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Selbst-Zensur

Russische Supermarktkette zieht Werbung mit lesbischem Paar zurück

Das Unternehmen WkusWill wollte unterschiedliche Familien vorstellen – nach Kritik, Boykottaufrufen und Drohungen zog es die Werbung zurück.


Auch eine normale Familie: Mutter Yuma, Töchter Mila und Alina und Partnerin Ksyusha

Eine russische Supermarktkette hat nach heftiger Kritik eine Werbung mit einem lesbischen Paar zurückgezogen – und sich dafür entschuldigt. Die Reklame habe "die Gefühle vieler unserer Kunden, Mitarbeiter, Partner und Lieferanten verletzt", teilte das Unternehmen WkusWill am Sonntag auf seiner Homepage mit.

WkusWill, auf Deutsch etwa "der Geschmack des Landes", hatte Ende Juni einen Artikel sowie Instagram-Videos und -Beiträge über "Rezepte fürs Familienglück" veröffentlicht, in denen das Unternehmen mit kleinen Läden mit größtenteils regionalen Lebensmitteln unterschiedliche Kund*innen vorstellte. Dazu gehörten etwa eine Familie mit einem Elternteil, ein Paar ohne Kinder oder ein Mädchen mit einem Hund. Und halt eine queere (und vegane) Familie, bestehend aus Mutter Yuma, ihren Töchtern Mila und Alina und der Freundin Alinas, Ksyusha. Die beiden sind verlobt, hieß es im Text.

Um einem möglichen Verstoß gegen das vage formulierte russische "Homo-Propaganda"-Gesetz vorzubeugen, wurde dieser Teil als "18+", also als für Erwachsene markiert – so gehen auch Medien mit queeren Themen um. Doch nach der Veröffentlichung hatte die Supermarktkette Medienberichten zufolge Drohungen erhalten.

"Ich habe mich sehr über die Einladung eines Kettenmitarbeiters gefreut, an der Werbung teilzunehmen", sagte Yuma dem Portal meduza.io. "Wir lieben WkusWill wirklich und halten unsere Familie für höflich und stark. Uns war es wichtig zu zeigen, dass man auch trotz Homophobie glücklich sein kann. Glücklich wie alle anderen glücklichen Familien. Ich habe nach dieser Anzeige so viele Glückwünsche und Unterstützung erhalten, dass ich sehe, dass es nicht umsonst war. Und ich bin den Leuten von WkusWill sehr dankbar für ihren gesunden Menschenverstand und ihren Mut."

Neben Lob für das seltene Statement zur Akzeptanz queerer Menschen hatte das Unternehmen aber auch viel Kritik und gar Boykottaufrufe erhalten – und mit dem Mut war es dann schnell vorbei: In der nun veröffentlichten Mitteilung bezeichnete WkusWill die Werbung als "Fehler". Neben dem Gründer der Kette hatten elf weitere Führungskräfte die Entschuldigung unterzeichnet. (dpa/nb)



#1 DromboliAnonym
  • 04.07.2021, 22:03h
  • vielleicht sollte man solchen fanatischen Menschen mal den Spiegel vorhalten und Familienglück ala Fanatismus präsentieren, wo der Vater die Familie unter Alkoholeinfluß terrorisiert, die Kinder heulend und grün und blau geschlagen am Esstisch sitzen und die Mutter bewußtlos geprügelt auf dem Boden liegt und dabei einblenden:

    Unsere Familien sind uns wichtig wie unsere Kunden.

    dies sollte die denkfaule Mischpoke doch mal zum nachdenken bringen...
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#2 DromboliAnonym
  • 04.07.2021, 22:05h
  • Wenn Menschen zu "Normgerechten" Familien gezwungen werden wo bleibt da die Liebe?
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#3 DramaQueen24Profil
  • 05.07.2021, 05:21hBerlin
  • Das zeigt doch, wie verkommen Russland unter Putin geworden ist. Freie Meinung? Werbung mit queerem Inhalt? Igitt!
    Homohass und Morddrohungen, Klasse!
    Das nenne ich "russische Demokratie"! Da passt es auch, dass in Russland nur russischer Schaumwein per Gesetz "Champagner" genannt werden darf, und der originale Champagner nur Sekt.
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#4 Korinthen KKAnonym
#5 LeashProfil
  • 05.07.2021, 11:44hHamburg
  • Und dann wirft einem die Gegenseite immer "Meinungsdiktatur" vor, was ist das bitte?
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#6 Ja gutAnonym
  • 05.07.2021, 11:50h
  • Wie passt das egtl zur propagierten Aussenwirkung des starken Russlands gegen den verweichlichten Westen wenn schon ne Supermarktwerbung einen den gelben strahl durch die buxe jagd.... oO
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#7 Julian SAnonym