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Einzelkommentar zu:
Michael Michalsky wird "Supertalent"-Juror


#4 AnalyseAnonym
  • 07.07.2021, 12:09h
  • Antwort auf #3 von Sussl
  • "Was war GNTM dann?"

    Ein TV-Format, das genau dem gewünschten Frauenbild entspricht. Die Kandidatinnen sind keine "Frauen", sondern "Mädchen", die nichts anderes im Kopf haben sollen, als sich, um optimal männer- und vermarktungstauglich zu sein, krank und "schön" zu hungern, sich demütigen zu lassen und wie hirnlose Puppen über einen Laufsteg zu stolzieren. Eigene Persönlichkeit, eigenes Standing: Fehlanzeige. Absolut unerwünscht.

    Schönes weiteres Beispiel: in einer Sendung, in der ein Garten umgestaltet werden sollte, musste sich eine der Frauen von einem älteren Mann als "Fräulein" anreden lassen. Als sie dagegen argumentierte und ihm sagte, dass dieser Begriff total veraltet, diskriminierend, sogar beleidigend sei und dass sie das schlicht nicht möchte, wurde sie im weiteren Verlauf als totale Zicke dargestellt.

    Frauen haben sich in dieser Gesellschaft immer noch unterzuordnen. Alles weiblich Konnotierte gilt nach wie vor als minderwertig, es gibt keine Frauen, sondern "Mädchen" und "Fräuleins", denen über das neutrale Pronomen auch gleich noch die eigene, selbstbestimmte Geschlechtlichkeit genommen wird. Eine Frau wird schließlich erst dann zu einer solchen, wenn sie durch Heirat mit einem Mann zu einer solchen erklärt wird. Anschließend wird der Mann angesprochen mit dem Hinweis, dass er die Braut jetzt küssen dürfe. Auch hier verbleibt sie also in der rein passiven Rolle.

    Dieses Frauenbild ist zutiefst gesellschaftlich internalisiert und institutionalisiert. Übrigens auch einer der Hauptgründe für Homophobie. Wenn Frauen sich nicht verhalten, wie es von ihnen erwartet wird - und wenn Männer sich "wie ein Mädchen" verhalten, sind sie abzuwerten, werden sie gerügt und sanktioniert. Das Ganze ließe sich endlos fortführen.

    Fazit: GNTM ist nicht nur "Trash" und somit vernachlässigenswert - es ist integraler Bestandteil einer zutiefst misogynen Kultur und Gesellschaftsstruktur, die nach wie vor aufrechterhalten werden soll.
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