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Fußball-EM
Baku: Offenbar Fan-Regenbogenflagge im EM-Stadion konfisziert
Nach dem Verbot von Regenbogen-Bandenwerbung für Sponsoren durch die UEFA zeigen Bilder das Vorgehen von Ordnern gegen dänische Fans im Stadion.

So berichtet das dänische Fernsehen: "Dänischem Fan wurde Regenbogenfahne im Stadion in Baku konfisziert: 'Der Ordner hat sie mir aus den Händen gerissen'"
- 3. Juli 2021, 17:41h 3 Min.
Auch das EM-Viertelfinalspiel in Baku sorgt für Schlagzeilen rund um Regenbogen-Symbole. Vor dem Anpfiff des Spiels von Dänemark gegen Tschechien am Samstag war auf Fotos zu sehen, wie zwei Ordner heftig mit dänischen Fans diskutierten. Diese hatten eine kleine Regenbogenfarbe mit ins Nationalstadion gebracht. Die Fahne war kurz drauf verschwunden.
/ dw_sportsIt appears that stewards in the stadium have confiscated a -flag from two Denmark fans… #EURO2020 #CZEDEN #Baku pic.twitter.com/NyU37IvdTg
DW Sports (@dw_sports) July 3, 2021
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Einer der beteiligten Männer bestätigte später gegenüber dem dänischen Fernsehen, zahlreiche Ordner seien auf ihn zugekommen und hätten ihn ohne Angaben von Gründen zur Entfernung der Regenbogenflagge aufgefordert. "Ein offizieller UEFA-Ordner ist gekommen und hat mir die Fahne aus den Händen gerissen", so Kristoffer Føns.
Die Europäische Fußball-Union UEFA teilte nach dem Spiel auf Anfrage der DPA mit, weder die Ordner in Baku noch in anderen EM-Stadien angewiesen zu haben, Regenbogenflaggen zu konfiszieren. Der Vorfall werde untersucht, schrieb der Dachverband, die Flagge sei dem Fan zurückgegeben worden. Was für weitere Kritik sorgen dürfte: Die UEFA gab weiter an, zunächst die Information erhalten zu haben, dass der dänische Anhänger "stark betrunken" gewesen sei und Ärger mit lokalen Fans gehabt habe. "Natürlich werden wir uns mit dem UEFA-Delegierten, dem UEFA-Sicherheitsbeauftragten und den lokalen Behörden in Verbindung setzen, um das zu klären", hieß es.
/ FansEuropeWe can confirm that the flag has been returned to its owners.
Fans Europe (FSE) (@FansEurope) July 3, 2021
To clarify, this was a gross violation of @uefas tournament regulations.
We will continue to liaise with @DBUfodbold. @fairfansdk, & @uefa to clarify the situation. https://t.co/7iYoSeAZFv
Die UEFA hatte erst letztes Wochenende betont, dass Regenbogen-Fahnen in den Stadien nicht verboten seien. Zuvor hatte es Berichte gegeben, beim letzten EM-Spiel in der Budapester Puskás Aréna hätten Ordner niederländischen Fans beim Eintritt ins Stadion und in die offizielle Fan Zone Regenbogenflaggen abgenommen (queer.de berichtete). Zu dem Fan-Bereich in einem Park hatte die UEFA allerdings auf die Zuständigkeit der lokalen Behörden verwiesen.
Regenbogen-Bandenwerbung verboten
In jenem Spiel in Ungarn waren dennoch Regenbogenfarben zu sehen, weil sie einige Sponsoren bei der Bandenwerbung einsetzten – was die UEFA zunächst ebenfalls begrüßt hatte. Am Freitag war allerdings bekannt geworden, dass sie Volkswagen untersagt hatte, die Regenbogenwerbung bei den beiden Viertelfinalspielen im russischen St. Petersburg am Freitag und in Baku am Samstag einzusetzen.
Der Autobauer hatte angegeben, die Entwicklung zu bedauern. Die UEFA verwies darauf, dass die Werbung lokalen Gesetzen entsprechen müsste, ohne ins Detail zu gehen. Das russische Gesetz gegen "Homo-Propaganda", das bei Verstößen Bußgelder vorsieht, verbietet allerdings Regenbogenflaggen und ähnliche Symbole nicht konkret. Das gegenüber LGBTI noch repressivere Aserbaidschan kennt kein entsprechendes Gesetz (mehr im Vorbericht).
Beim Viertelfinalspiel am Freitag in München war die VW-Regenbogenwerbung zu sehen, am Samstag sollte sie auch beim Spiel in Rom zum Einsatz kommen. Alle anderen Sponsoren, die in der letzten Woche ebenfalls Regenbogenfarben einsetzten, hatten das auf den Pride-Monat Juni beschränkt. Zu den EM-Sponsoren gehören auch staatsnahe Unternehmen aus homofeindlichen Ländern wie Qatar Airways und Gazprom, die kein entsprechendes Zeichen setzten.
Die Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt waren in den letzten Wochen ein riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner-Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt. Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf den Protest gegen ein aktuell in Ungarn erlassenes Gesetz zielte, das gegenüber Minderjährigen eine "Bewerbung" oder auch nur "Darstellung" von Homo- oder Transsexualität in Büchern, Filmen und anderen Medien, Werbekampagnen sowie Schulen untersagt. Die UEFA argumentierte, die Beleuchtung würde daher zu einem politischen Zeichen. Kurz zuvor hatte sie nach einer Überprüfung dem deutschen Torwart Manuel Neuer die Nutzung einer Regenbogen-Kapitänsbinde ausdrücklich gestattet. (nb/dpa)
ergänzt um UEFA-Stellungnahme im ersten Artikeldrittel















