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Neues Gesetz geplant

Ghana: "Homosexuelle Pandemie schlimmer als Covid"

Das laut Berlin "sichere Herkunftsland" will queeren Menschen das Leben schwerer machen – und beispielsweise "Homo-Heilung" fördern.


Parlamentspräsident Alban Bagbin findet Schwule und Lesben schlimmer als die Corona-Pandemie (Bild: U.S. Embassy Ghana / wikipedia)

Ghana will offenbar seine Gesetze gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten verschärfen. Mehrere Abgeordnete übergaben am Dienstag in der Hauptstadt Accra einen entsprechenden Gesetzentwurf an Parlamentspräsident Alban Bagbin. Der 63-jährige Sozialdemokrat erklärte, er erwarte, dass das Gesetz in den nächsten sechs Monaten beschlossen werden wird.

Bereits jetzt stehen im Land drei Jahre Haft auf einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen. Details des Entwurfs sind noch nicht bekannt, es soll aber unter anderem Menschenrechtsaktivist*innen und -organisationen verbieten, sich für LGBTI-Rechte einzusetzen. Außerdem sollen "Konversionstherapien" zur "Heilung" von Homosexualität staatlich unterstützt werden.

Entwurf soll "Geisel der Perversion" bekämpfen

Der Parlamentsabgeordnete Sam Nartey George, einer der Autor*innen des Gesetzentwurfs, begründete sein Engagement mit den Worten: "Lassen Sie mich deutlich sein: Homosexualität ist KEIN Menschenrecht. Sie ist ein gewählter Lebensstil, eine sexuelle Vorliebe." Der Entwurf bekämpfe "die um sich greifende Geisel der Perversion".

Twitter / RightifyGhana | Übergabe des Gesetzentwurfs an den Parlamentspräsidenten

Parlamentspräsident Bagbin kündigte gegenüber Medien seine Unterstützung an. Dabei bezeichnete er Homosexualität als "Pandemie", gegen die der Staat und jede einzelne Person "kämpfen" müssten. "Diese Pandemie ist schlimmer als Covid-19. Ich bin so glücklich, dass unser geliebtes Ghana in dieser Frage an einem Strang zieht." Im Kampf gegen Homosexualität könne man auf die Unterstützung der Bevölkerung bauen.

Tatsächlich gehört Ghana zu den homophobsten Ländern der Welt: Laut einer im Februar 2021 veröffentlichten Umfrage des Africa Centre for International Law and Accountability (ACILA) sprechen sich 87 Prozent dagegen aus, dass Homosexuelle öffentlich über ihre Diskriminierung sprechen und sich organisieren dürfen.

LGBTI-Aktivist*innen in Ghana übten scharfe Kritik an der queerfeindlichen Kampagne: "Repariert das verdammte Land und lasst uns in Frieden", erklärte LGBT+ Rights Ghana. Die Aktivist*innen warfen der Regierung vor, mit der queerfeindlichen Politik von eigenen Verfehlungen ablenken zu wollen. "Ghana hat nicht Probleme wegen der Sexualität von bestimmten Leuten, sondern wegen gierigen Politikern."

Twitter / LGBTRightsGhana
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In Ghana hatten Menschenrechtsorganisationen in den letzten Monaten wiederholt über eine sich verschlechternde Lage von LGBTI berichtet. Ende Mai kam es zur Massenfestnahme von 21 Personen wegen "LGBTQ-Aktivitäten" (queer.de berichtete). Erst zwei Wochen nach ihrer Festnahme und nach scharfen Protesten von Menschenrechtsorganisationen kamen die Personen auf Kaution wieder frei.

Ghana ist ein rohstoffreiches Land in Westafrika mit 30 Millionen Einwohner*innen, knapp drei Viertel von ihnen gehören einer christlichen Glaubensgemeinschaft an. Das deutsche Bundesentwicklungsministerium sagte dem Land 2018 und 2019 insgesamt 86,5 Millionen Euro an Entwicklungshilfe zu. Außerdem hat der Bundestag Ghana das Prädikat "sicherer Herkunftsstaat" verliehen, wodurch aus dem Land Geflüchtete leicht wieder aus Deutschland abgeschoben werden können. (dk)



#1 Taemin
  • 02.07.2021, 13:52h
  • Die freundliche Beurteilung Ghanas durch Deutschland geht darauf zurück, dass es in anderen afrikanischen Ländern noch schlimmer ist. Das kann aber kein Maßstab sein. Auch dass die dortige Regierung demokratisch gewählt ist, sagt für sich allein nichts aus. Das trifft auch auf Erdogan, Putin, Orban und Bolsonaro zu.
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#2 SebiAnonym
  • 02.07.2021, 14:51h
  • Ich weiß nicht, was mich mehr aufregt:
    Mischungen aus Dummheit und religiösem Fanatismus, die solche Positionen möglich machen.

    Oder dass Union und SPD das immer noch als "sicheres Herkunftsland" ansehen.
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#3 dellbronx51069Anonym
  • 02.07.2021, 17:59h
  • Wenn Homosexualität schlimmer als Corona ist brauchen wir ja auch keinen Impfstoff gegen Corona dorthin liefern sondern vllt. besser einen Impfstoff gegen Dummheit .
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#4 HollywouldAnonym
  • 03.07.2021, 08:04h
  • Danke für den Artikel, der die aktuelle Situation auf den Punkt bringt. Ich selbst bin oft in Ghana, weil mein Verlobter da lebt und wir derzeit daran verzweifeln, dass wir wegen eines "veralteten" Deutschtest-Resultats kein Heiratsvisum bekommen. Zudem habe ich den Link auch gleich an Freunde geschickt. Einer von Ihnen, ein Iraner, der auch wegen seiner Homosexualität fliehen musste, antwortete mir: "Warum schreibt keiner über Homophobie im Iran und das Schreckensregime? Die wollen nicht "heilen" sondern gleich aufhängen. Vor drei Monaten haben ein Bruder, zwei Cousinen und die Eltern einen homosexuellen Jungen unter 18 aus dem Süden umgebracht und zerstückelt und die Mörder nennen das ehrenhaft."
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#5 Taemin
  • 03.07.2021, 11:47h
  • Auf seiner Webite schreibt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (früher hieß das Entwicklungshilfe), dass 2018/19 SECHSUNDACHTZIGEINHALB MILLIONEN Euro zu Gunsten Ghanas zugesagt wurden. Steuermittel auch von deutschen Schwulen.
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#6 DramaQueen24Profil
  • 03.07.2021, 12:14hBerlin
  • Dear Sam Nartey George

    Homosexuality, like transsexuality, is not a lifestyle of one's choice.
    Or would you voluntarily choose to be expelled from the family, beaten, robbed, raped and murdered? All this happens to homosexuals in Ghana and in Africa. I do not even want to talk about other countries, such as Russia or Saudi Arabia.
    So if you're saying that sh** again, I'd advise you to think about what would happen if you were gay. Or one of your children? Would you still spread this rubbish?
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