Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39366

Mutmaßliches Hassverbrechen

Spanien: Trauer und Wut nach Mord an Samuel

In A Coruña im Nordwesten Spaniens wurde ein 24-Jähriger am Samstag nach "Schwuchtel"-Rufen zu Tode geprügelt. Am Montag gingen Tausende im ganzen Land auf die Straße.


Blumen, Kerzen und persönliche Botschaften am Tatort in der Stadt A Coruña in Galizien (Bild: Voces de A Coruña / twitter)

Zu Update springen: Polizei nimmt drei Personen fest (20:15h)

Nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Schwulen in Spanien sind am Montag tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Queerfeindlichkeit zu protestieren. In der Hauptstadt Madrid hielten die Demonstrant*innen Transparente mit der Aufschrift "Homophobie und Faschismus sind dasselbe" in die Luft und skandierten "Gerechtigkeit für Samuel".


Am Samstagmorgen war der 24-jährige Krankenpfleger Samuel zu Tode geprügelt vor einem Nachtclub in der Stadt A Coruña in Galizien (Spanisch: La Coruña) gefunden worden. Sowohl seine Angehörigen als auch Bekannte und Freund*innen gehen von einem Hassverbrechen aus. Die bislang unbekannten Täter sollen Samuel als "maricón" (Schwuchtel) beleidigt haben. Rettungskräfte versuchten erfolglos, den jungen Mann wiederzubeleben.

"Ich bring dich um, Schwuchtel"

Die Tat ereignete sich gegen drei Uhr nachts vor dem "Andén Pub". Ausgangspunkt ist ein mutmaßliches Missverständnis: Samuel soll laut Aussagen von Zeug*innen bei einer Zigarettenpause per Videocall mit einem Bekannten gesprochen habe – die Täter hätten jedoch geglaubt, er versuche sie zu filmen. "Entweder hör auf mit der Aufnahme oder ich bring dich um, Schwuchtel", soll einer der Männer gerufen haben.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte, bislang habe es keine Festnahmen gegeben. Es würden "keine Spuren ausgeschlossen – weder Hassverbrechen noch andere". Die Polizei befrage derzeit Zeug*innen und werte Aufnahmen von Überwachungskameras aus.

Twitter / ovarioV
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Nicht nur in Madrid, auch in anderen Städten des Landes gingen nach dem Aufruf von LGBTI-Organisationen am Montag hunderte Menschen auf die Straßen. "Dies war eine grausame und rücksichtslose Tat. Spanien wird das nicht tolerieren", schrieb Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter. (cw/AFP)

Twitter / IUMalaga_ciudad


 Update  20.15h: Polizei nimmt drei Personen fest

Am frühen Dienstagabend teilte die spanische Polizei mit, im Zusammenhang mit dem Fall seien drei junge Personen festgenommen worden, die aus A Coruña stammten und zwischen 20 und 25 Jahre alt seien. Sie würden verdächtigt, an der tödlichen Attacke teilgenommen zu haben. Die Ermittlungen würden weiter offen geführt und weitere Festnahmen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Festgenommenen um die zwei mutmaßlichen Hauptangreifer und insgesamt um zwei Männer und eine Frau. In den letzten Tagen habe man bereits Leute aus der Angreifer*innen-Gruppe als Zeug*innen verhört und Sicherheitskameras ausgewertet, um herauszufinden, wer für welche Schläge verantwortlich sei. Die Gruppe könnte demnach aus fünf bis zwölf Leuten bestehen.



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 06.07.2021, 06:42h
  • Wieder ist so etwas geschehen. ein junges Leben wurde sinnlos ausgelöscht, nicht zuhause, nicht in der Nähe, um den halben Erdball herum entfernt.
    Jedes Mal ist man fassungslos, jedes Mal wieder denkt man, ist das denn dieses Jahrhundert, diese angeblich so fortgeschrittene Welt?
    Wo blieb die ganze Toleranz-Parade, als er dort alleine überfallen wurde?
    Jedes Mal fragt man, wie konnte so etwas in einem so zivilisierten Land passieren?
    Jedes Mal wieder ist man traurig und wütend, ohnmächtig und klein und jedes Mal würde man es ändern, würde man gehört.
    Jedes Mal neu die Feststellung, dass man nicht kann, denn man ist Niemand, und keiner hört zu.
    So bleibt jedes Mal diese Hoffnung, dass es doch insgesamt besser wird und nicht mehr so viele solchen Verbrechen zum Opfer fallen.
    Jedes Mal will man wieder daran glauben, dass eine Welt erreichbar ist, in der die ganzen kleinen Unterschiede zwischen uns Menschen nicht ewig dem im Wege stehen brauchen, das uns gemeinsam stark macht.
    Jedes Mal öffnet man das Herz und weint Tränen aus Mitgefühl.
    Und jedes Mal geschieht es irgendwann wieder, ein anderer Name, eine andere Person, ein anderer Unterschied, wegen dem ein Mensch sein Leben verlor.

    R.i.P.
    P.& V.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 GussiEhemaliges Profil
#3 zundermxeAnonym
  • 06.07.2021, 08:22h
  • Natürlich bleiben die Umstände zu klären. In jedem Fall gibt es aber keine Rechtfertigung für Gewalt und gewaltsamen Tod.

    Reis auf dem Regenbogen Samuel.
    Mehr als überflüssig und sinnlos was du erleben musstest.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LeashProfil
#5 AlexAnonym
  • 06.07.2021, 11:31h
  • Schlimm. Das ist die direkte Folge der Hetze von religiösen Fanatikern und anderen rechten Ewiggestrigen.

    Dieses Virus des Hasses muss mit aller Kraft bekämpft werden und Homophobie muss ausgeweitet werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PetterAnonym
  • 06.07.2021, 13:47h
  • Noch ein unschuldiges Opfer, das viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde und dessen Verlust unersetzbar ist.

    Wann haben solche Taten endlich Konsequenzen.

    Der einzige kleine Trost ist, dass Tausende auf die Straßen gehen (auch Heteros) um gegen Homohass zu demonstrieren. Wo sind hier in Deutschland die Tausenden, die nach solchen Taten (wie z.B. dem islamistischen Mord eines Schwulen in Dresden vor kurzem) demonstrieren?

    Sowas macht die Taten zwar nicht ungeschehen und bringt die Menschen nicht zurück, kann aber vielleicht die Sensibilität für das Thema erhöhen, damit endlich sich endlich etwas ändert.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 gastAnonym
  • 06.07.2021, 14:29h
  • Antwort auf #6 von Petter
  • "Wo sind hier in Deutschland die Tausenden, die nach solchen Taten (wie z.B. dem islamistischen Mord eines Schwulen in Dresden vor kurzem) demonstrieren?"
    Antwort:
    Die "Tausende" gibt es hierzulande nicht. Weder von der TAZ, noch der ANTIFA noch vom "weißen Ring", noch von kirchlicher oder muslimischer oder buddhistischer Seite kam auch nur ein Piep und DAS sagt mehr aus als alles mediale Trommelfeuer, denn DAS ist die Wahrheit über das Denken und Fühlen dieses deutschen Volkes samt seiner Mitbürger.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 MechanicProfil
  • 06.07.2021, 16:47hHB
  • Wenn das so weitergeht mit dem Hass auf homosexuelle werden wir noch einmal ganz grosse
    Probleme bekommen. Ob es wie jetzt in Spanien
    ist oder auch hier in Deutschland, aber leider werden diese Taten nur selten hart bestraft.
    Auch hier in Deutschland muß man doch vorsichtig
    sein, dass man nicht als homosexueller erkannt wird und zusammengeschlagen wird. Schutz bekommt man doch von der Polizei und Justiz nur
    selten und die Politik schaut sowieso nur zu, bezw.
    man ist evtl. dann selbst noch der Täter.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 dellbronx51069Anonym
  • 06.07.2021, 18:49h
  • Antwort auf #7 von gast
  • Schön zum Ausdruck gebracht mit der hiesigen Volkspsyche . Wo war der Aufschrei nach Desden ? Und nicht nur dass, Es wurde noch krampfhaft versucht das Hauptmotiv zu vertuschen! Jedes Land folgt irgendwie seinen Traditionen und die lauten hierzulande " totgeschwiegen und totgeschlagen ".
  • Antworten » | Direktlink »
#10 56James35Anonym