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Fußball-EM

Baku: Offenbar Fan-Regenbogenflagge im EM-Stadion konfisziert

Nach dem Verbot von Regenbogen-Bandenwerbung für Sponsoren durch die UEFA zeigen Bilder das Vorgehen von Ordnern gegen dänische Fans im Stadion.


So berichtet das dänische Fernsehen: "Dänischem Fan wurde Regenbogenfahne im Stadion in Baku konfisziert: 'Der Ordner hat sie mir aus den Händen gerissen'"

Auch das EM-Viertelfinalspiel in Baku sorgt für Schlagzeilen rund um Regenbogen-Symbole. Vor dem Anpfiff des Spiels von Dänemark gegen Tschechien am Samstag war auf Fotos zu sehen, wie zwei Ordner heftig mit dänischen Fans diskutierten. Diese hatten eine kleine Regenbogenfarbe mit ins Nationalstadion gebracht. Die Fahne war kurz drauf verschwunden.

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Einer der beteiligten Männer bestätigte später gegenüber dem dänischen Fernsehen, zahlreiche Ordner seien auf ihn zugekommen und hätten ihn ohne Angaben von Gründen zur Entfernung der Regenbogenflagge aufgefordert. "Ein offizieller UEFA-Ordner ist gekommen und hat mir die Fahne aus den Händen gerissen", so Kristoffer Føns.

Die Europäische Fußball-Union UEFA teilte nach dem Spiel auf Anfrage der DPA mit, weder die Ordner in Baku noch in anderen EM-Stadien angewiesen zu haben, Regenbogenflaggen zu konfiszieren. Der Vorfall werde untersucht, schrieb der Dachverband, die Flagge sei dem Fan zurückgegeben worden. Was für weitere Kritik sorgen dürfte: Die UEFA gab weiter an, zunächst die Information erhalten zu haben, dass der dänische Anhänger "stark betrunken" gewesen sei und Ärger mit lokalen Fans gehabt habe. "Natürlich werden wir uns mit dem UEFA-Delegierten, dem UEFA-Sicherheitsbeauftragten und den lokalen Behörden in Verbindung setzen, um das zu klären", hieß es.

Twitter / FansEurope

Die UEFA hatte erst letztes Wochenende betont, dass Regenbogen-Fahnen in den Stadien nicht verboten seien. Zuvor hatte es Berichte gegeben, beim letzten EM-Spiel in der Budapester Puskás Aréna hätten Ordner niederländischen Fans beim Eintritt ins Stadion und in die offizielle Fan Zone Regenbogenflaggen abgenommen (queer.de berichtete). Zu dem Fan-Bereich in einem Park hatte die UEFA allerdings auf die Zuständigkeit der lokalen Behörden verwiesen.

Regenbogen-Bandenwerbung verboten

In jenem Spiel in Ungarn waren dennoch Regenbogenfarben zu sehen, weil sie einige Sponsoren bei der Bandenwerbung einsetzten – was die UEFA zunächst ebenfalls begrüßt hatte. Am Freitag war allerdings bekannt geworden, dass sie Volkswagen untersagt hatte, die Regenbogenwerbung bei den beiden Viertelfinalspielen im russischen St. Petersburg am Freitag und in Baku am Samstag einzusetzen.

Der Autobauer hatte angegeben, die Entwicklung zu bedauern. Die UEFA verwies darauf, dass die Werbung lokalen Gesetzen entsprechen müsste, ohne ins Detail zu gehen. Das russische Gesetz gegen "Homo-Propaganda", das bei Verstößen Bußgelder vorsieht, verbietet allerdings Regenbogenflaggen und ähnliche Symbole nicht konkret. Das gegenüber LGBTI noch repressivere Aserbaidschan kennt kein entsprechendes Gesetz (mehr im Vorbericht).

Beim Viertelfinalspiel am Freitag in München war die VW-Regenbogenwerbung zu sehen, am Samstag sollte sie auch beim Spiel in Rom zum Einsatz kommen. Alle anderen Sponsoren, die in der letzten Woche ebenfalls Regenbogenfarben einsetzten, hatten das auf den Pride-Monat Juni beschränkt. Zu den EM-Sponsoren gehören auch staatsnahe Unternehmen aus homofeindlichen Ländern wie Qatar Airways und Gazprom, die kein entsprechendes Zeichen setzten.

Die Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt waren in den letzten Wochen ein riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner-Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt. Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf den Protest gegen ein aktuell in Ungarn erlassenes Gesetz zielte, das gegenüber Minderjährigen eine "Bewerbung" oder auch nur "Darstellung" von Homo- oder Transsexualität in Büchern, Filmen und anderen Medien, Werbekampagnen sowie Schulen untersagt. Die UEFA argumentierte, die Beleuchtung würde daher zu einem politischen Zeichen. Kurz zuvor hatte sie nach einer Überprüfung dem deutschen Torwart Manuel Neuer die Nutzung einer Regenbogen-Kapitänsbinde ausdrücklich gestattet. (nb/dpa)

ergänzt um UEFA-Stellungnahme im ersten Artikeldrittel



#1 AndyAnonym
#2 DramaQueen24Profil
  • 04.07.2021, 04:22hBerlin
  • Während des Spiels hat die UEFA das Hausrecht im Stadion. Dass sie hinnimmt, dass Ordner die Regenbogenfahne konfiszieren, zeigt, dass es der UEFA nur um Geld und der Regierung in Baku nur um ihren Machterhalt und eine Machtdemonstration geht.
    Obwohl ich Fußball mag, werde ich in Zukunft auf ein Stadionbesuch verzichten, und Fußball auch nicht im TV sehen. Genug ist genug!!!!
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#3 stephan
  • 04.07.2021, 07:38h
  • Den Link zu diesem Bericht kann ich auf Facebook gerade nicht teilen, da ich mich offenbar zu kritisch geäußert habe über das System Fussball. Man darf auf Facebook wahrscheinlich den Sinn von Fussball, den Sinn des Systems von 'Brot und Spiele' nicht hinterfragen, aber nachdem sogar Regenbogen Fahnen der Zuschauer eingesammelt werden, hat dieser Unsinn seinen Sinn sogar als Teil der Öffentlichkeit verloren. 22 Millionäre spielen mit einem Ball und ganz viele andere Menschen, die offenbar in ihrem Leben nichts besseres zu tun wissen, als dabei zuzuschauen, verbringen die Zeit noch nutzloser! Nun darf man sich auch als Zuschauer dazu nicht mehr politisch äußern!
    Ich habe nichts mit Querdenkern und Verschwörungstheoretikern zu tun, aber so langsam scheint das System doch abzudriften in Richtung einer Meinungsdiktatur, in dem offenbar insbesondere die Geschäfte zählen - insbesondere das Geschäft mit dem Fussball. Na, das wird dann ja eine heiße WM im nachten Jahr ... in jeder Hinsicht!
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#4 dellbronx51069Anonym
  • 04.07.2021, 18:26h
  • Böllerwürfe, Bengalos , Schlägereien sind ja beim Fussball der Standart , gegen den die Veranstalter nicht gewillt sind vorzugehen. Dafür werden grosse Energien drauf verwendet hochgefährliche Regenbogenflaggen mit äusserster Aggresivität einzusammeln.
    Auch wenn ich mich wiederhole , ich könnte diesen Sport noch nie ausstehen.
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