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Fußball-EM

Die UEFA lügt: Fan mit Regenbogen­fahne war nicht stark betrunken

Der dänische Verband hat die Darstellung der Europäischen Fußball-Union im Streit um eine Regenbogenfahne beim EM-Viertelfinale gegen Tschechien in Baku zurückgewiesen.


Zwischen Verboten und Anbiederung: Ende Juni hatte die Europäische Fußball-Union unter dem Motto "UEFA Respects the Rainbow" ihr Logo in Regenbogen­farben eingefärbt (Bild: UEFA)

  • 4. Juli 2021, 07:02h 10 3 Min.

Neuer Streit um die UEFA: Der dänische Fußball-Verband hat am Sonntag die Darstellung der Europäischen Fußball-Union im Streit um eine Regenbogenfahne beim EM-Viertelfinale gegen Tschechien in Baku zurückgewiesen. Vor dem Anpfiff des Spiels am Samstag war auf Fotos zu sehen, wie zwei Ordner heftig mit dänischen Fans diskutierten. Diese hatten eine kleine Regenbogenfahne mit ins Olympiastadion gebracht. Ein Ordner zerrte an der Fahne, diese war kurz darauf verschwunden (queer.de berichtete).

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Man habe Mitarbeiter in der Nähe des Vorfalls gehabt und werde zur Untersuchung der UEFA beitragen, twitterte Ronnie Hansen, kaufmännischer Leiter des Verbands, in der Nacht zu Sonntag. Man teile die Aussage der UEFA überhaupt nicht, dass der betroffene Fan stark betrunken gewesen sei, und warte nun auf die UEFA.

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Der Kontinentalverband hatte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Samstagabend mitgeteilt, weder die Ordner in Baku noch in anderen EM-Stadien angewiesen zu haben, Regenbogenflaggen zu konfiszieren. Der Vorfall werde untersucht, die Flagge sei dem Fan zurückgegeben worden. Die UEFA gab an, die Information erhalten zu haben, dass der dänische Anhänger "stark betrunken" sei und Ärger mit lokalen Fans gehabt habe. "Natürlich werden wir uns mit dem UEFA-Delegierten, dem UEFA-Sicherheitsbeauftragten und den lokalen Behörden in Verbindung setzen, um das zu klären", hieß es.

In dänischen Medien sagte der Fan, der die Fahne ins Stadion gebracht hatte, dass Ordner ihm diese aus der Hand gerissen hätten. Er sei schockiert darüber gewesen. Nach dem Spiel habe er die Fahne über den Fan-Koordinator des Verbands wieder erhalten.

Das Hü-und-Hott-Spiel der UEFA

Die UEFA hatte erst letztes Wochenende betont, dass Regenbogen-Fahnen in den Stadien nicht verboten seien. Zuvor hatte es Berichte gegeben, beim letzten EM-Spiel in der Budapester Puskás Aréna hätten Ordner niederländischen Fans beim Eintritt ins Stadion und in die offizielle Fan Zone Regenbogenflaggen abgenommen (queer.de berichtete). Zu dem Fan-Bereich in einem Park hatte die UEFA allerdings auf die Zuständigkeit der lokalen Behörden verwiesen. In jenem Spiel in Ungarn waren dennoch Regenbogenfarben zu sehen, weil sie einige Sponsoren bei der Bandenwerbung einsetzten – was die UEFA zunächst ebenfalls begrüßt hatte. An diesem Freitag war allerdings bekannt geworden, dass sie Volkswagen untersagt hatte, die Regenbogenwerbung bei den beiden Viertelfinalspielen im russischen St. Petersburg am Freitag und in Baku am Samstag einzusetzen.

Der Autobauer hatte angegeben, die Entwicklung zu bedauern. Die UEFA verwies darauf, dass die Werbung lokalen Gesetzen entsprechen müsste, ohne ins Detail zu gehen. Das russische Gesetz gegen "Homo-Propaganda", das bei Verstößen Bußgelder vorsieht, verbietet allerdings Regenbogenflaggen und ähnliche Symbole nicht konkret. Das gegenüber LGBTI noch repressivere Aserbaidschan kennt kein entsprechendes Gesetz (mehr im Vorbericht).

Regenbogenwerbung am Freitag im München

Bei den Viertelfinalspielen am Freitag in München und Samstag in Rom war die VW-Regenbogenwerbung zu sehen. Alle anderen Sponsoren, die in der letzten Woche ebenfalls Regenbogenfarben einsetzten, hatten das auf den Pride-Monat Juni beschränkt. Zu den EM-Sponsoren gehören auch staatsnahe Unternehmen aus homofeindlichen Ländern wie Qatar Airways und Gazprom, die kein entsprechendes Zeichen setzten.

Die Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt waren in den letzten Wochen ein riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner-Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt (queer.de berichtete). Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf den Protest gegen ein aktuell in Ungarn erlassenes Gesetz zielte, das gegenüber Minderjährigen eine "Bewerbung" oder auch nur "Darstellung" von Homo- oder Transsexualität in Büchern, Filmen und anderen Medien, Werbekampagnen sowie Schulen untersagt. Die UEFA argumentierte, die Beleuchtung würde daher zu einem politischen Zeichen. Kurz zuvor hatte sie nach einer Überprüfung dem deutschen Torwart Manuel Neuer die Nutzung einer Regenbogen-Kapitänsbinde ausdrücklich gestattet (queer.de berichtete). (cw/dpa)

-w-

#1 Phil-80Anonym
  • 04.07.2021, 09:54h
  • Wen wundert das ? Es wird echt Zeit, dass dieser Verband zerschlagen wird.. sowieso eine Frechheit, eine EM in diesen Zeiten abzuhalten und dann auch noch dermassen bigott zu sein
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#2 SowhatsthatAnonym
#3 MesonightAnonym
  • 04.07.2021, 10:46h
  • ...wer verbirgt sich denn hinter "der uefa"? Warum werden die Verantwortlichen nicht namentlich benannt? So können Sie sich immer weiter verstecken, niemand muss sich rechtfertigen.
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