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Joseph Bonnemain

Katholischer Bischof will homo­sexuellenfreie "Bio-Ehe"

Der neue Churer Bischof macht sich offenbar Sorgen, dass Schwule und Lesben die heterosexuelle Ehe beschädigen. Daher müsse für die Mann-Frau-Verbindung ein neues Wort gefunden werden.


Bischof Bonnemain ist erst seit März dieses Jahres im Amt – und macht dort weiter, wo sein Vorgänger, der "Todesstrafe für Schwule"-Bischof Vitus Huonder, aufgehört hat (Bild: Screenshot Tele Z)

  • 7. Juli 2021, 08:06h 36 2 Min.

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain fordert anlässlich des anstehenden schweizerischen Volksentscheids über die Ehe für alle, eine Art Bio-Siegel für die von ihm bevorzugte Ehe-Form einzuführen. Daher müsse der Ehe-Begriff für verschiedengeschlechtliche Paare geändert werden, sagte der katholische Würdenträger im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung": "Was den Begriff angeht: Wenn die Ehe für alle durchkommt, sollten wir vielleicht die aus der Bibel begründete Partnerschaft zwischen Mann und Frau neu benennen. Zum Beispiel als 'Liebe für immer' oder 'Bio-Ehe'."

Es gehe ihm dabei nicht in erster Linie um Homo- oder Heterosexualität, behauptete der 72-Jährige. "Die Kirche sieht die Sexualität als etwas Herrliches, als eine Gabe Gottes", so Bonnemain. Aber: "Es ist unsere Überzeugung, dass diese Sexualität, die etwas Göttliches ist, den Menschen dann ganz erfüllt, wenn sie in der Ehe, wie ich sie vorhin definiert habe, stattfindet" – also zwischen Mann und Frau.

Der Volksentscheid über die Ehe für alle in der Schweiz findet am 26. September statt, parallel zur deutschen Bundestagswahl (queer.de berichtete). Eigentlich hatte das schweizerische Parlament im letzten Dezember bereits das Ende des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben beschlossen. Daraufhin sammelten Gegner*­innen der Gleich­behandlung aber mehr als 60.000 Unterschriften und erzwangen so ein Plebiszit über die Ehe für alle (queer.de berichtete).

Bonnemain hofft auf "Nein" beim Volksentscheid

Bonnemain erklärte offen, dass er auf ein Nein beim Volksentscheid hofft: "Ich persönlich hätte es gerne, wenn dies abgelehnt würde. Nicht aus einer konservativen Haltung heraus, sondern weil ich finde, dass auf der biblischen Grundlage mit dem Begriff Ehe eine bestimmte Art der Partnerschaft bezeichnet wird." Eine Ehe sei für ihn ausschließlich "eine lebenslange, treue, für das Leben offene Partnerschaft zwischen Mann und Frau". Andere zwischenmenschliche Beziehungen hätten zwar "auch einen Wert" und würden Menschen Geborgenheit vermitteln, "aber sie sind nicht dasselbe wie eine Ehe".

Bereits Bonnemains Vorgänger im Bischofsamt von Chur, der 79-jährige Vitus Huonder, war durch homosexuellenfeindliche Äußerungen aufgefallen: Er hatte 2015 bei einem katholischen Kongress erklärt, dass die Bibel die Todesstrafe für Homosexuelle vorsehe (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Korinthen KKAnonym
  • 07.07.2021, 10:21h
  • Lieber Bischof, wenn du die Ehe so hochhältst und dir Sorgen machst, warum heiratest du dann nicht selber?
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#2 Alexander_FAnonym
  • 07.07.2021, 10:32h
  • Ein unverheirateter Vertreter einer Mafia, die sich systematischen Kindesmissbrauchs schuldig macht, stellt Regeln für eine Lebensgemeinschaft auf, die in der Hälfte aller Fälle scheitert, weil Neubestimmungen ihrbezüglich seinem imaginären Freund missfallen.
    Kannste dir nicht ausdenken.
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#3 RuntAnonym
  • 07.07.2021, 10:48h
  • So wird das nichts.

    Klar kann man es so sehen, dass eine Verbindung, aus der Kinder entstehen (die auch Homosexuelle eingehen können), etwas besonderes und auch irgendwie mystisches ist, denn es geht ja um die Weitergabe des Lebens. Gleichzeitig tragen Eltern eine besondere Verantwortung.

    Man sollte das aus falsch verstandenem Traditionsdenken aber nicht kitschig romantisieren und überhöhen und andere Verbindungen (auch kinderlose Heteroehen) dadurch abwerten oder behaupten, nur weil aus einer Verbindung theoretisch Kinder entstehen können, sei diese per se etwas besonders erfüllendes und befriedigendes. Das entspricht einfach nicht der Realität. Da gehört schon etwas mehr dazu.

    Die katholische Kirche hatte und hat einfach ein Problem damit, ein positives Konzept für einen gesunden Umgang mit Sexualität zu finden.
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