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15. Staffel

Michael Michalsky wird "Supertalent"-Juror

Von "Germany's Next Topmodel" zum "Supertalent": Der Mode-Experte darf statt hungernder Models bald Hundetrainer, Akrobatinnen oder lustige Musikanten bewerten.


Michael Michalsky wird ab Herbst im "Supertalent" über Kandidat*innen richten (Bild: Daniela Müller Brunke)

Modeschöpfer und Designer Michael Michalsky wird in der nächsten Staffel von "Das Supertalent" in der Jury sitzen. Das gab der Sender RTL am Montag bekannt. Außerdem werde auch Chantal Janzen Jurorin der seit 2007 ausgestrahlten Castingshow werden. Die Niederländerin hatte diesen Mai den Eurovision Song Contest co-moderiert. Außerdem sammelte sie sechs Staffeln Jurorinnenerfahrung im niederländischen "Supertalent"-Ableger. Bereits zuvor hatte RTL erklärt, dass auch Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski Mitglied der Jury sei. Die Show soll im Herbst im RTL-Hauptprogramm gezeigt werden.

Michalsky betonte, was ihm in der Show wichtig sei: "Eines der wichtigsten Themen, mit denen ich mich seit Monaten befasse, ist Inklusion", sagte der 54-Jährige. "Inklusion bedeutet Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt und die Abschaffung von Vorurteilen. Keine Sendung im deutschen Fernsehen vertritt das Prinzip von Inklusion so stark wie 'Das Supertalent'. Deshalb freue ich mich riesig auf die Mitwirkung in der Jury!"

Zuvor war Michalsky 2016 bis 2018 drei Staffeln lang Juror bei Heidi Klums Castingshow "Germany's Next Topmodel". Jahrelang führte er auch als Mode-Experte neben Annemarie Carpendale und Steven Gätjen durch die Oscar-Übertragung auf ProSieben.

Michalsky hatte aus seiner Homosexualität nie ein Geheimnis gemacht (queer.de berichtete). Im Buch "Heimat – Wo das Herz zu Hause ist", offenbarte er, dass er sich nie im klassischen Sinn outen musste: "Mein Coming-out hatte ich nie, weil für mich immer klar war, dass ich schwul bin. Ich war immer so, wie ich bin. Deshalb musste ich mich nie hinstellen und sagen, was Sache ist." Er sei in einer Familie aufgewachsen, in der seine sexuelle Orientierung nicht problematisiert worden sei.

Dieter Bohlen ist weg

Bislang war "Das Supertalent" von Verbalrabauke Dieter Bohlen dominiert werden, der in 14 Staffeln eine Art Chefjuror war. In elf Staffeln war zudem der offen schwule Bruce Darnell am Jurorentisch dabei, in zwei Staffeln auch Modedesigner Guido Maria Kretschmer. Daneben waren auch andere Promis wie Victoria Swarovski, Sylvie Meis oder Thomas Gottschalk in der Jury vertreten.

RTL baut derzeit sein Programm um und setzt weniger auf Krawall. Auch bei DSDS wurde deshalb Dieter Bohlen gefeuert und durch den freundlicheren Florian Silbereisen ("Feste der Volksmusik", "Das Traumschiff") ersetzt. Des weiteren engagierte der Kölner Sender den 69-jährigen "Tagesschau"-Veteran Jan Hofer, der ein neues Nachrichtenformat präsentieren soll. Auch der schwule Komiker Hape Kerkeling kehrt nach sieben Jahren RTL-Abstinenz wieder zurück (queer.de berichtete). (dk)



#1 MucciProfil
  • 07.07.2021, 04:23hMünchen
  • Nunja, wenn man mit der eigenen Modelinie keinen Erfolg mehr hat und auch Tchibo und Aldi kein Interesse mehr zeigen: Letzter Ausweg RTL-Trash-TV. Immerhin besser als gar nix.
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#2 MucciProfil
  • 07.07.2021, 04:39hMünchen
  • Ich glaube Michalsky wäre besser bei adidas geblieben. Er hat dort im Hintergrund die Marke in den 2000ern Jahren wirklich zu neuem Leben gebracht als adidas Chefdesigner. Seine eigenen Kreationen nach adidas fand ich eher mau und langweilig. Auch daß er sehr schnell eine Kooperation mit Tchibo einging, um seinen Namen zu vermarkten, muss man eher negativ sehen.

    Heute ist Michalsky bekannt als ehemaliger Juror bei der Fake-Show GNTM. Und nicht mehr als derjenige, der adidas als Chefdesigner aus der Krise führte. Schon irgendwie tragisch.
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#3 SusslAnonym
#4 AnalyseAnonym
  • 07.07.2021, 12:09h
  • Antwort auf #3 von Sussl
  • "Was war GNTM dann?"

    Ein TV-Format, das genau dem gewünschten Frauenbild entspricht. Die Kandidatinnen sind keine "Frauen", sondern "Mädchen", die nichts anderes im Kopf haben sollen, als sich, um optimal männer- und vermarktungstauglich zu sein, krank und "schön" zu hungern, sich demütigen zu lassen und wie hirnlose Puppen über einen Laufsteg zu stolzieren. Eigene Persönlichkeit, eigenes Standing: Fehlanzeige. Absolut unerwünscht.

    Schönes weiteres Beispiel: in einer Sendung, in der ein Garten umgestaltet werden sollte, musste sich eine der Frauen von einem älteren Mann als "Fräulein" anreden lassen. Als sie dagegen argumentierte und ihm sagte, dass dieser Begriff total veraltet, diskriminierend, sogar beleidigend sei und dass sie das schlicht nicht möchte, wurde sie im weiteren Verlauf als totale Zicke dargestellt.

    Frauen haben sich in dieser Gesellschaft immer noch unterzuordnen. Alles weiblich Konnotierte gilt nach wie vor als minderwertig, es gibt keine Frauen, sondern "Mädchen" und "Fräuleins", denen über das neutrale Pronomen auch gleich noch die eigene, selbstbestimmte Geschlechtlichkeit genommen wird. Eine Frau wird schließlich erst dann zu einer solchen, wenn sie durch Heirat mit einem Mann zu einer solchen erklärt wird. Anschließend wird der Mann angesprochen mit dem Hinweis, dass er die Braut jetzt küssen dürfe. Auch hier verbleibt sie also in der rein passiven Rolle.

    Dieses Frauenbild ist zutiefst gesellschaftlich internalisiert und institutionalisiert. Übrigens auch einer der Hauptgründe für Homophobie. Wenn Frauen sich nicht verhalten, wie es von ihnen erwartet wird - und wenn Männer sich "wie ein Mädchen" verhalten, sind sie abzuwerten, werden sie gerügt und sanktioniert. Das Ganze ließe sich endlos fortführen.

    Fazit: GNTM ist nicht nur "Trash" und somit vernachlässigenswert - es ist integraler Bestandteil einer zutiefst misogynen Kultur und Gesellschaftsstruktur, die nach wie vor aufrechterhalten werden soll.
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