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Mutmaßliches Hassverbrechen
Spanien: Trauer und Wut nach Mord an Samuel
In A Coruña im Nordwesten Spaniens wurde ein 24-Jähriger am Samstag nach "Schwuchtel"-Rufen zu Tode geprügelt. Am Montag gingen Tausende im ganzen Land auf die Straße.

Blumen, Kerzen und persönliche Botschaften am Tatort in der Stadt A Coruña in Galizien (Bild: Voces de A Coruña / twitter)
- 6. Juli 2021, 02:47h 3 Min.
Zu Update springen: Polizei nimmt drei Personen fest (20:15h)
Nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Schwulen in Spanien sind am Montag tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Queerfeindlichkeit zu protestieren. In der Hauptstadt Madrid hielten die Demonstrant*innen Transparente mit der Aufschrift "Homophobie und Faschismus sind dasselbe" in die Luft und skandierten "Gerechtigkeit für Samuel".

Am Samstagmorgen war der 24-jährige Krankenpfleger Samuel zu Tode geprügelt vor einem Nachtclub in der Stadt A Coruña in Galizien (Spanisch: La Coruña) gefunden worden. Sowohl seine Angehörigen als auch Bekannte und Freund*innen gehen von einem Hassverbrechen aus. Die bislang unbekannten Täter sollen Samuel als "maricón" (Schwuchtel) beleidigt haben. Rettungskräfte versuchten erfolglos, den jungen Mann wiederzubeleben.
"Ich bring dich um, Schwuchtel"
Die Tat ereignete sich gegen drei Uhr nachts vor dem "Andén Pub". Ausgangspunkt ist ein mutmaßliches Missverständnis: Samuel soll laut Aussagen von Zeug*innen bei einer Zigarettenpause per Videocall mit einem Bekannten gesprochen habe – die Täter hätten jedoch geglaubt, er versuche sie zu filmen. "Entweder hör auf mit der Aufnahme oder ich bring dich um, Schwuchtel", soll einer der Männer gerufen haben.
Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte, bislang habe es keine Festnahmen gegeben. Es würden "keine Spuren ausgeschlossen – weder Hassverbrechen noch andere". Die Polizei befrage derzeit Zeug*innen und werte Aufnahmen von Überwachungskameras aus.
/ ovarioVEnorme manifestación de protesta por el asesinato del joven Samuel, de 24 años, golpeado por un grupo en La Coruña. Consignas: homofobia y fascismo son lo mismo . Su padre pidió que no politizaran la muerte de su hijo, en medio de su dolor, pero la izquierda no escucha y pic.twitter.com/CTpogylFcw
Ovario-Venezuela (@ovarioV) July 6, 2021
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Nicht nur in Madrid, auch in anderen Städten des Landes gingen nach dem Aufruf von LGBTI-Organisationen am Montag hunderte Menschen auf die Straßen. "Dies war eine grausame und rücksichtslose Tat. Spanien wird das nicht tolerieren", schrieb Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter. (cw/AFP)
/ IUMalaga_ciudadHemos participado hoy en la concentración de #Malaga con el lema #JusticiaParaSamuel para mostrar nuestra repulsa frente al odio y la homofobia que mata
IU Málaga Ciudad (@IUMalaga_ciudad) July 5, 2021
Seguiremos luchando por los derechos LGTB y contra los partidos homófobos que fomentan el odio#LaHomofobiaMata pic.twitter.com/eZqNxqLBS0
Update 20.15h: Polizei nimmt drei Personen fest
Am frühen Dienstagabend teilte die spanische Polizei mit, im Zusammenhang mit dem Fall seien drei junge Personen festgenommen worden, die aus A Coruña stammten und zwischen 20 und 25 Jahre alt seien. Sie würden verdächtigt, an der tödlichen Attacke teilgenommen zu haben. Die Ermittlungen würden weiter offen geführt und weitere Festnahmen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Festgenommenen um die zwei mutmaßlichen Hauptangreifer und insgesamt um zwei Männer und eine Frau. In den letzten Tagen habe man bereits Leute aus der Angreifer*innen-Gruppe als Zeug*innen verhört und Sicherheitskameras ausgewertet, um herauszufinden, wer für welche Schläge verantwortlich sei. Die Gruppe könnte demnach aus fünf bis zwölf Leuten bestehen.
















Jedes Mal ist man fassungslos, jedes Mal wieder denkt man, ist das denn dieses Jahrhundert, diese angeblich so fortgeschrittene Welt?
Wo blieb die ganze Toleranz-Parade, als er dort alleine überfallen wurde?
Jedes Mal fragt man, wie konnte so etwas in einem so zivilisierten Land passieren?
Jedes Mal wieder ist man traurig und wütend, ohnmächtig und klein und jedes Mal würde man es ändern, würde man gehört.
Jedes Mal neu die Feststellung, dass man nicht kann, denn man ist Niemand, und keiner hört zu.
So bleibt jedes Mal diese Hoffnung, dass es doch insgesamt besser wird und nicht mehr so viele solchen Verbrechen zum Opfer fallen.
Jedes Mal will man wieder daran glauben, dass eine Welt erreichbar ist, in der die ganzen kleinen Unterschiede zwischen uns Menschen nicht ewig dem im Wege stehen brauchen, das uns gemeinsam stark macht.
Jedes Mal öffnet man das Herz und weint Tränen aus Mitgefühl.
Und jedes Mal geschieht es irgendwann wieder, ein anderer Name, eine andere Person, ein anderer Unterschied, wegen dem ein Mensch sein Leben verlor.
R.i.P.
P.& V.