionen Menschen zu arbeiten, die jeden Tag unter fehlender Akzeptanz leiden." (cw/dpa)















Schon J.W. von Goethe sagte dazu:
"Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen."