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Jörg Meuthen im BR Fernsehen

AfD-Chef hält ungarisches Gesetz "in keiner Weise für homophob"

Nicht das queerfeindliche Gesetz von Viktor Orbán ist für AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen ein Skandal, sondern die Kritik der EU-Kommission. Auch dürfe der Regenbogen nicht "instrumentalisiert" werden.


Jörg Meuthen ist seit 2015 einer von zwei Bundessprechern der AfD und seit 2017 Mitglied des EU-Parlaments (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

Beim "Sonntags-Stammtisch" im Bayerischen Fernsehen hat AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen das neue queerfeindliche Gesetz in Ungarn verteidigt. "Ich halte es, nachdem ich es mir angeschaut habe, in keiner Weise für homophob", sagte das oft als "gemäßigt" bezeichnete Mitglied des EU-Parlaments.

Verbot von LGBTI-"Propaganda" nach russischem Vorbild

Das ungarische Gesetz war am 15. Juni vom Parlament in Budapest beschlossen worden (queer.de berichtete). Es verbietet quasi nach russischem Vorbild Homo- und Trans-"Propaganda" gegenüber Minderjährigen: Eine "Bewerbung" oder auch nur Darstellung von Homo- oder Transsexualität in Büchern, Filmen und anderen Medien, Werbekampagnen sowie Schulen ist nicht mehr erlaubt.

Werbung von Unternehmen wie jene des amerikanischen Brausemachers Coca-Cola, der sich 2019 für die Rechte von LGBTI in Ungarn eingesetzt hatte, ist durch das neue Gesetz praktisch verboten. Auch Bücher zu LGBTI-Themen sind nicht mehr bei Minderjährigen zulässig. Beliebte Filme wie "Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück", "Harry Potter" und "Billy Elliot" dürfen gemäß der neuen Rechtsprechung laut dem privaten Fernsehsender RTL Klub Ungarn nur noch spätabends mit einer Freigabe ab 18 Jahren gezeigt werden.

Meuthen: "Das kann man mögen oder nicht"

"Das kann man mögen oder nicht", meinte Meuthen zu dem "Kinder- und Jugendschutzgesetz", wie er es bezeichnete. Es gebe jedoch "keinen Grund dazu, auf das Gesetz zu reagieren". Die Kritik von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU), die das Gesetz als Schande bezeichnet hatte, nannte der AfD-Chef "skandalös": "Ich finde es eine Schande, wenn die Kommission sich da einmischt. Wir sind kein Bundesstaat, sondern wir sind ein Staatenverbund." Die EU-Kommission erlebe er "immer wieder als übergriffig".

Bereits Ende Juni hatte Meuthen gegen eine angebliche "LGBT-Ideologie" Stimmung gemacht. "Wenn die Ungarn die Einflüsse der LGBT-Ideologie als schädlich erachten und ihre Bürger, Werte und Traditionen vor diesen schützen möchten, dann ist das deren gutes Recht", wird der Abgeordnete in einem Facebook-Post der AfD im EU-Parlament zitiert.

Im BR Fernsehen kritisierte Meuthen Regenbogenaktionen u.a. im Fußball als "Instrumentalisierung" zugunsten queerer Menschen. "Das sind Lobbyinteressen, die damit durchgesetzt werden", so der Bundessprecher der Rechtsaußenpartei. Queere Organisationen versuchten lediglich, "möglichst viele öffentliche Mittel rauszuschlagen". (cw)



#1 Korinthen KKAnonym
  • 05.07.2021, 08:45h
  • Was sagt er eigentlich über seine Kollegin Weidel, die demnach auch nicht dargestellt werden dürfte?
    Und was sagt sie eigentlich dazu? Das übliche Schweigen.
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#2 YannickAnonym
  • 05.07.2021, 09:01h
  • ------------
    AfD-Chef hält ungarisches Gesetz "in keiner Weise für homophob"
    ----------

    Was mehr über ihn und seine Partei aussagt als über das Gesetz...
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#3 SakanaAnonym
  • 05.07.2021, 11:03h
  • Wenn Meuthen schon zum "moderaten" Teil der AfD gehört (wie Weidel auch), der gerade von den weit recht(sextrem)eren ehemaligen "Flügel"-Leuten abgesägt wird, dann will ich nicht erleben müssen, was für Gesetze die AfD erst erlassen würde, wenn sie tatsächlich in der Bundesregierung säße. Da kann man nur drauf hoffen, dass diese Partei bei den diesjährigen Bundestagswahlen mit relativ wenigen Prozentpunkten (am besten unter fünf) vom Platz geht...

    Da wird mir echt nur noch speiübel, wenn ich solche Aussagen lesen bzw hören muss.
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#4 Sarah_SAnonym
  • 05.07.2021, 11:06h
  • "Wenn die Ungarn die Einflüsse der LGBT-Ideologie als schädlich erachten und ihre Bürger, Werte und Traditionen vor diesen schützen möchten, dann ist das deren gutes Recht"

    Wenn Herr Meuthen sein Hirn vor der Realität schützen möchte, so ist dass sein gutes Recht. Wenn er jedoch als Politiker ernst genommen werden will sollte er solche Beiträge besser unterlassen. Man könnte sonst meinen er müsse sich mal Hilfe suchen. Realitätsverlust könnte auf eine Psychose hinweisen.
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#5 mesonightAnonym
  • 05.07.2021, 11:10h
  • Warum wird nur immer wieder mit Kinder und Jugendschutz argumentiert? Jedes Kind, dass bei googel diverse Stichworte eingibt, kann sich problemlos die abartigsten Sachen ansehen, das ist aber komischerweise nie ein Thema.
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#6 OutAndProud
  • 05.07.2021, 11:12h
  • Vielleicht sollte die Redaktion mal wieder eine Umfrage zu Wahlverhalten einstellen.

    Die letzte war, soweit ich mich erinnere, was die Zustimmung zur AgD angeht erschreckend.
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#7 LeashProfil
  • 05.07.2021, 11:40hHamburg
  • "Das sind Lobbyinteressen, die damit durchgesetzt werden" sagt er, während er selber offensichtlich versucht Wählerstimmen zu fischen mit Stimmungsmache gegen queere Menschen und die EU. Ekelhaft!
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#8 Julian SAnonym
  • 05.07.2021, 12:48h
  • Das wundert mich bei der AfD zwar überhaupt nicht (die hätten das wohl am liebsten auch in Deutschland so), aber dennoch muss man immer wieder deren Lügen entlarven.

    Selbstverständlich ist das Gesetz homophob (aber auch für die Heterosexuellen verdummend und beleidigend).

    1. Schule hat die Aufgabe, über die Realität zu informieren. Zur Realität gehören aber eben auch GLBT. Das heißt, da werden Schüler bewusst dumm gehalten.

    2. Wenn man GLBT-Themen aus Filmen, Büchern, Fernsehsendungen, etc. und sogar aus der Werbung entfernen will, ist das eine Zensur, die an ganz dunkle Kapitel der Geschichte erinnert. Wohin das führte, wissen wir alle.

    3. Gleichzeitig stellt man damit klar, dass man seine eigenen Bürger für so dumm hält, dass die keine Themen einordnen können und unfähig sind, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

    Was soll das alles sonst sein, wenn nicht homophob? Und wie gesagt: die Heteros sollen auch dumm gehalten werden.
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#9 stephan
  • 05.07.2021, 13:18h
  • Tja, das ist der gemäßigte Meuthen! Und viel verstanden hat dieser Mann leider auch nicht, wenn er glaubt, dass es mit den Grundrechten vereinbar sei, dass Minderheiten sich quasi verstecken müssen! Pfui!
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#10 GemäßigtAnonym