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- 26. November 2005 3 Min.
Eine von der Stadt finanzierte Aufklärungskampagne erzürnt Fundamentalisten. CSU auf Homo-Seite?
Von Norbert Blech
Es ist gefühlte zehn Jahre her, da sorgte eine aus Steuermitteln finanzierte Akzeptanz-Kampagne für Schwule und Lesben in NRW für scharfe Entrüstung bei Christen, Christdemokraten und der christlichen "Rheinischen Post". Seitdem ist in NRW viel passiert, auch wenn das Hadern der neuen Landesregierung um einen Homo-Leitfaden für Lehrer einen Rückschritt erahnen lässt.
Nun ist auch in München ein Kulturkampf ausgebrochen. Seit einigen Wochen hängen in Schulen drei Plakatmotive aus, die den Jugendlichen erklären sollen, dass es ok ist, schwul, lesbisch oder transsexuell zu sein. Dass man nicht allein ist, und das man schnell Hilfe und Unterstützung bekommen kann. Die Plakatkampagne, begleitet von der Webseite www.wirsindfuerdichda.org, wurde von mehreren örtlichen Homogruppen konzipiert und von der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen im Münchner Rathaus begleitet und finanziert.
Jetzt regt sich Protest. Nach Kritik der Rechtsaußen-Zeitung "Junge Freiheit" erzürnte sich auch das fundamentalistische Christen-Portal kreuz.net. Aber auch das seriösere, gemäßigte kath.net meldete Kritik an und verkündete einen Protestaufruf der "Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern" (KSBB).
Belästigung aus Steuergeldern
Das "aufdringliche Motto" (Wir sind für dich da) werbe geradezu für ein Leben als Homosexueller, so die KSBB. Daher ruft die Organisation Christen auf, gegen die Aktion Einspruch zu erheben. "Es bedarf einer breit angelegten christlichen Koalition gegen diese Auswüchse und für ein Aufwachsen unserer Kinder in Würde und Freiheit von derartigen Belästigungen", schrieb der Vorsitzende der KSBB, Andreas Späth aus Sachsen bei Ansbach, laut kath.net in einem Rundbrief.
Auch kreuz.net sieht die Jugend in Gefahr: "Die Kampagne wendet sich an pubertierende junge Menschen und nützt einen menschlichen Lebensabschnitt aus, wo viele mit Unsicherheit und Selbstzweifeln kämpfen. (…) Man will innere Vorbehalte gegen die Homo-Ideologie abbauen und jungen Menschen anstiften, sich als 'Homosexuelle' zu bezeichnen."
Kath.net fasst die Kritik so zusammen: "Gegen Nächstenliebe sagt auch keiner was. Ausgegrenzt werden sollen [die] Betroffenen auch nicht. Aber wer erklärt ihnen die Schöpfung, die Bedeutung der Sexualität als Mann und Frau? Wer öffnet die Türen in die Tiefen des Menschseins?" Fazit: die Homo-Aufklärung bringt einen vom Menschsein ab.
CSU: kein Problem
Die Christen erzürnt auch, dass die CSU keinen Widerstand gegen die Plakate leiste. Im Münchner Rathaus habe es keinen Protest gegen das Vorhaben gegeben, das bayrische Kultusministerium habe sich gar ausdrücklich für die Anbringung der Plakate ausgesprochen. Die seien "kein Problem", wird das Ministerium zitiert, das den Berichten zufolge auch noch empfahl, Homo-Aufklärungsgruppen in die Schulen einzuladen, auch um HIV-Prävention zu betreiben. Die Haltung des Ministeriums konnte am Samstag jedoch nicht näher verifiziert werden.
Dabei hat die Aktion in München gerade erst angefangen. Nach Auskunft der Rathaushomos planen die Organisatoren Lehrerfortbildungen, Veranstaltungen an den Schulen sowie ein Lernpaket für den Unterreicht – und gar einen Brief an die Eltern von Neuntklässlern, in dem diese über Homosexualität aufgeklärt werden. Dem auch in Türkisch und Serbisch verfassten Brief liegt zudem eine Adressliste mit Hilfestellen für Jugendliche bei. "Ich bitte Sie als Eltern um Offenheit und Verständnis", schreibt die Schulrätin Elisabeth Weiß-Söllner.
Samstag, 26. November 2005
Links zum Thema:
» www.wirsindfuerdichda.org
» kreuz.net-Bericht
» kath.net-Bericht










Da zieht die CSU die Abgrenzung zu rechtsradikalen Gruppen und bleibt auf der Seite der noch als demokratisch anzusehenden Parteien.
Und daher dürften auch CSU-Politker, diese Aufklärungskampagne zwar nicht selbst "gross" pushen, aber CSU-PolikerInnen werden sie auch nicht verbieten oder angreifen.
Das würde auch der CSU das "Genick" als demokratische Partei brechen.
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Zu kreuz.net sei gesagt, liebe Redaktion: dies ist eine kleine Gruppe von Fundamentalisten, denen Ihr nicht zuviel mediale Aufmerksamkeit schenken solltet; das halte ich für einen journalistischen Fehler, denn dann könnt ihr auch auf die Verlautbarungen der NPD/DVU eingehen und dies sollten "gute" Journalisten nicht machen (denselben Fehler hat vor vielen Jahren einmal Herrr Gottschalk in einer Fernsehdiskussion gemacht und dies hinterher bereut). Schaut Euch bitte genau an, welcher "Deckmantel" sich hinter eine HP versteckt.
Bei kath.net sieht es schon ein wenig anders aus, während bei mykath.de eher die andere Seite der Katholiken zum Tragen kommt. Die offizielle Seite der Katholiken im Internet ist immer noch katholisch.de oder die dbk.de.
Zuviel mediale Aufmerksamkeit sollte man fundamentalistischen Christen in Deutschland nicht geben, denn sie sind zumindest in Deutschland eine ganz klare Minderheit unter den Christen.